13. Kapitel
 

Kapitel 13

 

 

Zufrieden und sich auf einen Ausritt mit seiner rotbraunen Stute Epona freuend, tapste Link aus dem runtergekommenen Reiterstall heraus. Einige Schüler standen außerhalb und trainierten mit Holzstäben, während junge, hübsche Damen applaudierten und pfiffen. Auch Ian war mit unter ihnen und setzte einem anderen Spund ganz schön zu. Schulerzuckend ging Link vorüber und ließ gedankenlos die Ritterschule hinter sich.

Was sollte er auch tun? Ariana, die sein Heilmittel besaß, war einfach nicht aufzufinden... er konnte nicht tatenlos herumsitzen und auf die nächste Krankheitsattacke warten. Wenn es passierte, dann musste Link ohne das Mittel mit den Schmerzen fertig werden.

Und trotzdem war jener Gedanke sehr unangenehm...

 

Plötzlich hörte er jemanden seinen Namen rufen. Überrascht drehte Link seinen Schädel herum und sah Will mit einem Friesen auf ihn zu traben.

„Hey? Machst du einen Ausritt?“, fragte der Laundryjunge. Link nickte und bewunderte den stolzen Hengst, von dem sich sein Mitbewohner über die Lande tragen lassen wollte.

„Wo hast du denn den geklaut?“, meinte Link.

„Ach, das ist das Pferd von Artus, Stormynight. Du glaubst nicht, wie wohlhabend die McDawns sind.“

„Echt, sind die das?“

„Ja, schließlich gehören die zu einem wirklich alten Rittergeschlecht. Sie haben Unmengen von Ländereien, Villen und Besitztümer. Aber dein Pferd ist ja auch nicht ohne!“

Und Link klopfte seiner Epona an den glänzenden Hals, bis er sich in lässig in den Sattel schwang. „Jep, Epona ist eine sehr kluge Stute. Sie hat mir sogar schon mal den Hals gerettet“, meinte Link und grinste ansatzweise.

 

Das war damals vielleicht ein Tag, dachte er. Damals in der alternativen Zukunft... Die Nerven verlierend hing er einmal mit gebrochenem Bein an einer Klippe, alles nur wegen einem verdammten Moblinoberhaupt, das ihn mit über den Abgrund gerissen hatte- am südlichen Ufer Hyrules, wo ein gigantisches Meer schäumte...

Und aus dem Nirgendwo kam Links gute Epona angetrabt, hatte einen Freund mitgebracht, der Link auf sicheren Boden half und pflegte...

 

Alsdann folgten die beiden Reiter einem abgetrampelten Pfad über herrliche grüne Hügel Hyrules während die Sonne brennend vom Himmel stierte.

 

„Wusstest du, dass die älteste Tochter der McDawns sogar mit Valiant von Hyrule verlobt sein soll.“

„Verlobt?“ Es war nichts Ungewöhnliches, das Link nachfragte... er wusste bis heute nicht ganz genau, was es bedeutete. Auch wenn er bereits einen lächerlichen sogenannten Verlobungsring von der Zoraprinzessin- die Götter mögen bitte dafür sorgen, dass sie diese Sache vergessen hatte- erhalten hatte.

Will ließ den Kopf schief hängen und seufzte: „Du weißt schon, dieses heilige Versprechen, dass sich zwei hylianische Seelen geben, nur um miteinander für immer zu leben bis zum Eintritt in das Himmelshaus.“ Ach so, dachte Link. Das war also so eine Art Beteuerung oder Gelübde, dachte er. Nur damit zwei Hylianer also zusammenlebten. Aber was sollte denn so ein Versprechen, dachte der junge Heroe.

 

„Na und?“, fragte er. „Ich meine, wozu?“

„Was na und? Wozu wohl? Würdest du dich nicht bis zum König hoch verheiraten lassen wollen?“ Link schüttelte mit dem Kopf.

„Valiant ist zwar nicht der Thronfolger. Aber er wäre es, wenn nicht die Prinzessin Zelda den Thron übernehmen würde. Und dann würde die älteste der McDawns locker Königin werden an Valiants Seite.“ Link blickte bloß, verwundert, und verstand langsam, einen, wenn auch weniger wichtigen Sinn hinter dem ehelichen Bündnis...

 

Die Pferde trabten gelassen über eine breite Steinbrücke, die eine einzige Überquerung über die Schlucht der Tausend Geister darstellte. Eine tiefe Schlucht, von der man sich erzählte, dass einst eine Hexe tausend rachesuchende Geister eingesperrt hätte, damit jene das Königreich Hyrule nicht länger quälen konnten.

 

Vorbei an einem kleinen See, den man den Kreuzsee nannte, weil hier von vier verschiedenen Richtungen Bäche den See speisten, gelangten die Zugtiere mit den beiden hylianischen Reitern an eine alte Ruine. Einst war jener Ort eine strahlende Burg, in der eine namhafte Familie gelebt haben sollte, und nun war jener Ort mit Moos bewachsen und das Gestein verwittert…

 

Vergnüglich schwang sich der junge Heroe von seiner treuen Stute und blickte sich neugierig das alte Gemäuer von außen an. Während sich sein Blick auf ein altes, zerfallenes Tor haftete, kam einmal mehr ein trübsinniger Gedanke auf. Ein Gedanke an das, was er vermisste, was irgendwann hätte sein können, wenn die Götter seinen Eltern nicht den frühen Tod beschert hätten. Er würde die quälende Einsamkeit nicht kennen, würde den Schmerz nicht kennen… Sicherlich wäre er auch nicht als der Held aus den Legenden erwacht und er hätte Zelda niemals kennen gelernt…

 

„Hey, du Träumer“, murrte William und riss den Nachdenklichen aus seinen finsteren Gedanken. Irritiert blickte Link in die smaragdgrünen Augen Williams, der auf einen einzelnen, riesigen Baum in der Mitte des alten Burginnenhofs deutete.

„Wir könnten die Pferde an der alten Linde festschnüren und dann ein wenig die Gegend erkunden. Was hältst du davon?“ Link nickte bloß und führte Epona hinein in die Ruine.

 

„Dieser Ort ist irgendwie traurig…“, sagte William dann. „Ich weiß zwar nicht warum, aber es ist immer schade, wenn etwas vergessen wird.“ Er tätschelte den starken, glänzenden Hals von Stormynight, während Link das Gefühl umfing, wie traurig es ebenso war, dass eine so bedeutende Heldentat wie seine, einfach vergessen wurde. Aber konnte man sich gegen das Schicksal stellen? Konnte er seinem Schicksal, ein Held zu sein, der vergessen wurde, den Kampf ansagen? Hätte ein solcher Kampf einen Sinn?

 

Will pflanzte sich auf eine bröcklige Steinmauer und kramte ein an einigen Ecken bearbeitetes Holzstück hervor. Dann hatte er plötzlich ein scharfes Messer in der anderen Hand und schabte konzentriert einige Späne von dem Stück Holz.

„Du entwirfst Holzskulpturen?“, meinte Link verwundert und betrachtete sich das helle Holzstück.

„Jo, schon seit ich denken kann. Das ist mein größtes Hobby musst du wissen.“

Link schien plötzlich sehr begeistert zu sein und murmelte: „Kann ich mir das mal ansehen?“

„Gerne.“ Und der Held erfreut sich mal wieder an etwas so kleinen, woraus ein freudespendendes Kunstwerk entstehen könnte. Link grübelte nach den passenden Worten und musterte die Skulptur wieder.

„Was soll es werden?“

„Eine Balletttänzerin für Lilly. Mein Schwesterlein hat sich so etwas immer schon gewünscht.“ Links tiefblaue Augen wanderten zu Boden, durchsuchten mit gestochen scharfen Blicken das saubere, saftige Gras und schienen danach zu grübeln, wie er eine Bitte in Worte wandeln konnte. Ob William ihm das beibringen würde?

Der Heroe reichte das Holzstück seinen Mitbewohner wieder und vergrub verlegen die Hände in den Hosentaschen. Ratlos beäugte der junge Laundry seinen merkwürdigen Kumpel und fragte sich allmählich, was es nun schon wieder war, was Link nicht mitteilen konnte. Denn so allmählich begann Will diesen familienlosen Kauz zu verstehen und er verstand die Tatsache, dass Link einfach hilflos war, wenn es darum ging, jemanden um etwas zu bitten.

 

„Soll’ ich dir das beibringen?“, sagte William und hüpfte auf die Beine. Überrascht sah Link auf und nickte bloß.

„Sag’ das doch gleich.“, murrte der junge Laundry und wies den unwissenden Helden dann ein, wie man Holzskulpturen bastelte.

 

Nach zwei mühseligen Stunden hatte Link den Dreh raus. Sicherlich musste er noch viel üben, aber aller Anfang war schwer… und diesen Anfang hatte er mit Bravur gemeistert.

 

Als Will seine Holzskulptur fertiggeschnitzt hatte, klatschte er fröhlich in die Hände und packte jene Balletttänzerin in eine von Stormynights Satteltaschen. Doch auch er hatte einen außerordentlichen, unverschämten Hintergedanken. Sich an seinem Kinn kratzend, in der Hoffnung, der anfängliche, spärliche Bartwuchs würde sich endlich ausbreiten, denn das würde ihn reifer wirken lassen, tapste er hinüber zu Link, der fasziniert an einem Holzgebilde herumbastelte.

Und es war in dem Augenblick, dass William irgendwie verstand.

Links naive, kindliche Seite, die gerade jetzt zum Vorschein trat, zeigte deutliche Spuren von einem alleingelassenen Hylianer, der sich in seinem Leben anscheinend bloß einen Platz wünschte. Das Bild das blonden, blauäugigen Hylianers auf der bemoosten Steinumzäunung war nur das Bild eines Kindes… auch wenn jenes Kind manchmal reifer und wissender erschien, wenn es um bestimmte Bereiche im Leben ging. Aber jenes Leben, das Link kannte, hatte wohl nichts mit der Gewöhnlichkeit zu tun, die William so genoss…

 

„Ich fordere einen Deal“, meinte William Laundry und trat entschlossen vor den unbekannten Helden. Verwundert zog Link beide Augenbrauen nach oben und wartete auf Wills Vorschlag.

„Dafür, dass ich dir Holzbasteln beigebracht habe, möchte ich, dass du mir auch etwas beibringst.“ Link nickte entschieden und hatte mit nichts anderem gerechnet. Denn in seiner Welt gab es niemanden, der einfach nur Hilfe und Freundlichkeit zeigte ohne etwas dafür zu verlangen. In Links Welt hatte alles ein Opfer, eine Gegenleistung, ebenso wie ein wenig Freundlichkeit.

„Ich möchte, dass du mir eine Frage beantwortest.“ Link nickte wieder und schaute abwartend zu Epona hinüber, die gerade von Stormynight beschnüffelt wurde.

„Wo hast du kämpfen gelernt? Ich weiß, ich habe dir diese Frage schon einmal gestellt, aber ich hoffe doch, dass du mir sie jetzt beantworten kannst.“ Aber Link schwieg im Moment und es schien als grüble er nach einer passenden Ausrede.

 

„Hattest du einen guten Lehrmeister?“ Der Heroe schüttelte mit dem Kopf, widmete sich wieder seiner Holzschnitzerei und meinte leise: „Ich kann es dir nicht sagen.“ Wills Gesichtsausdruck wurde verzerrt und er presste seine Lippen energisch aneinander.

„Aber ich weiß, was du im Sinn führst“, meinte Link dann und hüpfte auf die Beine. „Ich soll’ dir kämpfen beibringen“, sagte er trocken und schaute zu den zertrümmerten Türmen der alten Feste.

„Du hast es erfasst.“

„Ich soll’ dir also töten und vernichten beibringen? Ist es das, was du willst?“ Daraufhin rannte William hinter Link her, der trübsinnig davon stiefelte.

„Das habe ich doch gar nicht gesagt, ich möchte nur, dass du mir hilft, durch die Prüfungen mit sauberen Leistungen zu kommen. Das ist alles. Wenn nicht, dann ist das auch okay. War ja bloß ne Frage“, brummte er.

 

Link stoppte seinen schnellen Schritt und schaute entschlossen auf. „Einverstanden.“

Und Will sah bloß ungläubig drein. Hatte Link nicht gerade dagegen argumentiert.

„Äh… wirklich? Du würdest das tun?“

„Ja, mit einer Einschränkung.“

„Und die wäre?“

„Du verwendest dein Können nicht zum… Töten…“, murmelte Link langsam und stockend.

„Sicher.. ich bin doch kein dreckiger Mörder, außerdem heiße ich nicht Viktor.“

„Okay. Und es gibt noch ein Problem“, sagte Link dann und erinnerte sich an seine Schwächeanfälle. Zur Zeit war es für ihn einfach ein Ding der Unmöglichkeit nur irgendeine seiner Begabungen zu zeigen. Denn immer wenn er versuchte zu kämpfen, wenn er versuchte den Grund für seine Schwäche herauszufinden, war da etwas, was ihn hinderte… Anfälle, Krankheitsattacken, eine Daseinslöschung…

 

„Ich bin zur Zeit… einfach nicht… in der Lage… zu kämpfen.“ Allein dieser Satz war schon eine große Hürde für den blonden Hylianer. Allein diese Worte auszusprechen fühlten sich an wie Tausende Demütigungen.

„Warum denn nicht?“, entgegnete Will, der einfach sein neugieriges Gemüt nicht belehren konnte, in entscheidenden Situationen den Schnabel zu halten.

 

Links Augen wurden kühl und bissig. „Ich habe keinen Bock einem Unwissenden alles mitzuteilen. Also hör’ auf mich danach zu fragen. Es ist genug mit diesem Thema.“ Und Link marschierte von dannen. William aber schüttelte traurig mit dem Kopf. Er fand Link wirklich sympathisch und er wollte ihn unbedingt in seinem Freundeskreis haben, aber manchmal da schien er wie ausgewechselt, als ob er innerhalb einer Sekunde ein anderer Elf wäre…

 

Verärgert folgte der junge Held dann einem kahlen Pfad, wo einige Pflastersteine in den Boden gehämmert waren und erreichte einen kleinen Hinterhof, wo viele verschiedene Sträucher und Kräuter wucherten. Es schien als hätte man jenen Ort seit Jahrzehnten nicht mehr gepflegt, denn alles wuchs kreuz und quer und viele Disteln und anderes Unkraut sammelte sich hier und da.

 

Plötzlich hatte der Heroe das Gefühl ihm wurde der Erdboden unter den Füßen weggesaugt. Murrend krallte er sich an einen der Sträucher und wusste doch, was folgte. Innerhalb von Sekundenbruchteilen zog sich ein schlangenartiges Brennen von seinen Beinen aufwärts, wanderte zu seinen Rücken und hinein ins Genick, hämmerte dort entsetzlich

„Nicht schon wieder… nicht…“, fauchte er. Er stützte eine Hand an die Stirn, die innerhalb von Sekunden begann zu glühen… Und ausgerechnet jetzt hatte er Zeldas Heilmittel nicht parat. Ausgerechnet in dieser Situation begann der Alptraum…

 

Für wenige Sekunden schloss der junge Held seine Augen, wartete darauf, dass die Schmerzattacke schwand oder noch schlimmer wurde.

 

Und zu seinem Unbehagen befand sich der neugierig William Laundry nur wenige Meter weiter und wunderte sich vermutlich schon, weil Link nicht wiederkam.

 

Erneut begann sein Herz zu rasen, pumpte das Blut so schnell durch seinen Körper, dass er das Gefühl hatte, jegliche Blutader wollte zerreißen. Sein Kopf wurde immer schwerer, während sich Stimmen in seinen Verstand hineinbrannten.

„Wie… fühlt es sich an, wenn man… alles… verliert?“, sagte es in seinen Gedanken. „Wie fühlt es sich an, wenn das… Teuerste… gefoltert wird und ein nutzloser Held nur…  danebenstehen kann, nicht fähig zu kämpfen, nur fähig zu leiden…“

 

Wütend schlug Link mit der Faust an eine alte Steinmauer, erzeugte einen aufhetzenden Schlag mit überflüssiger Magie, die die gesamte Mauer schlagartig schwarz färbte. „Ich breche dich… ich zerbreche dich…“, flüsterte es, als Link schmerzhaft atmend auf die Knie sank. Um ihn herum begann die Welt blutrot anzulaufen, die Blätter zerbröselten zu Asche und die grüne Wiese verwelkte. Der Himmel weinte Blut und Pech und nur Link stand inmitten des Alptraumes, war allein, war vergessen.

 

Als er zusammenbrach und das Bewusstsein verlor, kamen flüsternd, gleich einen Gebet wenige Worte über seine Lippen: „Verzeih’ mir… Zelda…“

 

Grüblerisch saß William auf einer Steinmauer, hier am Rande der Vergessenheit und besann sich auf die merkwürdigen Worte, die Link vorhin erläuten ließ. Warum sollte es gut für ihn selbst sein, wenn er über diesen eigensinnigen Kauz nicht mehr wusste? Und warum konnte Link mit seinen Geheimnissen nicht herausrücken?

Wie eine Erleuchtung kam der Brief der Prinzessin Zelda persönlich in Wills jugendliches Gedächtnis zurück und die Tatsache, dass anscheinend die Königstochter eine Freundin Links war. Was für ein furchteinflössender Gedanke, dachte Will. Link, der Freund der Prinzessin. Bei den Göttern, wenn er das jemandem erzählte, würde man ihn sofort in das Verrücktenhaus in Hyrules riesiger Hauptstadt stecken...

Versunken in seine Gedanken tapste er hinüber zu Stormynight und drückte den Kopf gegen den Hals des schönen Pferdes.

 

Plötzlich spürte er ein ausgemachtes, hinterhältiges Fingertippen auf seiner Schulter und es zog dem jungen Laundry beinahe die Stiefel aus, dass sich jemand so unauffällig an ihn heranpirschen konnte. Mit kläglichem Aufschrei wand er sich um und dachte für einen Moment es wäre Link, der sich einen so gemeinen Scherz erlaubt hatte. Aber es waren ein paar bernsteinfarbene Augen, die den jungen Laundry beinahe zum Herzkasper gebracht hätten. Feixend und giftig war der Blick dieser Ariana Blacksmith und nur, um auf der sicheren Seite zu stehen, hüpfte Will einen Meter zurück und wollte auf alles vorbereitet sein. Immerhin belehrte Links Warnung bezüglich dieser falschen Schlange seine Person... und soweit er wusste, hatte sie ja noch eine Rechnung mit ihm zu begleichen.

 

„Na, du Spanner?“, sagte sie zischend und hielt ihm einen Zeigefinger unter die vorwitzige, lange Laundrynase.

„Ich bin kein Spanner!“. rechtfertigte er sich.

„Nein?“ Sie machte eine Pause und zog ihre schwarzen Augenbrauen auffällig an, als ob sie einen geplanten Angriff ausführen wollte. „Aber du bist ein mieser Kerl und viele Kerle sind Spanner.“

„Das ist ja wohl eine bodenlose Frechheit!“, kreischte er und hätte dieser Ariana am liebsten eine reingewürgt, auch wenn sie ein Mädchen war. „Die Ritter Hyrules sind größtenteils anständige Kerle und keine Lustmolche, die sich an nackten Frauen erfreuen!“, schimpfte er.

 

In dem Augenblick zogen sich Arianas Mundwinkel nach oben und sie lachte herzhaft. „Nun gut, William Laundry, ich gebe dir ausnahmsweise mal recht.“ Und sie reichte ihm die Hand, anscheinend zur Versöhnung, auch wenn William dieses Verhalten noch nicht so geheuer war...

„Was ist?“, meinte sie, daraufwartend, dass William ihre Hand annahm.

„Hast du Angst vor einem Mädchen?“ Und wieder zeigte sich ein teuflisches Grinsen um Arianas superroten Mund.

Sofort seine Männlichkeit unter Beweis stellend, nahm er die ihm angebotene Hand und wunderte sich zunächst, dass dieses ausgefuchste Mädchen anscheinend doch nichts weiter im Sinn hatte- zumindest im Moment nicht...

 

Sie lächelte ihm dann freundlich zu und William fasste sich ein Herz- seinen guten Manieren entsprechend, die er von seiner Mutter gelernt hatte- einen Entschuldigung über seine Lippen zubringen. „Also, wegen der Sache am See... ich wollte dich um Verzeihung bitten“, sagte er, worauf Ariana beinahe sprachlos zurückwich.

„Tatsächlich?“ Will nickte seine Ehre verteidigend.

„Dann muss ich dich auch um Entschuldigung bitten. Du weißt schon, wegen dem Ast, den ich dir auf den Pelz geschleudert habe.“

„Entschuldigung angenommen“, murmelte er, während Ariana plötzlich besorgt zu Epona und dann zu einem der verwinkelten Orte der alten Burg schielte.

„Link ist mit dir?“

„Ja, warum fragst du?“ William musterte nachdenklich Arianas ernstes Gesicht.

„Wir sollten ihn suchen gehen...“

 

Noch immer lag der einstige Held der Zeit bewusstlos in dem kleinen Garten mit den vielen unsortierten Kräutern und umwucherten Pflanzen… aber er war vielleicht auf einer anderen, geistigen Ebene nicht mehr allein… Allein, gerade das, so nahm er an, war immer sein Fluch gewesen. Das Alleinsein- Ein Martyrium, wenn man nicht wusste, wohin man gehen sollte und wo man etwas gegen die Einsamkeit tun konnte…

 

Aber entgegen dem schmerzhaften Zusammenbruch von vorhin war im Augenblick alles so warm hier, als ob Hunderte Sonnen vom Himmel schienen in einer angenehmen Frühlingsdämmerung… es war weich… und sanft…

Träge öffnete der Heroe seine Augen und versuchte zu verstehen, versuchte zu erkennen, woher diese angenehme, hoffnungsvolle Wärme strahlte.

 

Zunächst blendeten ihn feine Lichtstrahlen und endlich fühlte er zwei Hände, die seine Gesichtszüge mit schmalen Fingern abwanderten. Und doch war alles an diesen Händen so zart… so beruhigend…

Als sich sein Bewusstsein für mehr öffnete, als ihm im Moment zugänglich war, hörte er eine sanfte Stimme sprechen. Ruhig und erhaben war sie… so wie nur eine Stimme, die er in seinen tiefsten Träumen herbeigesehnt hatte.

 

„Wach’ auf, mein Held…“, sagte sie, als Link endlich das Gesicht über ihm als das seiner Prinzessin erkannte. Wunderschön mit feinen Gesichtszügen. Einzigartig und sinnlich…

Seine tiefblauen Augen lasen eindringlich in ihren, so wie er sie schon lange nicht mehr mustern konnte. Schon lange hatte der junge Heroe Angst bei dem Blick in Zeldas warmherzige Augen… doch nun schien jene Angst wie weggeweht.

 

„Wo…“, murmelte er bloß und registrierte im Augenblick eine weitere überraschende Tatsache. Sein Kopf lag in ihrem Schoß…

„Du bist an einem Ort, den du irgendwann wieder betreten wirst…“ Erstaunt blickte er sich um und schielte von einer Hecke in jenem Garten zu den zerbröselten Steinmauern hier und da…

Er atmete tief ein, fühlte sich entspannt in der Anwesenheit seiner Seelenverwandten, fühlte sich mutig und bereit jedes Unterfangen zu bestreiten. Aber war er denn jener Link, der im Traum gerade von seiner Prinzessin mit wohltuenden Berührungen verwöhnt wurde?

 

Zelda streichelte durch sein blondes Haar und nahm ihm verspielt die grüne Mütze ab, die er im Augenblick trug.

Suchend wanderten seine Augen zu ihren, die gerade so anders glänzten als sonst. Es war mehr, was in ihren Augen strahlte und nach außen drängte, mehr als Link jemals verstanden hatte…

 

„Zelda… irgendetwas stimmt nicht… meine Anfälle…“, meinte er leise. Aber sie verbat ihm darüber zu reden und legte einen Zeigefinger auf seine Lippen. „Entschuldige Ariana dafür… wegen dem Heilmittel…“ Ariana?

„Ariana hat es einfach übersehen… sie wusste nicht, dass es in deinen Sachen verborgen war“, meinte sie. Und Link nickte, immer mehr verwundert, wie zärtlich und liebevoll sich Zelda im Augenblick verhielt. Dann schloss er seine Augen und murmelte: „Verzeih’ mir Zelda… ich bin nicht mehr der, den du kanntest…“ Aber sie schien diesen Satz nicht ernst zu nehmen und zwickte ihn in eine Wange. „Du Dummkopf bist genau der, der du sein solltest… würde die Prinzessin Hyrules dich sonst so sehr lieben?“

 

Doch diese Worte waren mehr als Link im Augenblick verstehen konnte. Zelda erzählte soviel von Lieben und von Verzeihen… ergaben diese Worte im Moment überhaupt einen Sinn? Langsam hoben sich die trägen Augenlider des Helden und er musterte sie genauer, sah das blonde, gepflegte Haar, die goldene Tiara mit den teuren Edelsteinen auf ihrer Stirn, sah die weichen Lippen. 

„Wir haben noch einige Minuten… Bringst du uns dann zurück zum Schloss?“, sagte sie sanft. „Zum Schloss?“

„Ja, du dussliger Held…“ Erneut las Link in den blauen Augen der Prinzessin, während über den grünen Grasflächen Schmetterlinge umher tanzten, sich im Wind wogen und dem Rhythmus der alten Magie lauschten.

 

Langsam führte der junge Held eine Hand an die rechte Wange der Prinzessin, hatte sich so sehr gewünscht, er hätte dies tun können, als er Zelda nach einer halben Ewigkeit im Schloss besuchte, wünschte sich, er hätte die Zeit genutzt… aber warum hier? Warum wagte er sich Gefühle zu zeigen in einem Traum?

 

Noch ehe er verstand, was geschah, senkte sich Zeldas Haupt seinem entgegen und sie küsste ihn mit viel Gefühl auf die spröden Heldenlippen, suchte nach einer Erwiderung, die der junge Held aber nicht sofort fertig brachte. Warum geschah dies mit ihnen? Link verstand den Grund des Kusses nicht, wie sollte er auch? Er hatte keine Ahnung von den tiefen Gefühlen und Wünschen, die ein Kuss begleiten konnte und genoss im Augenblick einfach nur diese wunderbare, neue Erfahrung, verstand nun, warum Hylianer sich gelegentlich küssten. Es war schön und so warm…

Auch wenn er immer wieder ignoriert hatte, dass er für Zelda grundverschieden empfand als für andere Elfen in seiner unmittelbaren Umgebung, war diese Empfindung selten und so schön, dass er keinesfalls aufhören wollte.

 

Während des Kusses murmelte sie: „Ich hab’ dich lieb, mein Held…“

 

Benommen wachte Link auf und hüpfte auf die Beine, torkelte einige Meter weiter, aber hielt sich dennoch standhaft auf den Beinen. Er blinzelte und fühlte sich, als hätte man ihm einen Schub heilsame Magie verpasst, auch wenn der Traum von eben nicht mehr in seinen Erinnerungen verweilte…

Verwundert sah er sich um und er verstand… die Anfälle hatten ihn wieder heimgesucht und irgendetwas musste ihn wieder aufgeweckt haben. Irgendetwas musste diese Qual seiner merkwürdigen Krankheit beendet haben…

 

Erleichtert wischte er sich den Schweiß von der Stirn und lief langsam aus dem unsauberen Kräutergarten heraus… Als er in den Burginnenhof torkelte, sah er verschwommen seinen Mitbewohner sich mit einer weiteren Person unterhalten. Na prima, dachte Link. Die durchtriebene Diebin Ariana hatte also von selbst zu ihm gefunden. Wenn sie jetzt nicht seine Sachen herausrücken würde, dann so dachte der Heroe, könnte er für nichts mehr garantieren. Tief durchatmend lehnte er sich an eine bröselnde Steinmauer.

 

In dem Moment sah Ariana mit ernster Miene auf und rief sogleich den Namen des Helden. Verwundert blickte Link auf, machte aber keine Anstalten näher zutrampeln. Ein bitterböser Blick stach aus seinen blauen Augen. Vorwürfe, weil dieses verdammte Mädchen sein Heilmittel gestohlen hatte. Ohne die Worte einer Begrüßung zischte er: „Na, hast du das Heilmittel und die Okarina schon verscherbelt, du miese Schlange?“ Gekränkt stapfte sie mit ihren langen, rostfarbenen Stiefeln näher und belehrte ihn eindringlich, sodass Link ihren Atem in seinem Gesicht spüren konnte: „Urteile nicht so über mich! Ich habe übersehen, dass du so wichtige Dinge mit dir führst.“

„Das ändert nichts daran, dass du die Sachen einfach mitgenommen hast. Gib’ sie mir gefälligst wieder!“, schimpfte er und stützte eine Hand an seine schweißgebadete Stirn.

„Na schön, ich habe voreilig und verantwortungslos gehandelt, aber das gibt dir noch lange nicht das Recht mich als eine miese Schlange zu bezeichnen. Heb’ dir diese Beleidigungen lieber für Leute auf, die so etwas verdient haben.“

„Im Augenblick hattest du das aber verdient“, murrte Link und rang nach den lauten Worten nach Luft.

 

Räuspernd mischte sich William ein und kratzte sich am Kopf. „Mann, nun haltet doch mal eure Giftmäuler. Ihr benehmt euch ja schlimmer als ein zänkisches Ehepaar.“ Doch diesen Satz hätte der junge Laundry unterlassen sollen. Denn sowohl Link als auch Ariana schenkten ihm sofort bissige, zum Schweigen verdammende Blicke. Und Will schwieg.

 

„Kannst du mir meine Sachen dann bitte zurückgeben?“, flüsterte der Heroe und blinzelte angesichts der hellen Sonnenstrahlen. Ariana musterte ihn sorgfältig, als wollte sie in seine Seele sehen.

„Das Heilmittel und deine Okarina befinden sich in der Mädchenschule“, sagte sie leise und sah ihm irgendwie an, dass er das Mittel unbedingt brauchte.

„Okay, wir sollten schnell zu der Schule zurück.“ Und sie hetzte zu Epona hinüber, die sich gegenüber der schwarzhaarigen Schönheit auffallend zahm verhielt.

 

„Geht’s dir nicht gut?“, sagte Will und ließ seinen Kopf schief hängen. Aber Link schüttelte bloß den Kopf und taumelte schläfrig zu seinem Pferd hinüber.

 

Überraschenderweise war die voreilige Ariana bereits mit einem Sprung auf der guten Stute und hatte allem Anschein nach vor, keinesfalls zu Fuß zu der Schule zu watscheln. Genervt stand Link daneben und sah ermüdend nach oben. „Kannst du das nicht unterlassen... ich habe keine Lust, mich mit dir anzulegen...“, sagte der Schüler und gähnte laut auf.

„Was soll’ ich unterlassen?“, zickte sie und klimperte mit ihren Wimpern.

„Mich herauszufordern...“, sagte Link. Verständnislos schielte Ariana mit ihren bernsteinfarbenen Augen hinunter.

„Nein, es macht Spaß dich zu ärgern, Link. Obwohl ich nicht ganz verstehe, was du im Augenblick ersinnst?“ Link packte Epona an den Zügeln und sein Gesichtsausdruck wandelte sich ein wenig mehr, wurde finsterer und finsterer. Straff hielt er Epona zurück.

 

„Steig’ endlich ab. Ich tue dir nicht den Gefallen neben dem Pferd her zulaufen.“

Sie zwinkerte und grinste verdächtig. „Das sollst du auch nicht.“ Und sie reichte ihm bereitwillig eine Hand von oben herab. „Mach’ schon, ich beiße nicht und bin alles andere als giftig.“

Schüchtern schaute der junge Heroe hinauf und sah nur das herrliche Grinsen aus dem hübschen Gesicht Arianas. Er wusste einfach nicht, was er von ihr halten sollte und wusste noch weniger, was ihre Handlung bezweckte...

 

„Was ist denn Link? Hast du Angst vor mir?“, reizte sie ihn, als wüsste sie, dass es die größte Beleidigung für Link darstellte, wenn man ihn des Angsthabens bezichtigte.

„Mit keiner Silbe, du...“, brummte er und trat dann genervt auf einen Steigbügel und ließ sich hinter Ariana in den Sattel gleiten.

„Na bitte, geht doch“, lachte sie und drehte grinsend ihren Schädel mit den schwarzen Strähnen zu dem verlegenen Jugendlichen.

„Aber es fehlt noch etwas.“ Link bekam seinen Mund gar nicht mehr zu, als sie seine Hände packte und sich diese auf ihrem gertenschlanken Bauch wiederfanden. „Du musst dich schon festhalten, oder willst du runterfallen?“, lachte sie lauthals, sodass auch William verwundert das Schauspiel begaffte. Der schüchterne Link blieb weiterhin sprachlos, auch dann als Ariana die Stute über die grünen Hügel preschte. William folgte ein wenig später auf Stormynight...

 

Die Abenddämmerung legte sich verschleiernd über die berühmte Knabenschule. Die Ereignisse des letzten Tages nur noch eine Erinnerung, die in den Gemütern allmählich verblasste...

 

Brütend saß Newhead in seinem kleinen Büro und überlegte, wie er den ersten Unterrichtstag bei den Jungspunden gestaltet sollte. Zugegeben, es war immer sein Wunsch gewesen, in die Fußstapfen seiner eigenen Lehrmeister zu treten, aber dass es so schwer sein würde, einen Unterrichtstag zu gestalten, vor allem noch in einem traditionsreichen Fach, wie die Ausbildung in allen möglichen, wie es gerne hieß. Ein Fach, welches nicht nur die Geschicklichkeit und Ausdauer der Jugendlichen trainieren sollte, sondern auch ihren Mut...

 

Gewöhnlicherweise war am Donnerstag kein Praxisunterricht, eine mehr oder weniger zutreffende Bezeichnung für das Fach, vorgesehen, aber die Gerudo für den Bogensport war noch nicht eingetroffen, also wurde kurzerhand Newhead beauftragt einzuspringen...

 

Einen Stift hinter sein rechtes Hylianerohr gesteckt, grübelte der Lehrer verbissen darüber nach, wie er den Unterricht interessant und animierend gestalten konnte, ohne dass die Jungs sofort die Lust verloren.

 

Die Kerze auf seinem Schreibtisch flackerte plötzlich und ein wenig Wachs fand sich auf dem Blatt vor seiner Nase. Ein kurzer Gedanke an Hopfdingen geisterte durch Newheads Kopf. Schon ewig kannte er den Hausmeister, denn als er hier zusammen mit seinem nun verstorbenen Bruder lernte, war dieser Hausmeister bereits zugegen. Wie oft hatte Hopfdingen die jungendlichen Raufbolde nachts erwischt und sofort beim Direktor angeschwärzt. Ein Grinsgesicht erschuf sich, während Nicholas darüber nachdachte.

Doch nun war der gute alte Hopfdingen ermordet worden. Ausgerechnet hier, ausgerechnet in der Ritterschule, ausgerechnet zur Tagesundnachtgleiche. 

Aber warum Hopfdingen? Der alte Hausmeister hatte nun wahrlich nichts besonderes an sich. Und Newhead kannte ihn gut genug um zu wissen, dass jener alte Greis keine Fliege was zu leide tun konnte. Einen solchen heimtückischen, grausamen Mord hatte niemand verdient, der so eine ehrliche Haut besaß wie Hopfdingen...

 

Gähnend und sich vergnüglich streckend blickte der unerkannte Nicholas hinaus in den kohlrabenschwarzen Innenhof, nahm einen Schluck glühenden Wein aus seiner Tontasse und zupfte sich an seinem kurzen, braunen Bart.

 

Irgendetwas stimmte in Hyrule nicht mehr... und Nicholas hatte gerade jetzt den Wunsch es mit allen Mitteln herauszufinden.

 

Grüblerisch tapste er, nur begleitet in einer einfachen Tunika, ohne Gürtel, ohne Unterbegleitung oder Rüstung hinüber zu einem spärlich eingerichteten Regal und wollte gerade ein verstaubtes Buch mit eingerissenen Seiten aus dem Regal nehmen, als jemand an die kleine Tür seines Büros klopfte. Nanu? Besuch um diese Uhrzeit? Und ein Blick auf seine Taschenuhr sagte, dass Mitternacht schon lange vorüber war.

Verwundert, wer um diese Uhrzeit noch störte, meinte er eindringlich: „Bitte?“

Zaghaft wurde die robuste Tür geöffnet und eine schöne Frau trat mit halbherzigem Lächeln über die Türschwelle.

„La... Lavender?“, meinte Nicholas und bekam schon seinen Mund gar nicht mehr zu. Denn er kannte diese Frau schon sehr lange, kannte ihr Inneres und Äußeres haargenau und wusste doch, wie dumm es in dieser Minute war, dass sie zu ihm gefunden hatte. Er wand seinen Blick mit den undefinierbaren Augen genau in die ihrigen und suchte nach etwas in ihrem erhabenen Blick, was sie nicht zeigen durfte.

 

„Guten Abend, Nicholas“, sagte sie. Ihre Stimme fest und standhaft.

„Du solltest nicht hier sein“, entgegnete er und empfand keinerlei Scham, dieser schönen Frau mit dieser schlabberigen Tunika gegenüberzutreten. In dem Augenblick wand sie sich näher, strich mit ihren Fingern erforschend und beeindruckt über das narbenlose Gesicht, welches sie so nicht kannte.

„Ist dies Destinias Magie?“, meinte sie. „Die Magie, die dich zu einem Aussätzigen werden ließ und dir nun ein Gesicht gibt, das nicht deines ist?“

Nicholas führte ihre warmen Hände von seiner Maskerade weg und drehte sich zum Fenster. „Du solltest nicht hier sein, Lavender“, sagte er erneut. „Wenn Viktor dich hier findet, lande nicht nur ich wieder in der Gefängniszelle Doomrents. Nein, auch dir wird dann der Prozess gemacht werden...“ Sie trat langsam an ihn heran und schlang die Hände über seinen Bauch. „Denkst du, es fällt mir leicht mit Viktor eine geschauspielerte Ehe aufrechtzuerhalten?“ Er schüttelte mit dem Kopf. „Verzeih’ meine Worte, Lavender...“

 

Eine Pause entstand, in welcher sich die braunhaarige Frau an den Rücken Nicholas lehnte.

„Ich wusste, dass du Hyrule nicht verlassen konntest... nachdem man dir den Vorwurf des Mordes gemacht hat“, flüsterte sie und wanderte mit ihren Händen über seine Brust. Der neue Lehrer atmete tief ein und dachte nur daran, wie falsch das war, zu was sie sich gerade hinreißen ließen. Aber nach allem, was die letzten Monate geschehen war, die einsamen, kalten Nächte in der Todeszelle... hatte er denn da nicht ein wenig Wärme und Liebe verdient? 

 

„Was führt dich zu mir?“

„Wie könnte ich nicht meine große Liebe besuchen wollen“, sagte sie sanft und stützte den Kopf an seine Schulter. „Nicholas... ich bin es leid, Viktor abzuweisen, mit ihm ein Haus zu teilen. Ich ertrage es einfach nicht mehr...“ Daraufhin wand er sich um und strich seiner Geliebten durch das braune, lange Haar.

„Wie konnte ich nur jemals von dir verlangen, dass du diese Schmach erträgst“, sagte er leise und erhielt einen sanften Blick aus ihren Augen.

„Ich habe es nur getan, weil ich dich liebe, Nicholas. Destinias Handel nur für dich...“ Er zog sie an sich und lehnte, seine Augen schließend, den Kopf  für wenige Sekunden an ihre Stirn, bis er ihre Lippen suchte. Sie küsste ihn distanziert zurück und brach den Kuss zuerst. „Dein Handel...“

„Zur Hölle mit Destinia“, meinte er und liebkoste ihren Hals. Sie stöhnte leise auf und fühlte seine Bedürfnisse brodeln. Er brauchte sie jetzt. Das spürte sie. Und er wollte sie jetzt...

 

Seine rechte Hand, die Hand wo einst zwei Finger fehlten, wanderte streichelnd über ihre Brust, während die andere mit dem Reißverschluss ihres Kleides spielte. Oh, es war so falsch, was sie hier taten, dachte sie und doch konnte sie im Augenblick ihre starke Sehnsucht nach ihm nicht mehr zügeln. Ihre Küsse wurden tiefer, während sie beide einige Schritte rückwärts stolperten.

 

Stürmisch zog er an ihrem Haar, sodass sie wie auf Befehl ihren Kopf zurücklegte. Wild liebkoste er ihr spitzes Kinn, ihren langen Hals, und senkte seine Lippen an ihr Schlüsselbein.

Er wusste, was sie mochte und dies gehörte zu jenen Dingen, die nur er durfte, nur er kannte und fühlen sollte. Seufzend wanderten ihre zitternden Fingerspitzen durch sein kurzes braunes Haar am Hinterkopf.

 

Es war so lange her, dass sie einander auf diese Weise begehren konnten. Die lange Trennung, der Entzug voneinander, war die Ursache für ihr beider mangelndes Pflichtgefühl. Sie, weil sie bereits jemanden geehelicht hatte. Und er, weil ein Handel mit der Göttinnenmutter es ihm verbot, Lavender zu beschenken.

Aber wie leicht Liebe doch jegliche Verantwortung in die Winde schlagen konnte, erst recht, wenn Liebe so tiefe Wurzeln besaß, wie jene zwischen diesen beiden Hylianern.

 

Hastig packte er sie bei den Oberschenkeln und hob die Frau in die Höhe, die er seit er denken konnte, liebte. Er platzierte sie auf den Schreibtisch, sodass er direkt vor ihr stand und mit seinen Liebkosungen fortfahren konnte.

 

Sie war so sanft und weich... das seidige Haar... die bemalten Lippen und reine Haut... Sie hatte ihn unter ihren Bann gezogen, wie schon immer. Ein unartikulierter Laut entkam seiner Kehle, wie der Laut eines Tieres, das gerade bekam, was es wollte. Seine Hände, schwitzend und ein wenig grober als sie es gewohnt war, schoben beinahe quälerisch den Reißverschluss des dunklen Kleides hinab.

 

Und als er ihre Bekleidung langsam über ihren Kopf zog, waren es auch ihre Hände, die ihm die Tunika entreißen wollten. In dem Augenblick packte er sanfter als die zügellose Leidenschaft vorher zeigend ihre Hände und murmelte: „Warte...“

Er blickte tief in jene Augen, die er nicht lieben durfte, nahm sich besinnlich einige Haarsträhnen und küsste diese. So viele Zweifel standen plötzlich in ihren Augen, dass er sich unumgänglich fragen musste, ob er noch das Recht hatte, sich zu nehmen, was er in dem Moment so sehnlich begehrte.

„Ich liebe dich, Lavender...“, flüsterte er langsam und drückte sich näher an sie, ließ sie spüren, wie stark das Bedürfnis in ihm war, eins zu sein mit ihr. Sie atmete scharf ein und reckte den Kopf erneut zurück, ließ sich mit ihm auf den kalten, harten Schreibtisch sinken und befreite endlich seinen stattlichen Körper von der dreckigen Tunika.

 

Die Kerze auf dem Tisch flackerte erneut, als die schöne, reife Frau ihn süß und sehnsüchtig in ihrem Inneren erwartete...

 

Sich über sich selbst ärgernd lief Link in das Erdgeschoss der Burg und befand sich zielstrebig auf dem Weg in das Büro von Newhead, in der Hoffnung der Lehrer für die vielen unterschiedlichen Übungsstunden würde ihm helfen, um diese Uhrzeit noch eine schwarze Schultunika aufzutreiben. Hätte er nicht am helllichten Tag daran denken können? Denn Link, so klug auch der Kopf war, den er mit sich herumtrug, besaß auch seine vergesslichen Seiten... und manche Dinge, die er in den letzten Wochen vergessen hatte, wichtige Dinge, die sich vielleicht um das bevorstehende Schicksal Hyrules drehten, diese Dinge schienen wie unter einem Bann der Unwirklichkeit zu stehen. Als wäre nichts geschehen...

 

Und so trampelte er durch die dunklen Gänge, schmiedete Rachepläne gegenüber dieser eigenwilligen, boshaften Ariana, die doch wahrlich auch noch die Frechheit besaß nach dem Ausritt zu verschwinden! Kaum hatte Link seine Epona in den modrigen Stall geführt, war diese Schnepfe doch schon wieder verschwunden. Die konnte ihn mal kreuzweise. Bestimmt verschepperte sie die teure Okarina und das lebensrettende Elixier trotzdem irgendwo. Diese...

 

Link schüttelte bloß den Kopf und verkniff sich das Schimpfwort in seinen Gedanken. Zielstrebig marschierte er auf das Büro von Newhead zu, ohne zu wissen, dass jener Lehrer gerade mit viel vergnüglicheren Dingen beschäftigt war.

 

Als Link in den schmalen Gang eintrat und die kleine Bürotür ansteuerte, vernahm er plötzlich ein Poltern aus dem Zimmer. Natürlich war Links erster Instinkt näher zutreten und herauszufinden, ob vielleicht irgendetwas nicht stimmte. Gerade als er klopfen wollte, waren aber in dem Raum noch andere Geräusche. Ein heftiges, lustvolles Stöhnen, welches Link irgendwie nicht verstehen konnte. Wie sollte er auch...

Neugierig legte er ein spitzes Ohr an das Holz und erstaunte angesichts dieser Laute, ausgestoßen von einer Frau und diesem Newhead persönlich. Was bei den Göttinnen trieben die denn da drin, dachte Link. Seine Augenbrauen verzogen sich verwirrt, als das Stöhnen intensiver wurde. Und als die Frau in dem Augenblick einen heftigen Schrei von sich gab, dachte Link, dass irgendetwas nicht in Ordnung sein musste. Er klopfte, aber niemand öffnete. Sich Mut fassend trat er einfach ein und sah das Bild seines Lebens. Ein Bild, an welchem der unwissende Link noch einige Tage zu knabbern hatte.

 

Eine Frau mit langem, braunen Haar saß breitbeinig und nackt auf dem Schreibtisch und hielt Newhead, der vor ihr stand, ebenso entblößt, eng in ihren Armen.

 

„Oh...“, sagte Link auffällig, worauf die beiden entsetzt von einander abließen und den unwissenden Störenfried zuerst bestürzt und dann scherzhaft beäugten.

„Ähm... ich... bin dann gleich... wieder weg“, sagte Link stotternd, da er schon das Gefühl hatte, dass sein Verhalten einer riesigen Peinlichkeit entsprach, obwohl er nicht wusste, was da abging. 

 

So schnell wie er diesmal die Gänge abrannte und die Treppenstufen hinaufhetzte, war Link noch nie irgendwo davon gelaufen. Mit diesem Tempo hätte er diesem verdammten Marathonläufer auf der Steppe um das Zehnfache eingeholt. So schockierend war dieses Bild für ihn, beinahe traumatisiert hatte es ihn, weil er absolut nicht verstand, was Newhead mit dieser Frau angestellt hatte.

 

Als er schmerzhaft atmend in das warme Quartier zurückkam, lag William erwartungsfroh auf seinem Bett. Er hatte einen kleinen Ball in der Hand, den er immer wieder in die Höhe warf und auffing. „Na, hast du ne neue Tunika?“, meinte er. Als er aber dann in das schockierte Gesicht des jungen Helden der Zeit blickte, fiel ihm nur ein blöder Kommentar ein.

„Hat sich die Tunika als böswilliges Monster herausgestellt, oder was?“

Links Mund stand sprachlos offen, während er sich auf dieses entsetzlich, schaurige Bild besann. „Ähm... Newhead war nicht alleine in dem Büro.“

„Ach so. Hat er dich wieder weggeschickt?“

„Nicht so direkt...“

„Na, was denn dann?“ Und der kleine Springball purzelte aus Williams Hand und landete vor Links Füßen. Laundry musterte ihn dann genauer.

„Da war eine Frau bei Newhead und...“, fing Link an. „Die haben irgendwas komisches gemacht...“

 

William schlussfolgerte: Ein Mann und eine Frau. Zu später Abendstunde. Etwas Komisches...

 

„Inwiefern komisch?“, behaarte Will und grinste blöde.

„Ich weiß auch nicht so genau...“, sagte der unwissende Link und kam nicht auf den Dreh, dass William genau wusste, was da ,Komisches’ passiert war. William hatte seine Eltern häufig genug bei diesem ,komischen’ Thema erwischt... Das war ja nun wirklich nichts Schlimmes, dachte der Rittersohn.

Aber den jungen Link schien diese ,komische Sache’ schon ziemlich aus der Bahn geworfen zu haben. Neugierig stemmte Will seine Hände auf den runden Tisch in der Mitte des Quartiers und schielte Link eindringlich an. „Na sag’ schon, wie haben die es angestellt?“

Es, fragte sich Link. Nannte man das so? Als der junge Heroe aber puderrot um die Nase wurde, sparte sich Will weitere Fragen und lachte in einem außerordentlichen, krankhaften Anfall.

 

„Ach, Newhead hat die Frau wohl einfach nur verführt“, meinte Will mit seiner untypischen, tiefen Knabenstimme und hüpfte auf seine Beine. Link zuckte mit den Schultern und hatte keine Lust mehr über ein Thema nachzugrübeln, wovon er sowieso keine Ahnung hatte... außerdem fühlte er sich irgendwie unwohl in seiner Haut bei dem Gedanken nicht zu wissen, was eine Frau und ein Mann zu später Abendstunde so komisches anstellten... es war wahrscheinlich besser, er fragte irgendwann eine andere Person bezüglich des Themas...

 

„Und was mache ich jetzt?“, meinte Link und schwang sich auf das knarrende Bett. „Wenn ich morgen ohne schwarze Tunika im Unterricht aufkreuze, werde ich sofort zum Gespött dieser Schule.“ Nachdenklich wanderte sein Blick an das Zimmergewölbe.

„Mmh...“ William ließ seine Daumen kreisen und erläuterte: „Du hast drei Möglichkeiten. Erstens könntest du mit der grünen Tunika den Hampelmann spielen. Die zweite Möglichkeit besteht darin, morgen früh, noch bevor alle anderen wach sind, die Schule nach einer neuen Tunika auf den Kopf zu stellen, was anstrengend ist. Und als dritten Vorschlag...“ Wills smaragdgrüne Augen funkelten in nie da gewesenem Zauber.

 

Wenig später befanden sich zwei dreiste Möchtegernritter bei purer Dunkelheit auf den Kieselwegen in dem Innenhof. „Ich kann nicht glauben, dass ich mich überreden lassen habe, so einen Schrott zu versuchen“, maulte Link, als sie über die sauberen, gepflegten Beete huschten und an dem Haupttor zu der luxuriösen Mädchenschule standen. Will lachte auf diesen Kommentar und schielt unter einer grauen Kapuze durch die Nacht.

„Ach, du fauler Hund. Die Lösung liegt ja auf der Hand. Ariana umgehend um deine Sachen zu bitten, ist echt der beste Weg.“

„Aber, dass wir dazu unbedingt in die Mädchenschule schleichen müssen, ist mir einfach nicht geheuer.“

„Nicht geheuer?“, lachte Will auf. „Die werden uns schon nicht gleich erwischen.“

„Aber das meinte ich doch nicht...“, sagte Link gedämpft und schielte ebenso in die Nacht hinaus.

„Was denn dann?“, meinte der junge Laundry ungläubig. „Hast du Angst die hübschen Dame würden uns dabehalten wollen?“, entkam es lachend aus seinem Mund. Rotwerden blickte Link zu Boden und verkniff sich weitere peinliche, verräterische Worte.

„Lass’ uns die Sache schnell hinter uns bringen, dann passiert schon nix.“ Und damit deutete der junge Laundry zu einem getarnten Nebeneingang.

 

Die beiden impertinenten Burschen, so gutmütig und sympathisch sie auch waren, hatten zu ihrer eigenen erfreulichen Unverschämtheit auch noch das Glück, jene Nebentür offen vorzufinden. Ohne nachzudenken betraten sie die einladende Seitentür...

 

Geräuschlos schlichen die beiden voran, Link vorneweg, dicht gefolgt von dem Laundryjungen, der bewundernd Links Geschick beobachtete. Wie als ob die Geister ihm zuflüstern würden, was er zu tun hatte, wandelte Link vorneweg, schaute mit erschreckendem Feingefühl, einer schwindelerregenden Fingerfertigkeit um die Ecken, vergewisserte sich der Leere in den Gängen, stoppte, wann immer Geräusche erklangen und versteckte sich vor möglichen, neugierigen Augen.

Wieder eine Sache, aus der William einfach nicht schlau wurde. Der komische Waise aus den Wäldern hatte so viele Fähigkeiten, die einen gewöhnlichen Jungen in diesem Alter einfach nicht standen. Es war wie, als wäre dieser Kerl tatsächlich ein Moblinjäger, wie Will von Anfang an angenommen hatte.

 

Es dauerte nicht lange und die zwei übeltäterischen Raufbolde befanden sich in dem Empfangssaal, wo der große, dicke Wälzer einer Sekretärin lag, die stets Aufzeichnungen darüber machte, wer, wann und wieso das große Haus von Madame Morganiell betrat. Glücklicherweise waren in dem Buch auch die Zimmernummern der ganzen Mädchen angegeben. Mit einer kleinen klappernden Öllampe überflog Link genau und bedacht die Seiten, bis er den Namen Ariana Blacksmith auf einer der ersten Seiten fand. Aha, Zimmer siebenundsiebzig... ein großes Doppelzimmer im ersten Stockwerk. Sofort fiel Link eine Kleinigkeit auf, die auf irgendetwas hindeutete. Vor dem Namen Ariana befand sich mit dunkler Tinte ein großes Kreuz. Unbedingt wissen wollend, was das bedeuten konnte, blätterte Link ein wenig länger in dem Buch herum, aber kein anderer Name war mit der Tinte so hervorgehoben wie der von Ariana...

„Worauf wartest du denn noch?“, flüsterte Will, dem langsam die Knie weich wurden vor Nervosität.

„Siehst du das?“ Und der unerkannte Heroe deutete auf die kleine Markierung. „Kein anderer Name hat eine solche Auffälligkeit.“

„Und was, glaubst du, soll das bedeuten?“

„Weiß nicht, aber es scheint, als ob diese Ariana Blacksmith ihre Geheimnisse hat.“

„Schlimmer als deine Geheimnisse können die ja nun wirklich nicht sein“, murrte Will, worauf der junge Held seinen Leidensgenossen bloß verärgert nachäffte.

 

„Vielleicht hat sie bloß irgendetwas angestellt. So ausgefuchst wie die ist, würde mich das nicht wundern“, sagte der Laundryjunge.

„Oder es könnte daran liegen, dass sie keine Adlige ist.“ Will schüttelte mit dem Kopf. „Nein, so weit ich weiß, gibt es noch einige Mädchen hier, die keiner Adelsfamilie, nicht mal einer untersten Ritterfamilie angehören. Das kann nicht der Grund sein.“ Seine grünen Augen leuchteten verwundert auf. „Was interessiert dich das eigentlich?“

Link fuhr sich durch die blonden Haarsträhnen und schwieg auf Wills Frage. Seine Nachforschungen bezüglich dieser Ariana ergaben ja nun wirklich keinen Sinn...

 

„Hast du dich verknallt?“ Irritiert drehte sich Link um und schaute unter seinem ausgestopften Mantel hervor. „Quatsch, ich weiß auch nicht warum.“

„Du bist jedenfalls verdächtig.“

„Na und?“

„Also hast du dich doch verknallt. Kein Wunder, so wie du und Ariana heute zusammen Epona geritten haben.“

„Ich habe mich nicht verknallt“, schimpfte Link lauter, und ärgerte sich maßlos über Williams unfaire Verdächtigungen. Wie sollte das denn überhaupt funktionieren? Link hatte sich noch nie verliebt und wusste nichts damit anzufangen.

 

„Sicherlich nicht?“

„Nein!“, fauche Link giftig und schüttelte zornig den Schädel. Will klopfte tückisch auf Links rechte Schulter und meinte lediglich, dass er ihm sein herzliches Beleid dafür ausspräche, sich in eine eitle, gerissene Zimtzicke wie Ariana verliebt zu haben. Tosend entkam der Name des Grünäugigen über die Lippen des Helden der Zeit, so laut, dass plötzlich der Saal von hellem Licht geflutet wurde...

 
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