Prolog
 

Prolog

 

 

 

 

Die Zeit schwieg in seiner Gegenwart. So mächtig sie auch war, so bedeutungsvoll und allumfassend ihre Züge, ihr Ticken, ihr Geschick. Und doch unterlag einem jungen Auserwählten jene Macht, die Zeit sich selbst zum lohnenswerten Werkzeug zu machen, die Zeit zu betrügen, sich in letzter Instanz aber selbst damit zu verkaufen. Ein Seelenpfand zahlte er. Ein Stückchen Erinnerung. Ein Stückchen Herzenswärme, die doch nur spärlich in seiner Seele zu finden war.

 

Denn so gefährlich war die Macht der Zeit, dass man zu tun belieben könnte, was nur einem Verräter jener Macht zugrunde liegt. Gefangen in dem Strudel jenes mächtigen Gebildes des Wissens, der Wahrheit, am Rande der Existenz der Welt, gerade dort vergessen, gab es viele Möglichkeiten die Zeit zu manipulieren, zu besänftigen und zu stehlen…

 

Zeit der Vergangenheit, Zeit der Zukunft und jene der Gegenwart- für einen Augenblick zuhause in einer Welt, die doch nicht das wahre Zuhause sein konnte.

 

Auch er schwieg in der Gegenwart der Zeit, sich bewusst um die teure Seele in seinem Körper, sich bewusst der wichtigen Aufgabe, die sein einsames Herz vollbringen musste. Ein Auserwählter war er. Ein Kind des Schicksals und doch allein… 

 

Und selbst das Schicksal wusste um die Schattenseiten eines so rechtschaffenen Herzens wie es seines war, ignorierte die Gefahr, vergas das kindliche, verletzte Herz in dem Körper eines elfjährigen Jungen, der durch den Betrug der Zeit nicht mehr Kind sein konnte, der nicht mehr verstand, was glücklich sein bedeutete.

 

Ein Leben verpfuscht für den Frieden in einer alten, mächtigen Welt. Der Wahrheit den Dolch ins Herz gerammt, nur damit sie schwieg. Und so schwieg er, da er nicht mehr fähig sein wollte Schwäche zu zeigen, nicht fähig sein wollte, zu empfinden, allein, vergessen.

 

Auf dem Pfad der Einsamkeit, sich nicht eingestehend, sich auf jenem Pfad zu befinden, leugnend, dass es Hoffnung gab, selbst für ihn und sein geschändetes Kindsein, verneinend, dass auch für ihn ein Zuhause existierte, dass auch auf ihn immer jemand warten würde… 

 
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