1. Foren FF
 

In einem lang verschollenen Reich gab es einen großen Mann, dieser ritt durch einen geteilten Pfad der einst zu einem prachtvollen Ritterorden führte. Dort gab es einen dunklen Stein um den sich ein schreckliches Spiel drehte. Dabei musste jedes Mal ein junger Kämpfer aus dem Volk der Shiekah ausgewählt werden. Dieses Volk war in einer Parallelwelt, der Schattenwelt. Dieses große Spiel wollte der Reiter spielen. Langsam schritt sein schwarzer Hengst, Eporon, immer weiter auf das verfallene Ordensgebäude zu. Nachdem der geheimnisvolle Mann sein wildes Ross an einem morschen Baum festband, trat er in das von Pflanzen und Tieren wimmelnde Gebäude ein. Der Mann, der seinen Namen auf seinen Reisen längst vergessen hatte, sah das große Tor und fühlte sich beobachtet. Trotzdem trat er ein. Leise knarrten die Dielen und mit jedem Schritt seiner schwarzen Stiefel kroch mehr Gewürm aus dem zerfressenen Boden. Würmer, kleine Schatten, ehemalig ein Ordenshaus voller Stolz, nun verlassen, dunkel, gefährlich...
Immer weiter drang er hinein, bis er vor einer schwarz lackierten Tür stand. Doch im Hintergrund zischte es, und in der Dunkelheit, blitze ein Schwert auf. Mit einer fließenden Bewegung zog er seinen schweren Kriegshammer und versuchte das Schloss der Tür zu zerschmettern und so vor der Gestalt zu fliehen; in einem schwarzen Blitz wurde er zurückgeschleudert und man erkannte zum ersten mal sein Gesicht...
Er sagte: "Ah, die Hauptperson des Spiels, der große Shiekah" und lachte ironisch. "Aber erst die Prüfung, beweißt, ob du würdig bist" und der Schemen stürzte sich auf den wehrlosen Mann der noch von den Folgen des Blitzes zusammengekrümmt auf dem Boden lag. Der benommene Shiekah streckte seinen Hammer in die Höhe um den Hieb des Schwertes abzuwehren, doch durchschnitt die eiserner Klinge diesen.
"Da du nicht fähig bist, solltest du weglaufen!" flüsterte die Gestalt bestimmend. "Gebt mir noch eine Chance" stotterte der Gedemütigte, "Kämpft noch einmal gegen mich, aber diesmal ohne Waffen! Ich bin hierher gekommen um zu lernen, ich hörte hier lebte ein alter Shiekah-Orden, der Geheimnisse über das Spiel besitzt, das über Leben und Tod entscheidet, und über den Stein. Ich besiege euch und hole mir dann die Informationen!" Der Schatten warf seine Kapuze zurück, ein ebenmäßiges Gesicht zeigte sich. "Mich besiegen, den 113. Meister des Shiekahismus! Mit bloßen Fäusten!" lachend warf er seinen Kopf zurück.
Der junge Shiekah rannte auf den Shiekaisten zu, doch dieser nutze die Dunkelheit und erschien von einer Sekunde auf die nächste in einer anderen Ecke. "Du besitzt Mut. Sollte es dir möglich sein, dich dem schwarzen Stein lebendig auf drei Schritte zu nähern, stimme ich einem Kampf zu!"
meinte der Scheme.
"Das ist bestimmt nur ein Trick um mich hinterhältig zu ermorden!" erschallte es aus der Kapuze die der Mann nun wieder aufsetzte, "Geht ihr voran, ich folge euch in sicherem Abstand." Langsam gingen die zwei ungleichen Geltalten durch die, nun doch geöffnete, Tür. Dabei drehte sich der Shiekahmeister zu dem Mann um und sprach: "Ich habe schon gemerkt das du keine reine Shiekah-Seele besitzt da is noch etwas anderes in dir..."-"Ja, das stimmt, meine Mutter ist stammt vom Schattenvolk ab. Warum interessiert euch das?" Doch der Meister antwortete nicht. Ohne weitere Fragen liefen sie weiter auf den Mittelpunkt des Gebäudes zu.
Dort war eine große Halle, in deren Mitte ein Podest mit einem faustgroßen Stein stand. Der Shiekah und sein Begleiter, der Schattenshiekah, wichen vor der dunklen Aura des schwarzsilbern schimmernden Klümpchens zurück. "Was passiert wenn man zu Nah an ihn heran geht?" fragte der Schattenshiekah. "Du wirst zu Staub zerfallen." lachte der Shiekameister kalt." Außer du besitzt genug Willenskraft dem Sog des Steines zu widerstehen"
Der Schattenshiekah holte einmal tief Luft, ging auf den Stein zu und spürte die enorme Energie des Steins. Ein Schritt, noch acht Schritte vom Stein entfernt. Die Kraft der schwarzen Substanz war jetzt schon sehr deutlich zu spüren.
Und auf einmal ein Energiestoß. Der Mann schreckte hoch, erkannte das er geträumt hatte und fand sich in einer Steppe wieder. "Eine Steppe, wo bin ich? Immer wieder der gleiche Traum... Bin ich zu schwach? Ich muss das Haus finden... und den Stein. Man verlässt sich auf mich..." Mit diesen Worten schlief er wieder ein.
Nach vielen Stunden wurde er von einer wunderschönen Frau gefunden.
Als er wieder erwachte fand er sich auf einem Haufen Stroh in einem schön gezimmerten Stall wieder, neben ihm ein Glas mit, noch warmer, frischer Milch und einem großen Brotlaib. Voller Heißhunger verschlang er beides als sich die Stalltür öffnete und eine junge Frau mit langem, nussbraunem Haar erschien und sagte: "Guten Tag, werter Herr. Wie geht es euch?" Völlig perplex stammelte er: "Ich fühle mich wie vom Blitz getroffen. Wer seit ihr und wo bin ich hier und wo ist Eporon? Was ist passiert?"-"Ich habe euch fiebernd in der Steppe gefunden und euch hier gepflegt. Euer Pferd ruht sich mit unseren anderen Pferden aus. Aber wer seid ihr eigentlich?"-"Ich weiß es nicht. Ich erinnere mich an nichts. Ich reise nun schon viele Tage durch die Steppe und erinnere mich nur an eine Shiekahfrau, ich glaub meine Mutter, und einen weißen Blitz indem sie verschwand... Wer seid ihr?"-"Ich, ich bin nur ein Farmmädchen. Man nennt mich Malon..."
"Vielen Dank, Malon, ich stehe in Eurer Schuld" Im gleichen Augenblick griff sich der junge, blonde Mann schmerzverzerrt an seinen Kopf. "Oh, geht es ihnen nicht gut? Ich hole schnell meinen Vater, er kann ihnen bestimmt helfen." Mit diesen Worten stürmte sie aus dem Stall. Leise hörte man noch: "Wenn er nicht wieder schläft..."
Währenddessen musterten die roten Augen des jungen Shiekahs, den Stall und obwohl sein Kopf schmerztze und sich leer anfühlte, so genoss er den Geruch nach Stroh und das Gefühl das sich jemand um ihn sorgte. Gerade als eine zweite Schmerzattacke ihn schüttelte kam Malon zurück. Ihren Vater, welcher sich noch verschlafen die Augen rieb, zerrte sie beinahe hinter sich her. "Mein Kind, was hast du es denn schon wieder so eilig?" Meinte er. Sie brüllte ihn beinahe an: "Unser Gast hier hat Schmerzen und du denkst nur ans Schlafen! Kümmre dich gefälligst um ihn!"
Malons Vater erwiderte nichts und sah sich den jungen Shiekah an. "Ui, ui, ui. Bist du von 'nem Goronen überrollt worden oder zwischen zwei Magier geraten? Das sieht echt übel aus... Malon reite mit Epona schnell nach Kakariko und besorge je ein rotes und grünes Elixiere von Asa! Aber beeil dich; bei solchen Verletzungen die er da hat kann man einfach plötzlich Umkippen." Malon rannte schnell aus dem Stall, ihr Vater rief ihr noch nach: "Frag Basil ob er dir ein paar Rubine für die Elixiere leiht." Darauf meinte der Shiekah: "Kakariko, was ist das? Irgendetwas verbinde ich damit... ooh mein Schädel!!!" Mit diesen Worten kippte er vornüber. Der Farmer machte sich nun wirklich Sorgen und trug den Jungen zum Kamin ins Haus.
Viele, mit Fieberträumen gefüllte, Stunden später wachte der blonde Shiekah, in warme Felle gehüllt und stark schwitzend, wieder auf. Er hatte geträumt. Normalerweise wäre das nichts besonderes, doch dieser Traum war ihm so realistisch vorgekommen: In diesem Traum war er ein Mädchen gewesen und in der Kulisse eines brennenden Schlosses wurde er von der Shiekah-Frau, deren Aussehen ihm irgendwie bekannt vorkam, aus dem Schloss auf ein Pferd getragen und ritt dann mit ihr durch eine brennende, mit kämpfenden Hylianern und Gerudo-Frauen gefüllte Stadt...
'Impa', dieser Name und das Bild der stattlichen Shiekah-Frau waren das letzte was er dachte bevor er zurück in einen fiebrigen Schlaf fiel.

 

Am nächsten Morgen wurde die kühle Morgenluft durch Kampfschreie aufgewirbelt. Ein Kriegshammer lag angelehnt an der Wand des Hauses und ein Schwert surrte durch die Luft, gehalten von dem sich besser fühlenden Kämpfer. Er trainierte.
Die Elixiere, die Malon spät in der Nacht dem fiebrigen Kämpfer eingeflösst hatte, hatten wahre Wunder bewirkt. Immer schneller schwang er seine Waffe, inzwischen hatten sich einige Farmbewohner um den stattlichen jungen Mann angesammelt. Auf einmal trat einer der Zuschauer, ein schnurrbärtiger breitschultriger Mann, aus der Menge und sagte: "Ich bin Basil, der auserwählte Mann des Königs hier auf der Lon-Lon-Farm. Du scheinst ja ganz gut zu sein aber es scheint dass du es noch nicht verstanden hast. Außer den ausgewählten Kämpfer Ganondorf Dragmires darf niemand in Hyrule noch eine Waffe tragen! Ich mache dir einen Vorschlag gib mir dieses Schwert oder kämpfe gegen mich. Doch ich warne dich. Ich bin der beste Kämpfer dieser Farm! Gewinnst du lasse ich dich ziehen und deine lächerlichen Schwerter mit dir, doch verlierst du, bringe ich dich zu Ganondorf und er macht sicher keine Deals mit Gesetzesbrechern..."
Malon stampfte aus der Menge in Richtung Basil und zeigte wer die Farm führt. Der junge Kämpfer hörte nicht wirklich hin und packte seine Sachen zusammen, er schnappte gelegentlich Beschimpfungen auf und eine gewisse Story wie Basil betrunken in Hyrule auf dem Markt war und Malon sich um ihn gekümmert hatte. Malon schnappte sich den Kämpfer um mit ihm zu reden.
"Was fällt dir eigentlich ein?! Gestern lagst du noch halbtot im Fieberschlaf und heute kämpfst du schon wieder, mit Waffen die du nach dem Gesetz Ganondorfs nicht einmal besitzen darfst!" Der Gescholtene wich zurück. Ruhiger sprach sie dann: "Wenn du dir weiterhin Ärger einhandeln willst, na gut, aber klüger wäre es sie in Zukunft zu verstecken."
"Ganondorf?"-"Ja Ganondorf, sag bloß an den kannst du dich nicht erinnern?"-"Ich kenne nicht mal meinen Namen..."
"Das gibt’s doch nicht... also du bist doch ein Shiekah."-"Kennst du ein Anderes Volk mit roten Augen?"-"OK, dann bist du ab jetzt... Shiek!!!"-"Shiek...ah..." Erwiderte der Kämpfer mit rollenden Augen. "Wenn er dir nicht passt; ich kann nichts für deine Amnesie!" erwiderte sie eingeschnappt. "Ist ja gut..." Shiek schaute in den Himmel und genoss das blau und den Duft des Windes, doch irgendwas machte ihm Angst, eine Ahnung dies alles könnte verschwinden. "Komm erstmal mit ins Haus. Es gibt gleich Frühstück." forderte sie ihn freundlich auf.
"Ja, ich komme gleich." Doch Shiek hatte tief in sich das Gefühl zur Last zu fallen. Und der Traum mit dem Ritterhaus, dem Steinchen und er als Mädchen, gingen ihm nicht aus dem Kopf. 'Ich muss Eporon holen und gehen...' dachte er sich.
Doch als er sich gerade aufmachen wollte, Eporon zu holen, fiel ihm ein, dass er ja gar nicht wusste, wo der Pferdestall war. Schnell lief er hinter Malon her, doch sie war schon im Haus verschwunden. Schnell rannte Shiek ihr nach. Im Wohnraum angekommen, sagte er zu ihr: "Es ist wirklich sehr nett wie ihr euch um mich kümmert doch ich will euch nicht länger zur Last fallen...."-"Uns zur Last fallen? Wovon sprichst du?" fragte die völlig erstaunte Malon den durch das Schwerttraining immer noch erschöpften jungen Mann.
"Ich muss gehen, es wird Zeit." Verdutzt schaute Malon Shiek an, doch dieser war in Gedanken. Er fühlte sich wohl auf der Farm, doch dieses Gefühl, er würde die lieben Menschen hier in Gefahr bringen, lies ihn nicht los.
"Du kannst doch noch gar nicht gehen! Gestern ging’s dir noch so schlecht. Bleib doch wenigstens bis Morgen. Ich könnte dir die Farm zeigen."-"Nein, das verstehst du nicht, ich glaube, meine Vergangenheit birgt ein dunkles Geheimnis, das euch und alle hier in Gefahr bringen könnte..."
Doch Malon ließ sich nicht abwimmeln. Nach langem hin und her, das Frühstück war schon längere Zeit verputzt, sagte der nun doch überredete Kämpfer: "OK, ich bleibe, aber ich werde morgen früh von hier verschwinden. Aber ich hoffe, dass ich kein Unheil über diese Farm bringen werde." Malon jubilierte: "Juchhu! Los komm mit" Und mit diesen Worten zog sie den weißblonden Shiekah mit sich, um ihm die Farm zu zeigen. Ihr Vater lächelte und sprach zu sich selbst: "Die arme Malon, warum sucht sie sich nur immer ausgerechnet die Jungen mit dunkler Vergangenheit heraus..."
Malon hielt Shieks Hand und ging voran, doch Shiek lies das kalt. Er fragte sich lediglich, warum sie so interessiert an ihm war und ihm half. Abends saßen beide auf dem Dach und schauten sich die Sterne an. Sie flüsterte: "Sieh, der Mond ist heute riesig groß und wie schön die Sterne funkeln! Es sieht so wunderschön aus." Und sie lehnte ihren zierlichen Kopf auf seine Schulter. Das lange, nussbraune Haar kitzelte ihn an der Nase. Sie schloss ihre rehbraunen Augen. Der vollkommen überrumpelte Shiekah drehte seinen Kopf langsam zur Seite und sah die junge Maid mit seinen roten, jetzt verwirrten Augen mehrere Sekunden lang an und äußerte dann: "Ääh, hmm, ja, wenn du das meinst..." Er war mit dieser Situation überhaupt nicht zufrieden, sie kam ihm irgendwie so falsch vor.
Während die beiden noch auf dem Dach saßen schlich sich ein dunkler Schemen in den Stall. Mehrere Minuten später hörte man Hufgetrappel und sah einen Reiter in Richtung Hauptstadt, dem Regierungssitz des neuen Königs Ganondorf, davon gallopieren.
Doch die beiden auf dem Dach schöpften keinen Verdacht, Malon da sie sich völlig von auf die Nähe Shieks abgelenkt worden wurde und der arme Shiekah, da ihn ihre Berührung so verwirrte. Vorsichtig rückte er ein paar Zentimeter von ihr ab, doch Malon nahm dass als Aufforderung ihren Kopf auf seinen Schoß zu legen. Shiek sprach nun, es wurde ihm wirklich zuviel, leicht verärgert zu Malon: "Lass das, kennst du mich überhaupt richtig?"
Sie schnellte auf und schaute ihn mit ihren großen Augen an, in denen sich das Licht der Sterne Spiegelte. Mit leicht zitternder Stimme sprach sie: "Aber ich dachte du magst... Ich hab dich doch gerettet... Du hast doch die ganze Zeit..."
Sie brach ab. Tränen sammelten sich in ihren Augen. "Ich wurde doch schon so oft abgewiesen." schluchzte sie, " Immer wenn ich dachte DAS ist er, ist er gegangen... oder hatte schon eine andere... oder er hat mich zurückgewiesen! Lass mich das nicht noch einmal erleben. BITTE!"
Völlig perplex sah Shiek sie an: "Ich glaube du steigerst dich da grad in etwas rein..."
"Hast du denn überhaupt keine Gefühle?! Als ich dich sah... Dort auf der Steppe... Ich habe mir sofort gedacht: 'Bitte las es endlich den Richtigen sein!', dann auf der Farm, du warst so nett und einfühlsam zu mir... Du schienst dich nach Liebe zu sehnen." Sie stockte kurz "Und jetzt bist du kalt wie ein Stein! Warum immer ich?" Sie vergrub ihr Gesicht in ihren Händen. Daraufhin meinte Shiek einfühlsam: "Es tut mir Leid... Aber ich weiß auch nicht genau... Irgendwas in mir drin will, dass ich von hier weg gehe." Malon schluchzte: "Ignoriere es, Shiek, bitte bleib bei mir..."
Shiek sah zum Mond, es schien ihm vertraut in solchen Situationen die Antwort im Himmel zu suchen. In dem Augenblick, als sein Blick den Mond streifte, schoss ihm ein Bild in den Kopf, das Gesicht eines kleinen, blonden Mädchens, dass sich in einer Scheibe spiegelte. Hinter dieser Scheibe erblickte Shiek den Mond und die Silhouette eines braunen Pferdes und eines jungen grünen Reiters zeigte sich auf der Steppe.
Ein erneutes weinerliches Schluchzen von Malon zog Shiek aus dieser Vision.
Shiek nahm Malon in den Arm und ein anderer Geist in ihm sagte mit seiner Stimme: "Malon, das gute Herz das du besitzt, wird den Göttinnen aufgefallen sein, sie werden das Schicksal zu deinen Gunsten lenken. Wir sind 15, das Leben wartet noch, lass die Einsamkeit nicht über dein Herz gehen, auch wenn man Angst vor ihr hat und sie unterliegt, ich kenne dieses Gefühl. Glaube und Hoffnung sterben immer zuletzt, höre nie auf zu Glauben."
Malon hörte auf zu weinen und erschrak leicht. In ihrem Gesicht lag Verständnis, Verständnis über die Last die sie auf den Schultern ihres Freundes ahnte. Shiek hingegen lies von Malon ab und kämpfte mit sich selbst. 'Woher kamen diese Sätze, woher die Vertrautheit und die Trauer um dieses Gefühl der Einsamkeit?... Ich brauche Antworten, ich muss in die Heimat, etwas stimmt nicht mit mir...'
Er sagte zu Malon: "Kann ich dich um einen Gefallen bitten?"
"Ja." erwiderte sie leicht zögerlich.
"Bitte kümmere dich noch eine Weile um Eporon, ich muss für ein paar Tage in meine Heimat, ich brauche Antworten und unterbreche solange meine Reise zu dem geheimnisvollen Ritterorden."
"Ich hüte ihn wie meinen Augapfel"
Shiek schloss die Augen. Er sprach in einer für Malon unverständlichen Sprache, die die Dunkelheit der Nacht beeinflusste. Sie schlang sich um ihn, langsam wurde sein Körper verschwommen und als der Wind die Schatten wegblies, war der junge Mann verschwunden.
Shiek genoss dieses Gefühl, es fühlte sich befreiend und erleichternd an... Als er seine Augen wieder öffnete, sah er einen roten Mond, schwarze Erde und eine reine, aber dennoch angenehme Dunkelheit.
In seinen Gedanken formten sich die Worte 'Daheim, die Schattenwelt...'
Er wusste zwar nichts von seiner Vergangenheit, doch nun kam ihm alles irgendwie vertraut vor, diese Welt sowie die Worte die ihn hierher brachten. Einzelne Erinnerungsfetzen schwirrten ihm im Kopf herum. Er sah vor sich einem Plan, auf dem ein markanter Hügel zu sehen war, doch darauf war ein dunkles Schloss abgebildet. Wahrscheinlich ein Bauplan einer Stadt...

 

Er sah sich in seiner Heimat um und ein Hügel stach hervor, ein Hügel mit einer Treppe aus weiß-grauem Marmor. Durch den roten Mond gestärkt rannte er zu diesem Hügel, und stieg die Treppen hoch, bis er zu einer Terrassen ähnlichen Plattform kam. Ein kunstvoll verziertes Geländer begleitete die Treppenstufen und endete an der Plattform, als ob sich dort etwas verstecken würde.
Shiek jedoch ging an das seitliche Geländer und die Erinnerung an seine Mutter verdeutlichte sich vor ihm. Er sah sie wie sie ihn an dieses Geländer legte und eine Zauberformel sprach.
Shiek wiederholte die Worte Gedanken versunken und ein starker Wind kam auf. Der Wind fegte über die Plattform und es schien als ob die Welt, die man von der Plattform sah durch diesen Wind weggeweht wurde. An dessen Stelle zeigte sich eine prächtige Stadt, mit Straßen aus demselben weißgrauen Marmor, den man in Kombination mit schwarzen Marmor an den Wänden wiederfand.
Shiek las auf einem Schild am Eingang: "Shihunen, Hauptstadt der Schattenwelt und Reich der Shiekahs"
Ihm sprangen vor Staunen fast die Augen aus dem Kopf. Zwar bedrückend doch auch prächtig war die überwiegend aus schwarz-weißen Häusern errichtete Stadt, hinter dem an einem etwas vor verlagerten Felsen befestigten Ortsschild, welche von hier oben fast unbewohnt schien.
Gewand sprang er die fünf Meter von der Plattform, er war ja ein Shiekah, und lief, nein, rannte auf das monumentale Eingangstor zu an dem schon die ersten Leute in schwarz-silberner Tracht, bewaffnet mit kunstvollen, an den Armschienen befestigten Sichelklingen, ähnlich den Flossen der Zora, zu sehen waren, wahrscheinlich eine Art Grenzwächter...
Er rannte weiter und schlug währen des Laufens sogar ein paar für Shiekah so typische Salti, so aufgeregt war er...
Wie auf Kommando sprangen die Wächter auf und erwarteten den jungen Shiekah mit gezückten Waffen...finster blitzten ihre Augen. Eine der Wachen donnerte dem jungen Kämpfer mit tiefer Stimme entgegen: "Wir haben dich schon erwartet, Serki! Wir wissen um deinen Packt mit Ganon! Versuch erst gar nicht zu kämpfen gegen 10 mit Suras bewaffnete Shiekah hast selbst DU keine Chance!"
Inzwischen war Shiek mit verwirrtem Gesichtsausdruck stehengeblieben, nur zwanzig Schritte von den kampfbereiten Shiekah entfernt, sodass sie sein Gesicht nun besser sehen konnten...
Er hob seine Hände zum Zeichen der Unterwerfung und stammelte: "Serki??? Ich heiße Shi..." er stockte kurz "ääh genauer gesagt ich kann mich nicht an meinen echten Namen erinnern...Aber Serki" Er sprach nun spöttisch "...Nein, da müsst ihr euch einen anderen Deppen suchen. Ich weiß nicht, was ihr meint! Und einen Pakt mit Ganondorf..." Seine Augen blitzten kurz bläulich auf als wollte etwas aus ihm herauß "...Glaubt ihr wirklich ich würde einen Pakt mit diesem... Mit diesem... Diesem Schwein schließen?! Mein derzeitiger Name ist Ze... Shiek und nicht Serki!" mit diesen Worten senkte er die Arme und zog seine Schwerter: "Jeder der mich noch ein mal einen Vasall Ganondorfs nennt schmeckt diese Klingen!" Seine Augen waren nun eines rot, wie Flammen und Glut, das andere blau, wie ein stürmischer See...
Der Kommandant, der diesen Ausbruch anscheinend als Bestätigung seiner Worte sah, sah den jungen Kämpfer feindselig an: "Ich dachte eigentlich, dass du, als mein ehemaliger Schüler, klüger währst und nicht mit so einer billigen Geschichte kommen würdest!" Er hob den Arm " Es tut mir Leid... los, Angriff!"
Die Shiekah stürzten sich auf ihn.
Shiek war vorbereitet. Klinge schlug auf Klinge. Shiek wirbelte in einem Geflecht aus Metall um sich. Schreie. Alles verschwamm vor seinen Augen und wurde zu einem nicht mehr voneinander unterscheidbaren Wirbel aus Farben. Dann ein scharfer Schmerz an seiner Seite, er taumelte, stürzte. Alle Geräusche wurden dumpf, die Umgebung, eben nur verschwommen, verdüsterte sich bis er in eine dunkle Bewusstlosigkeit hinüber glitt...
Als sich das Bild vor seinen Augen wieder aufklarte, sah er zwei Kinder in einem Garten. Ein kleines blondes Mädchen und einen blonden Jungen. Das Mädchen trug eine kleine Krone und der Junge war komplett in grün gekleidet. Shiek fühlte etwas als er dieses Bild sah. Etwas was er vermisst hat und nie hatte seit er denken kann, er fühlte Glück und Freude.
Im nächsten Augenblick sah er wieder eine zerstörte Stadt, Impa die Shiekah und noch jemanden am Horizont. Eine große braungebrannte, beinahe gelblich gefärbte Person, mit roten Haaren. Aus der Richtung dieser Person kam ein Gelächter das Shiek das Blut in den Adern gefrieren lies. Er fühlte sich sonst so stark, doch in diesem Moment, fühlte er sich schwach, erbärmlich und zu nichts fähig.
Es schien ihm als beobachtete er alles was geschah. Er sah wie Impa und das Mädchen weit weg ritten und sich von der rothaarigen Person entfernten. Impa schien selbst als Shiekah, in diesem Moment große Angst zu haben. Er wunderte sich als sie die Augen schloss und genau die Zauberformel benutze, die er selber kurze Zeit vorher benutzte.
Plötzlich war da ein Geräusch, Shiek wachte auf und konnte nicht sagen ob die Beobachtungen ein Traum oder Erinnerungen waren...
Das erste Gefühl, das er hatte, war Kälte; Kälte aus dem rohen Steinboden, auf dem er lag. Er konnte noch so deutlich die wohlige Geborgenheit seines Traums fühlen, dass sein Körper von der Berührung der kantigen Steine aufzuckte... Die falsche Entscheidung, denn mit dem Aufrichten kamen die Erinnerungen an den Kampf vor der fast erreichten Shiekah-Stadt auf und mit ihnen der Schmerz... Der Schmerz warf ihn zurück auf den Boden... weiße Blitze zuckten vor seinen geschlossenen Augen auf und er drohte wieder in Ohnmacht zu sinken. Verdammt, welche Macht hatte ihn gelenkt? Er war einfach ausgerrastet, als diese Leute ihn als Verbündeten Ganondorfs bezeichnet hatten... Wieder eine Hasswelle auf diesen Mann, den er gar nicht kannte, doch dessen Name ihn so erzürnte...
Langsam öffnete Shiek ein Auge. Dann drehte er seinen pochenden Kopf zur Seite und musterte die Stelle an der er von den -Wie hatte dieser eingebildete Schnösel seiner Gefolgsleute Waffen bezeichnet? Ach ja, Suras- verwundet worden war.
Es dauerte eine Weile bis sich seine Augen an das dämmrige Licht gewöhnt hatten... Ein blutgetränkter Verband zierte seinen Bauch. Jetzt da er wusste, was ihn so schmerzte tat es noch mehr weh.
Er tat einen langen Atemzug, auch wenn ihm das ein stechendes Ziehen bescherte. Das sah schlimm aus.
Langsam nun, er hatte nicht vor ein weiteres mal das Bewusstsein zu verlieren, biss Shiek die Zähne zusammen und stemmte seinen schmerzenden Körper hoch, kroch in eine Ecke und lehnte sich dort mühevoll an die Wand. Eine kurze Verschnaufpause.
Nach einer Weile wurde sein Atem ruhiger und er schaffte es seine Steinerne Zelle, denn wahrscheinlich befand er sich in einer solchen, zu mustern.
Eine kleine, mit dicken schwarzen Streben vergitterte Luke in mehreren Metern Höhe schickte einen Strahl des schwarzgelben Lichts auf den, direkt aus dem grauen Fels gehauenen, kahlen Zellenboden, der direkt in die rauen Wände überging, welche ihm unsanft ihre Kanten in den Rücken drückten. In einer der Ecken stand ein Krug mit Wasser. Etwas zu Essen konnte er nicht erkennen, welches er in seinem Zustand wahrscheinlich sowieso nicht herunterwürgen könnte.
Shiek lehnte seinen Kopf an die Wand und driftete nach einer Weile in einen Wachschlaf hinab, in dem er zwar seine Schmerzen noch wahrnahm, doch erschienen sie ihm eher dumpf und nicht so stechend.

 

Kurz glaubte er wieder vor der Tür zu stehen, die zu der Halle des Steins führte. Er streckte die Hand aus, die Tür öffnete sich und ein stechender Lichtstrahl fuhr in seine roten Augen.
Unsanft wurde er aus seinen Träumen gerissen. Erst wusste er nicht wo er war, doch dann erkannte er die, von der nun geöffneten Zellentür angestrahlten, Felswände. Er hatte schon geglaubt, der Gefangenschaft entronnen zu sein.
Schwere, laute Schritte schmerzten seine Ohren. Durch die geöffnete Tür kam ein, in eine schwarze Lederrüstung gewandeter, Mann. Sein Blick schweifte durch die Zelle und verrharrte auf dem, in einer Ecke kauernden, Shiekah.
Er packte diesen und zerrte ihn hoch. Shiek entkam ein langgezogener Laut des Schmerzes... Sein Peiniger achtete nicht darauf: "Warum will sie gerade DICH sehen, so eine schlechte, verweichlichte Memme... Egal." Er zog den, fast einen Kopf kleineren Shiek, auf den Gang. Das Licht der Fackeln brannte unangenehm in seinen Augen, sodass er den schwarz gewandeten nicht erkennen konnte: "Wer bei Farore will mich sehen?" Stöhnte er. "Lady Impa! DIE Lady Impa! Ich weiß sie ist die..." Weiter kam er nicht, da ihn der Verwundete unterbrach: "Impa?! Wer ist das?"-"Impa... Impa, das weist du nicht?!?" Er schaute den Verletzten ungläubig an, der sich seine Arme um den schmerzenden Bauch geschlungen hatte "Impa..." er geriet ins Schwärmen "Sie ist die erste Shiekah-Frau die es höher als den Rang einer Meisterin geschafft hat. Außerdem die Duchessa von Kakariko, die Leiterin des Widerstands, die ehemalige geheime Abgeordnete an Schloss Hyrule, stellvertretende Stadthalterin von Shihunen, die 113. Shiekahistmeisterin und die schönste Shiekari der Welt! Wenn ich sie mit einem Wort beschreiben müsste: Sie ist Übermächtig!" Seine Stimme wurde jetzt wieder nüchtern; er warf einen gefühlslosen Blick auf den Gefangenen: "Und so einen wie dich, Serki, will sie sehen!"
Mit diesen Worten öffnete er eine Tür und warf den Verwundeten hinein. In dem Raum war es so dunkel, dass man überhaupt nichts erkennen konnte. Gerade als Shiek sich aufrichten wollte landeten um seinen gesamten Körper herum tödliche Nadeln, von denen keine mehr als einen Millimeter entfernt in dem Boden steckte. Wer immer diese auch geworfen hat hat ihn absichtlich nicht getroffen. Nachdem sich seine Augen langsam etwas an die Dunkelheit gewöhnt hatten bemerkte er plötzlich eine Rauchwolke, die noch dunkler war als alles herum. Aus dieser trat eine schöne Frau, die dem am Boden liegenden bekannt vorkam.
Mit rauchiger Stimme sprach die Gestalt: "Zelda... Es tut mir so leid Eure Hoheit, aber die Wachen mussten so handeln, wenn es wirklich Serki gewesen wäre... Du bist ihm ja schon einmal begegnet. In dem Ordenshaus bei der Okkultation." Shiek starrte den Schemen komisch an, er verstand gar nichts, was sie gesagt hatte: "Entschuldigung, sie sind Impa? Zelda? Ich bin ein Junge!" Sein Gegenüber blinzelte ungläubig: "Oh, ich wusste nicht WIE stark der schwarze Orb deine Persönlichkeit verändert hat..."-"Der schwarze Orb???"-"OK, ich muss weiter ausholen. Komm mit." Mit diesen Worten berührte sie ihn an seinem Kopf und schloss die Augen. Ein seltsames Gefühl durchströmte Shiek; die sowieso schon schwarze Welt verlor jegliche Farbe. Die Wände wurden durchsichtig, gaben den Blick auf die umgebenden Räume preis. Dann verzerrten sich die blassen Konturen und wurden zu einem schwarzen Wirbel aus Dunkelheit, Schatten und Kälte. Shiek saß immer noch in der gleichen Haltung. Impas Hand vergraben in seinem Weißblonden Haar.
Die Schatten zogen sich in die Länge und manifestierten sich wenige Sekunden später in einem Raum, in dem ein Kamin behaglich flackernde Lichter auf die Wände und Wandteppiche warf.
Impa nahm ihre Hand weg, sodass Shiek, nun ohne Stütze, vornüberkippt. "Ups. Es tut mir leid. Das ist das erste mal Schattengehen für dich?! Dumm von mir ich hätte dich warnen sollen." Meinte die Shikari. Sie trug den leicht benommenen Kämpfer zu einer Couch wo sie ihn hinab ließ, um dann in ein Nebenzimmer zu rennen, wo sie gleich darauf einen Koffer mit verschiedenen Ampullen und Kräutern herbeiholte.
Impa verarztete den jungen Kämpfer und ging mit schnellen Schritten in Richtung des größten Gebäudes von Shihunen. Impa ging durch mehrere Hallen in besagtem Gebäude, riss zwei riesige Marmortore auf und brüllte: "Wo ist der Rat der Shiekah! Die ganze Welt ist in Gefahr."
Eine geheimnisvolle Gestalt in einem goldverzieten, lilanen Umhang ging von einem Podium in Impas Richtung.
"Wie könnt ihr es Wagen in diesen mächtigen Hallen eure Stimme so zu erheben!"-"Meister Shihun, es tut mir Leid, aber die Prinzessin des Schicksals, sie ist mit dem schwarzen Orb in Berührung gekommen."-"Das kann nicht sein, meine Ahnen, die diese Stadt erbauten, versiegelten die Kräfte des schwarzen Orbs."-"Meister Shihunen, sie hat ihr Gedächtnis verloren, Serki hat meine Gestalt angenommen, um sie auf die Jagd nach dem Orb zu schicken."-"Woher wisst ihr das, Lady Impa?"-"Ich konnte mithilfe von viel Kraft die letzten Ereignisse in ihrem Gedächtnis abrufen. Der Orb hat die restlichen Gedanken versiegelt."-"Serki wird den Orb an Ganondorf weitergereicht haben, dieser elende Verräter! Impa, wir müssen den kompletten Rat einberufen und über die weitere Vorgehensweise beratschlagen. Erzählt ihr nicht wer sie ist, lasst sie in dem Glauben, ein Junge zu sein."
Impa verbeugte sich, entfernte sich aus dem Ratsgebäude und lief in Richtung eines großen Hauses, ihre Residenz.
Inzwischen war Shiek auf der Liege wieder zu sich gekommen. Er machte sich gerade Gedanken darüber, was bei allen Göttern des Triforce ein "Zelda" war und was sie da mit ihm gemacht hatte. Sein Körper fühlte sich gleichermaßen kalt, wahrscheinlich eine Folge des Schattengehens, an, sowie wohlig warm und beschützt. Irgendetwas an dieser Impa ließ ihn sich behütet und sicher fühlen.
Just in diesem Augenblick stürmte Impa in den Raum.
Eine Pause entstand. "Geht es dir besser?" Fragte Impa dann. Shiek ging nicht auf die Frage ein: "Was meintest du damit: ich sei eine 'Zelda'???"
Impa überlegte fieberhaft, wie sie diese Frage im Sinne des Rates beantworten könnte.
"'Zelda' bedeutet Kämpfer des Schicksals" Stammelte Impa. "Ich habe es in deinen Augen gesehen."
"Aha." Antwortete Shiek missmutig.
"Ich bringe dich zum Rat der Shiekah, dann wirst du deine Antworten auf die Fragen bekommen, die ich in deinem Geiste sah."
Shiek aß mürrisch die Schwarzen Süßholzwurzeln, die Impa ihm mitgebracht hatte. Er wollte schon zu der Pforte hinaus, aus der Impa zurückgekommen war, als sie ihn zurückrief: "Halt! Glaubst du echt, dass du in deinen jetzigen, ähm, Gewändern vor den großen Rat treten willst?"-"Wieso nicht?" Er blickte an sich herab. Die zerfetzte, grauschwarze Tunika, den von Impa erneuerten Verband, die dunklen, dreckigen Stiefel, die schmuddelige, mit einzelnen Strohstreifen geschmückte, leicht angekokelte, Hose, die Handschuhe, die lange keine nichtrissige Stelle aufwiesen...
"Oh... Vielleicht doch keine sooo gute Idee" Er schaute Impa fragend an. "Ich habe im Nebenzimmer einen Trog mit Wasser zum Waschen und eine angemessene Shiekah Tracht hingelegt. Shiek ging in das, von ihr gezeigte, Kämmerchen, anders hätte man es nicht beschreiben können, zog die Tür zu, entkleidete sich bis auf den Verband und ließ sich in das Wasser gleiten. Und sprang sofort wieder heraus. Eiswasser, Eiswasser, denn viel wärmer war es nicht. Shiek nahm sich ein Tuch von der Kante des Bottichs und vollzog die weitere "Waschung" in gebührendem Abstand zu dem Wasser. Als alles geronnene Blut weg war, suchte der, zwar saubere doch frierende Kämpfer die von Impa als Shiekahtracht bezeichneten Klamotten.
Auf einer Bank lag ein blauweißer Stoffhaufen. Shiek entfaltete ihn, ja, es waren die Klamotten, und zog ihn an. Ein eng anliegender Kampfanzug in den Farben weiß und blau, nur auf der Brust war ein Zeichen in roter Farbe aufgenäht. Geschmückt von dreieckigen Wimpern floss eine rote Träne aus dem geschwungenen Auge. Das ganze wurde von einem weißgrauen Umhang umhüllt.
"Bist du langsam fertig?" Schallte es aus dem Kaminzimmer. Gerade in diesem Augenblick trat Shiek in voller Montur aus dem Baderaum. "Kann ich meine Schwerter wiederhaben?"-"Mit in den Rat?!? Selbst ich darf dort keine Waffe tragen!"- "Ist ja OK."
Impa ging aus dem Raum und der frisch Gewandete folgte ihr.
Vor dem Haus stand eine Kutsche aus schwarzem Holz, in die die beiden einstiegen. Die Fahrt über wurde kein Wort gewechselt und Shiek betrachtete die niedrigen schwarzweißen Behausungen. Nur selten erspähte er einen ihrer Bewohner, sie fuhren wohl durch einen eher weniger bewohnten Bereich der Stadt. Doch alle die er sah trugen allesamt Schwerter oder andere Waffen.

 

Als die Kutsche endlich stehenblieb und die beiden Shiekah ausstiegen, fielen Shiek fast die Augen aus dem Kopf. Ein riesiges, nein, gigantisches Bauwerk erhob sich vor seinen Augen. Es war aus kohlrabenschwarzem Stein, der von weißglühenden Maserungen durchseht war. Die Form des Monuments ließ sich aus seiner Perspektive nur erahnen. Wie eine flache Mauer erstreckte sich die Fassade über mehrere hundert Meter in die Breite. Die Spitze des Bauwerks verschwand in den gelbschwarzen Wolken, sodass die wahre Höhe nicht erkennbar war. Wie hatte er dieses architektonische Protzbild nur bei seinem ersten Blick übersehen können???
Impa schob den immer noch völlig baffen Kämpfer die Treppen vor dem Shiekahrat hinauf.
Einige Zeit später, nachdem sie beide einige Räume durchquert hatten, in denen Impa mindestens zehn mal von irgendwelchen Leuten begrüßt, um Rat gefragt oder einfach in ein Gespräch verwickelt wurde, gelangten sie schließlich in eine große Halle, von der aus allen Richtungen junge, sowie alte Shiekah durch ein mindestens vier Meter hohes Tor in einen kreisförmigen Raum strömten.
Impa nahm den von so vielen Leuten benommenen Shiekah kurz zur Seite.
"Wenn du in die Ratshalle gehst, wende dich nach links und setz dich dort möglichst weit vorne auf eine der Bänke."-"Und du? Wo gehst du hin?" Er war leicht verunsichert. "Ich bin Mitglied des Rates, daher muss ich mich ans Ende des Saals begeben. Ach ja, irgendwann während der Ratssitzung wirst du aufgerufen um vor allen deine bisherige Geschichte zu erzählen. Also überleg dir gut was du sagst, nicht dass du einfach dort stehst und kein Wort sagst, Ok?" mit diesen Worten begaben sich beide in den Saal.
Wenn Shiek vor dem Gebäude sprachlos war, war er es jetzt erst recht.
Hunderte Shiekah saßen und standen auf den treppenartigen Sitzflächen die kreisförmig, wie in einem gigantischen Kolosseum, aus den Wänden des Raumes herausgemeißelt waren. Er blieb mit offenem Mund stehen, während an ihm vorbei immer mehr Leute in den Saal strömten.
Nach einer Weile verebbte der Menschenstrom und Shiek wurde sich bewusst dass er sich ziemlich blamieren würde, wenn er sich nicht schleunigst auf den ihm zugeteilten Platz setzen würde, daher hetzte er zu dem ihm zugeteilten Platz.
Als er zu der Bank kam, die Impa ihm zugeteilt hatte, erkannte er, dass die Kleidung die er trug anscheinend die Mitglieder der Kriegerkaste auszeichnete. Alle dort trugen den blauen Kampfanzug mit dem weißen Umhang. Er setzte sich.
Ganz hinten in der Halle konnte er Impa erkennen die sich mit einigen alten Männern und Frauen auf eine kleine Loge aus Schwarzen Gestein gesetzt hatte. Nun stand einer der Älteren Männer, in lila Samt gekleidet auf und begab sich langsam zu seinem Rednerpult in der Front des Publikums und begann zu reden: "Willkommen, willkommen. Wir haben diese Sondersitzung zwar außerplanmäßig einberufen, doch das hat seinen Sinn; ich weiß, das ist schwer zu glauben und zu verkraften, doch es ist meine Pflicht euch zu sagen: Serki ist es gelungen mit der Hilfe von Ze..." Er stockte und schaute hilfesuchend zu Impa, die nach vorne rannte, um seine Rede fortzuführen.
Mit kräftiger Stimme rief Impa: "Serki hatt Shiek" Sie deutete auf den jungen Shiekah "gezwungen den schwarzen Orb aus dem alten Ordenshaus zu entwenden und..." die stimmen erhoben sich voller Angst und Furcht "...hat ihn offenbar Ganondorf ausgehändigt!"
Schreie wurden laut einzelne Leute standen auf und stürmten aus dem Raum. Impa fuhr mit noch lauterer stimme fort: "DOCH DAS HEISST NUR, DASS WIR UNS ZUSAMMEN DER BEDROHUNG STELLEN MÜSSEN!!!"

 

Impa konzentrierte eine schwarze Energie in ihren Händen, die nachdem sie ihr freien Lauf gelassen hatte, jeden Ausgang im Saal versiegelte.
"Ich Impa, Gebieterin und Weise der Schatten, versichere euch das wir als Volk der Shiekah, die die Macht des schwarzen Orbs schon einmal versiegelten, gegen seinen Besitzer kämpfen können."
Einige aus dem Volk der Shiekah standen auf und trugen ihre Befürchtungen und Meinungen vor.
"Blödes Geschwätz, tragen alle Waffen aber haben Angst vor nem Steinchen..." dachte sich Shiek, der zunehmend müder wurde.
In Gedanken verloren hörte er das Spiel eines Instrumentes. -Eine Flöte?- Shiek fühlte sich weit entfernt von dem Ratsgebäude und den Shiekah in ihm. Er hörte eine Melodie, die seinen Geist hinaustragen konnte, in eine andere Welt, eine andere Zeit.
Er sah zwei schwarze Gestalten, einen Shiekah mit grünen Haaren und einer schwarzgoldenen Rüstung und einen Kräftigen gelbhäutigen Mann mit roten Haaren.
Er sah wie der Shiekah dem Mann die treue schwor und ihm als Geschenk einen schwarzen Kristall gab. Der Mann lachte auf und rief: "Mit dieser Macht werde ich mir das Triforce holen können, muhahahaha..."
Shiek sah das Bild verschwinden und seinen Geist langsam wieder in seinen Körper gleiten. Mitten in einem Gespräch zwischen Impa und einem der Ratsmitglieder über die Verwendung des schwarzen Orb, rief
er:" Sie wollen das Triforce!"

 

"über so was macht man keine scherze, Junge" rüffelte ihn einer der alten Männer bei Impa an....."Aber ich hatte eine Vision!!!2 "Paperlapapp...." "Impa merkte auf: "Eine Vision? Was hast du gesehen?" "da Waren zwei Männer ein riesiger rotbärtiger Mann und neben ihm war noch einer...ich glaub es war Serki! Er hatte einen in schwarzen Lichtern strahlenden Kristall in den Händen! Doch so genau konnte ich ihn nicht erkennen...irgendetwas hat meinem Blick verdunkelt. Meine Augen konnten den Blick auf den Stein nicht lange nicht lange ertragen...doch bevor die Vision endete konnte ich noch vernehmen, dass die beiden mit Hilfe dieses Kristalls irgendein Artefakt namens Triforce erhalten wollen!!!" Impa und die anderen standen mit schreckgeweiteten Augen auf den jungen Shiekah: "Nein! Nein!!! Nein!!!!!! Das kann er nicht willentlich getan haben! "Impa warf die Arme verzweifelt in die Luft, "Serki, wie konntest du nur! der Triforce in der Hand DIESES Monsters.....Neiiiin, er weis doch dass er damit Hyrule...nein allen Welten den Untergang gesichert hat. Das Artefakt der Göttinnen in der Hand eines dunklen Hexers..." zwei der ältesten fielen in Ohnmacht die anderen wurden kreidebleich...doch Shiek stand fragend da: "Was in aller Welt ist der Schwarze Orb?????"

 

Die stille die auf diese frage folgte hätte man schneiden können...alle die noch nicht ohnmächtig waren senkten ihre köpfe..."Wir sprechen nicht gerne darüber" durchbrach Impas stimme schließlich das schweigen, "es ist ein dunkles Kapitel in der Geschichte der Shiekah...aber um dir das zu erklären muss ich weiter ausgreifen" mit einer Handbewegung gebart sie den nicht bewusstlosen Ratsmitgliedern sie beide zu entschuldigen....der rat versuchte inzwischen die menge zu beruhigen...Impa führte den jungen Shiekah etwas abseits zu einem Raum der hinter den Ratspodesten, nach einer langen Wendeltreppe in eine langgestreckte "Allee" mündete.
"in diesem Raum befindet sich die Geschichte der Shiekah" mit einer Armbewegung wies sie auf die Gemälde welche an den steinernen wänden des Ganges waren.

 
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