32. Kapitel
 

Kapitel 32: Verräterische Wolken

 

 

 

Weit entfernt von der prachtvollen, alten Ritterschule, und noch weiter entfernt von Hyrules blühender Hauptstadt, fern im Westen in einem kahlen Land ohne Namen, zogen garstige abgemagerte Krähen nieder und kreischten mit entsetzlichen Stimmen, als wollten sie den Stützpunkt an der Grenze auslachen. An jenem Stützpunkt, ein hässlicher, eisenbeschlagener Turm, waren einige Soldaten und Ritter stationiert und auch Valiant von Hyrule war unter ihnen. Sie bemerkten in jener wolkenverhangenen, garstigen und Schnee treibenden Nacht nicht die wenigen ruhelosen Kreaturen und Geschöpfe des Bösen, die mit einer neuen, realitätsverschleiernden Macht in das blühende Königreich einmarschierten. Denn augenscheinlich war alles still und friedlich. Augenscheinlich gab es nichts, wovor man sich fürchten musste, oder was den Frieden im goldenen Land schmälern und bedrohen würde. Aber hinter den Maskeraden der Welt, verborgen hinter den Schatten, brodelten Urkräfte, die nur auf einen günstigen Zeitpunkt warteten. 

 

Die Angreifer zogen weiter, im Visier eine kleine Villa, in der eine adlige, hylianische Familie wohnte. Erst vor einem schützenden Eisentor gaben sie sich preis. Kreaturen des Bösen mit schweren Rüstungen und blutdurstenden Waffen auf nackten Wölfen und gefräßigen, monströsen Wildschweinen. Ein einfacher Soldat auf dem einzigen Turm des Anwesens kreischte und wollte die Bewohner warnen, wurde aber sogleich von einem riesigen Vogel mit scharfen Krallen angegriffen. Mit voller Wucht stießen die Krallen nieder, senkten sich in den jungen Schädel des Soldaten, rissen den ganzen Körper auseinander, als bestand er aus Seide. Mit einem dumpfen Schlag landeten die Überreste des Mannes im Innenhof. Sein Blut befleckte das wenige Pflastergestein und kündigte das Blutbad an, das folgte…

 

Als die dämonischen Ableger das sicherlich stabile Tor mit einem explodierenden Gemisch aus den Verankerungen rissen, wachten die wenigen Hylianer in dem Gebäude aus dem letzten Schlaf, den sie in diesem Leben haben würden. Donnernd stapften die Kreaturen in den Innenhof, folterten und mordeten, was ihnen in die Quere kam. Drei Männer in Rüstungen und mit hylianischen Schwertern und Schilden bewaffnet stellten sich ihnen entgegen, aber hatten keine Chance gegen die monströsen und zähnefletschenden Reittiere, die mit voller Wucht und riesigen Mäulern auf sie niederprallten. Zermürbende, qualvolle Schreie gingen im Innenhof unter, als ein Dämon mit schwarzer Kutte und galligen, teuflisch roten Augen von einem nackthäutigen Wolf sprang, mit einer raschen, unmenschlichen Bewegung seine zackige Klinge durch einen weiteren Soldaten wandern ließ und sich das Blut von der Klinge leckte. Und innerhalb weniger Minuten war die gesamte Villa auf die mörderischste und grausamste Weise von lebenden Hylianern gereinigt. Keiner wurde am Leben gelassen. Selbst Frauen und Kinder wurden niedergemetzelt. Der Dämon von vorhin trampelte über die Reste eines alten Mannes, packte den sterbenden Hylianer am Kragen und riss ihm mit einer brutalen Geste den Kiefer auseinander. Der Dämon lachte bestialisch, als er einen blutbefleckten Zahn in der Hand hielt, der im schwachen Licht ausglühender Fackeln kupfern schillerte. Er lachte lauter und steckte sich den Zahn in eine Gürteltasche. Es würde lange dauern, ehe jemand dieses Blut am Rande Hyrules entdeckte. Und der Dämon war sich sicher, dass niemand um seine fatalen Pläne wusste.

 

Und in dem Bunde der Angreifer, gefesselt und geknebelt, abgemagert, saß ein junges Mädchen mit kastanienbraunem Haar auf einem Karren. Sie winselte und lachte abwechselnd… und sang unter ihrem Wimmern ein anmutig klingendes Lied, das man oft in der Nähe der Lon-Lon-Farm gehört hatte. Sie sang von den Heroen, die Hyrule ins Licht geführt hatten, aber sie sang ihre Melodie wahnsinnig und geschändet…

 

„In Teufelsküche, dort lebt der Geschmack,

das Fleisch der Helden wird dort gehackt.

 

Kommt trinkt mit uns den leckersten Wein,

das Blut der Helden, schenket uns ein.

 

Im blutenden Hyrule, seht unsere Macht,

die Helden, sie fallen, lacht und lacht.“

 

Gerade in jener unheilvollen Stunde saß die Prinzessin der Hylianer in der riesigen Schlossbibliothek. Sie trug eine Lesebrille auf der Nase und hatte sich einen violetten Umhang umgeworfen. Niemand vermutete sie zu der späten Stunde in der Bibliothek, aber sie wollte schließlich immer noch herausfinden zu welcher Ritterfamilie der Held der Zeit gehören könnte. Und dieses Vorhaben hatte sie in den letzten Wochen um einige Stunden Schlaf gebracht. Die nächste Sache, die sie beunruhigte, war das seltsame anorganische Wesen in Professor Morchas Leichenhalle. Aber zu jenen Geschöpfen hatte sie bisher keine nutzbringenden Hinweise auftreiben können.

 

Die Fackeln in der alten Schlossbibliothek rauchten und loderten wild, flackerten, als die Prinzessin mit einem Gefühl der Unruhe einen bestimmten dunklen Fleck in den alten Räumen anstarrte. Sie dachte, dass sie alleine war. Aber für einen schwindenden, gefährlichen Augenblick, als die Fackeln unruhig vor sich hin prasselten, durchfuhr sie ein Stich, als wäre etwas Grausames geschehen. Und Zeldas Instinkte, Böses zu spüren, Grausames zu erahnen, hatten bisher niemals gelogen. Nervös erhob sie sich, warf in einem unachtsamen Moment die Kakaotasse um, die auf dem Tisch stand, und das heiße Getränk lief triefend über einige Stammbaumrollen, die auf dem Tisch lagen. Die junge Adlige fluchte und schob reflexartig die vielen Schriftrollen zur Seite. Und eine jener Rollen fiel mit einem brüchigen Klacken zu Boden. Sie schüttelte ihren hübschen Kopf und hob jene Rolle vom Boden auf. Es war ein altes Wappen mit zwei Schwertern in rotes Siegelwachs eingedrückt und die Rolle war schwer und dick. Etwas neugierig über den Inhalt, öffnete die Prinzessin das kostbare Stück und war überrascht über eine alte, vergilbte Schrift. Es war ein sehr wertvolles Dokument, über eine berühmte, traditionsreiche Familie in Hyrule. Ein Geschlecht, das vielleicht so alt war wie Hyrule selbst und welches viele namhafte und ehrenvolle Männer und Frauen hervorgebracht hatte. Der König des Landes hatte sehr oft über diese alte Ritterfamilie geredet und oftmals wirkte er sehr traurig, wenn er an jenes Geschlecht dachte…

 

Mit einem geruhsamen Lächeln in ihrem ebenmäßigen Gesicht fuhr die Prinzessin des Schicksals über die alte Schrift, las einen Namen, der für Edelmut und Rechtschaffenheit stand mit Bedacht.

 

,Die Fearlessts‘, dachte sie mit Ehrfurcht.

 

Neugierig las sie in dem Dokument und blätterte bis nach unten, fand nach dem letzten Ritter Arn Fearlesst keinen weiteren Eintrag, obwohl es hieß, dass er und seine Gattin einen Nachfahren gehabt haben sollen. Vermutlich wurde das Kind, das er gezeugt hatte und welches den Tod fand, nicht einmal aufgeführt. Auch Lassario Laundry hatte sich sofort nach Anreise in Hyrule darüber informiert und darum gebeten, das Grab sehen zu dürfen. Etwas stutzig überflog Zelda den Stammbaum, erklärte sich diesen Umstand aber so, dass in der damaligen kriegsträchtigen Zeit wohl niemand in der Lage war die Stammbäume weiterzuführen. ,Es war schade‘, urteilte sie. ,In einer solchen Familie wäre Link wohl bestens aufgehoben‘, dachte sie grinsend. Sie wollte den Stammbaum gerade wieder zusammenrollen, als ihr aber bei den Vorfahren der Fearlessts etwas Interessantes auffiel. Der Nachfahre der Fearlessts war nicht aufgeführt, aber einer der Vorfahren von Arn Fearlesst hörte auf den Namen Link…

 

Misstrauisch ließ die junge Schönheit ihre saphirblauen Augen auf dem Pergament ruhen und fragte sich, ob dies mehr als nur Zufall war…

 

Das Feuer der raschelnden Fackeln und zerfließenden Kerzen flackerte unruhig und für wenige Sekunden unbändiger als vorher, als fürchtete es sich. Auch der Prinzessin lief eine Gänsehaut über den Rücken und ihre Augen huschten unsicher ein weiteres Mal zu dem Fleck in der Dunkelheit, den sie vorhin beobachtet hatte. Nun nicht mehr sicher, ob sie tatsächlich alleine war, stützte sie sich mit beiden Händen auf dem Tisch ab und wollte gerade aufstehen, als sich eine eisige, schlanke Hand schnell und agil auf ihre Schulter und eine weitere auf ihren kirschroten Mund legte, um einen überraschten Schrei zu verhindern. Zelda zappelte, bis eine beruhigende und bekannte Stimme erklang und sie beschwichtigte.

Außer Sinnen wand sich die Prinzessin um ihre eigene Achse und sah eine warmherzige, wenn auch immer kriegerische und kampfbereite Gestalt vor sich stehen. Sie trug eine stahlgraue Rüstung, schien bis an die Zehen bewaffnet zu sein. Ihr kurzes, graues Haar war gewachsen und unordentlich. Ihre durchdringenden, roten Augen schienen wachsam, aber auch gezeichnet von grausamen Erlebnissen. Überhaupt sah jene Person abgekämpft und ermüdet aus.

 

„Impa!“, rief Zelda erschrocken. Ihre ernste Miene erhellte sich zunehmend. Sie war froh ihr Dienstmädchen vor sich zu sehen, zeigte aber auch eine ergreifende Mimik angesichts Impas scheinbarer Erschöpfung. Die Shiekah führte einen Zeigefinger an ihre grau bemalten Lippen und deutete der Prinzessin an sich leise zu verhalten. „Redet bitte leise, Prinzessin.“

Den Wink sofort verstehend, löschte Zelda einige Kerzen mit etwas Handmagie und unterhielt sich mit ihrer Vertrauten im Flüsterton.

„Ich bin erfreut dich zu sehen, Impa“, murmelte Zelda und lächelte. „Aber was ist mit dir geschehen?“ Die junge Adlige musterte ihre Vertraute mit Bedenken.

„Ich habe Euch einiges zu berichten, auch weniger erfreuliche Tatsachen und Dinge, die nicht für fremde Ohren bestimmt sind. Daher wäre es besser, wir unterhielten uns an einem sicheren Ort.“ Misstrauisch beobachtete Impa die Ecken und verborgenen Schlupfwinkel in der noblen Bibliothek. Die Königstochter nickte lediglich und teleportierte sich mit Impa gemeinsam zurück in ihre eigenen Gemächer. Sie entzündete nur eine Kerze in ihrer kleinen, runden Lesestube. Lediglich ein hoher runder Tisch, sowie einige Regale mit dicken Wälzern befand sich dort. Zusätzlich schob die Adlige die großen, schweren Gardinen vor die hohen Fenster, sodass niemand sie zu dieser späten Stunde wach sah. Sie bat Impa einen Platz an, den sie seufzend annahm. Es schien, als fiel in dem Augenblick der stolzen kampferfahrenen Frau, wo sie wusste, mit der Prinzessin alleine zu sein, und wo sie sich in einen bequemen Sessel sinken ließ, eine Last von der Seele.

 

Zelda studierte das Verhalten ihrer Hofdame zweifelnd. Es war lange her, dass sie die Shiekah so furchtsam und vorsichtig erlebt hatte. „Ich bin nur hier um Euch über verschiedene Inhalte zu informieren. Ich werde in wenigen Stunden wieder abreisen“, erklärte sie.

„Warum das?“, fragte Zelda verwundert. 

„Ich fürchte, ich wurde vor einigen Tagen verfolgt. Und ich vermute, es gibt jemanden, dem es von besonderen Interesse ist, dass gewisse Inhalte nicht an Eure Ohren dringen.“ Zelda blinzelte und nahm angespannt gegenüber der weisen Frau Platz.

„Ich konnte meine Verfolger abschütteln, ich weiß nicht einmal, wer jene waren, oder mit welchem Sinn sie mir hinterher spionierten, aber ich habe das Gefühl, ich weiß mittlerweile einige Dinge, die niemand wissen sollte. Es wäre nicht klug, dass ich mich länger an einem Ort aufhalte.“

 

Zelda atmete tief ein, rieb sich ihre schmerzende Stirn und fühlte sich etwas unpässlich Impa in diese riskante Situation gebracht zu haben.

„Verzeih‘ mir Impa, als ich dir den Auftrag gab durch Hyrule zu reisen und Wissen über die Geschundenen einzuholen, scheine ich voreilig gehandelt zu haben… und ich habe dich in eine schwierige Lage gebracht.“

Doch die Hofdame schüttelte banal ihren Schädel und legte ihre langen, schlanken Hände auf jene der Prinzessin. „Nein, es scheint, als habt Ihr einmal mehr Eure Aufgabe erfüllt. Es ist richtig und notwendig, dass die Königsfamilie den Plänen und widerwärtigen Taten dunkler Bündnisse auf die Schliche kommt. Wir mussten immer Opfer bringen, Prinzessin. Nicht nur in dieser Zeit…“ Zelda lächelte mitfühlend und schloss ihre saphirblauen Augen.

„Dennoch… ich scheine immer diejenigen, die mir wichtig sind, in gefährliche Situationen zu bringen… es macht mich wütend und traurig.“

„Das braucht es nicht. Ich bin eine Shiekah, und wir Schatten wussten uns immer zu wehren und wir bezahlten unsere Treue gegenüber Hyrule immer mit Blut und Tränen. Zelda, bereut nicht zu viel. Es lohnt nicht. Es ist der richtige und einzige Weg.“ Das Mädchen blickte schräg seitwärts und spürte das belehrende Ausmaß ihrer eigenwilligen Handlungen und Aufträge, spürend, dass es so bestimmt war. Aber es fühlte sich einmal mehr nicht so an, als waren ihre Entscheidungen edel und weitsichtig. Zelda hoffte so sehnlichst einmal Entscheidungen ohne die daran geknüpften Opfer fällen zu können. Aber dies würde wohl ein Wunschtraum bleiben.

 

Das Wachs tropfte langsam von der einzelnen lichtspendenden Kerze, als Zelda der Bedeutung dieses Treffens mit Impa gewahr wurde. Das, was ihre Hofdame berichten würde, sollte Konsequenzen vor allem für das Gute in Hyrule haben.

„Und was konntest du herausfinden? Welches Wissen scheint so gefährlich, das man dich verfolgte?“, fragte die Prinzessin neugierig.

Impa seufzte und schloss ihre Augen. „Die Dämonengeschlechter unseres Landes sind in Aufruhr. Es scheint sogar Konflikte zwischen Moblins und Knochendämonen zu geben, da beide hinter bestimmten Gegenständen her sind.“

„Hinter bestimmten Gegenständen?“ Das hübsche Gesicht der Prinzessin verzog sich vor Erstaunen. Sie wirkte angespannt und deutlich betrübt.

„So lasst mich erklären, Zelda“, legte die Shiekah dar. „Mir ist bewusst, dass Ihr beunruhigt seid.“ Zelda nickte und seufzte. Ja, sie war in den letzten Tagen etwas durcheinander, aber vor allem, weil sie sich immense Sorgen um Link machte… und weil sie seine Nähe vermisste. Normalerweise hatte Zelda ihre Schwächen im Griff, in den letzten Wochen jedoch, mit dem Angriff auf sie selbst, sowie die Ungewissheit, was mit Link los war, hatte sie einen Teil ihrer Stärke eingebüßt. Selbst Impa bemerkte dies…

 

„Es ist nicht nur das… ich habe dasselbe Gefühl in mir wie damals, als Ganondorf hinter dem Triforce her war. Dasselbe ungute, erdrückende Gefühl, dasselbe Gefühl der Machtlosigkeit…“, sprach sie und beobachtete das Kerzenlicht. „Mir ist nicht wohl dabei, was in Hyrule vor sich geht.“

„Auch die letzten Überlebenden der Shiekah sind aufgewühlt, Prinzessin. Und wir spüren dasselbe namenlose Grauen wie Ihr. Selbst vor wenigen Minuten scheint in Hyrule etwas Dunkles geschehen zu sein…“

„In dieser Nacht wurde zu viel Blut vergossen…“, murmelte die Königstochter. „Mir war es vorhin bewusst… ich weiß nur nicht wo und warum…“

„Nun, das Warum liegt vielleicht in etwas, was ich euch erklären kann“, sprach Impa förmlich. Zelda sah mit einem handlungsbereiten Funkeln in ihren Augen auf. „Du meintest, es geht um bestimmte Gegenstände, hinter denen Dämonen her sind.“

„Korrekt.“

 

Die blonde Adlige erhob sich und tapste in ihrem langen Umhang, der auf dem Boden entlang schleifte, zu ihrer kleinen Bar und nahm sich frisches Wasser aus einem Krug.

„Um welche Gegenstände handelt es sich?“

„Man nennt jene die Dreizehn Schlüssel, zumindest sagten meine Informanten dies…“, meinte Impa. Sie trat zu der Fünfzehnjährigen und nahm sich ebenfalls eine Tontasse Wasser. Sie konnte Zeldas Blick im schwachen Kerzenlicht sehen. Und ihr Blick war gefasst, aber auch resigniert.

„Ihr wirkt nicht überrascht?“, meinte die Hofdame. Zelda schüttelte abtuend ihren Kopf.

„Das bedeutet, Euch sind diese Schlüssel ein Begriff?“

„Nicht gänzlich, ich habe bereits davon gehört und einer jener Schlüssel befindet sich in der königlichen Schatzkammer…“, meinte sie leise und nahm wieder Platz. Sie stützte ihren Kopf in die Hände und schien zu grübeln.

Impa nahm einen kräftigen Zug aus der Tontasse und wischte sich das Wasser von den Mundwinkeln. „Auch scheint es, dass die Geschundenen der Macht, die sich gut zu verstecken wissen, fast so, als wandelten sie zwischen den Welten, ebenfalls Interesse an jenen Schlüsseln tragen.“

„Das habe ich fast schon vermutet. Wissen deine Informanten wozu jene Schlüssel geschmiedet wurden?“ Die kampferprobte, muskulöse Frau schüttelte enttäuschend den Kopf. „Aber ich weiß es…“, sagte Zelda dann. Verdutzt sah Impa auf. Und es war höchst selten, dass Impa von etwas überrascht werden konnte.

„Einst zu einer alten Zeit existierte ein Gegenstück zu der reinsten und heiligsten Waffe Hyrules, bis zu einem Tag, dass man jene Klinge versiegelte. Ich habe die Befürchtung, jemand ist hinter dieser Waffe her.“ Und je mehr Zelda beinah tonlos sagte, umso entsetzter wurden Impas glutrote Augen.

„Woher habt Ihr diese Kenntnis?“, sprach die Vertraute streng. Sie fokussierte Zelda verdutzt, und verschränkte ihre Arme. Sicherlich hatte die Prinzessin schon immer ihre Prophezeiungen. Sie besaß das zweite Gesicht. Aber dass Zelda auch bei diesem Thema einmal mehr Wissen kundtun konnte, verblüffte Impa. Hinzu kam, dass auch der Shiekah nicht entging, dass sich Zelda sorgte, dass Zelda irgendwie nicht dasselbe, sonst so temperamentvolle Mädchen war. Wo nur war ihre Energie und Lebenslust, die Impa sonst immer so deutlich wahrgenommen hatte?

 

Zelda seufzte und schloss die Augen. „Wie du weißt, habe ich meine Informationsquellen. Es gibt schließlich andere Wege und noch mehr Völker in Hyrule als die Shiekah oder Hylianer…“

„Und was wollt Ihr mit diesem Wissen tun, Prinzessin? Wenn jemand hinter der dunklen Klinge her ist, müssen wir jene Person daran hindern.“ Zelda runzelte die Stirn und setzte einen Zeigefinger an ihr Kinn.

„Das verkehrteste, was wir tun können, ist, diese Schlüssel zusammen zubringen. Niemand weiß um den Schlüssel in der Schatzkammer des Schlosses. Wir können zumindest diesen schützen. Was mit den anderen ist, weiß ich im Moment nicht…“ Sie ließ ihren hübschen Kopf hängen und legte eine Hand auf ihr Herz.

„Habt Ihr wenigstens einen Verdacht, wo sich die anderen Schlüssel verbergen, Prinzessin?“ Und Impas scharlachrote Augen leuchteten auffordernd in ihre Richtung.

„Einige scheinen wohl bereits in Dämonenbesitz, fürchte ich…“, sagte sie deprimiert. „Ich weiß nicht, was ich in dieser Situation tun kann. Ich ging schon einmal zu weit mit voreiligen Entscheidungen. Manchmal jedoch ist es besser, die Dinge im Unklaren zu lassen…“

 

Aber mit der Antwort schien sich Impa nicht zufrieden zu geben. Zeldas momentane Unsicherheit machte sie misstrauisch. Sie wusste doch sonst immer, was zu tun war und sie wusste auch sonst immer mit ihrem Dickschädel durch Wände zu gehen. Die Hofdame trat näher und legte der Prinzessin mitfühlend eine Hand auf die Schulter.

„Das sieht Euch nicht ähnlich. Es geht um jemanden, den Ihr mögt, nicht wahr?“, bohrte Impa nach.

Die zukünftige Herrscherin sah missbilligend auf. „Was meinst du?“

„Zelda!“, murrte Impa streng, kniete nieder und hob das spitze Kinn der Prinzessin in die Höhe. „Ich kenne Euch seit fast sechzehn Jahren. Ich spüre sehr deutlich, wann es Euch nicht gut geht. Und es geht Euch nicht gut! Aber wohl nicht wegen der beunruhigenden Nachrichten. Da ist etwas anderes, das Euch belastet!“

Zelda verdrehte ihre Augäpfel. Dann streichelte sie das Triforcefragment der Weisheit auf ihrem rechten Handrücken. Sie konnte Link seit Tagen nicht mehr spüren, es war wie, als war Zelda ohne diese Fähigkeit nicht sie selbst…

 

„Es geht um den Heroen… daraus konntet Ihr noch nie ein Geheimnis machen“, meinte Impa kopfschüttelnd. Und weil Zelda bockig dreinblickte und allein dieser Satz ihre Angriffslust zu wecken schien, wusste die Shiekah, dass sie den Pfeil ins Schwarze getroffen hatte. Die blonde Adlige hüpfte auf, knallte ihren Umhang nieder, stand nur noch mit ihrem weißen, langen Nachtgewand im Raum und klapperte dann mit den Schuhen. „Darum geht es jetzt nicht!“, murrte Zelda beleidigt. „Es geht nicht um Link… er-“

„Oh doch!“ Und Impa nahm Zelda das Wort. „Leider muss ich Euch mitteilen, dass ich Euch noch mehr zu berichten habe… und ich schätze, wenn ich Euch dies sagte, könntet Ihr vielleicht das Vertrauen in Link verlieren.“

Zelda zwinkerte und ihr wich die Farbe aus dem hübschen Gesicht. „Was meinst du?“ Noch ehe die Hofdame weiter argumentieren konnte, sprach Zelda stolz und standhaft: „Nie und nimmer würde ich das Vertrauen in Link verlieren. Und wenn er sich in das widerwärtigste Aas verwandeln sollte und sich wie der herrischste, kälteste Hylianer überhaupt verhalten würde… ich würde ihm immer vertrauen. Und wenn er mich verletzt, egal mit Worten oder Taten… ich würde immer zu ihm halten. Link hat ein reines Herz, wage es nicht das Gegenteil zu behaupten!“

 

Aber Impa schüttelte angesichts Zeldas festgefahrener Meinung über Link den Kopf. Die Thronfolgerin sah so viel Gerechtigkeit auf der Welt, und so viel Schändliches. Aber wenn es um den Helden der Zeit ging, so schienen ihre Sinne vernebelt.

„Wenn Worte Euch nicht stutzig machen können, dann müssen Aufzeichnungen den Beweis bringen“, sprach Impa. Und es war dann, dass sie die Splitter eines zerstörten Gesteins aus ihrer magischen Tasche schüttete und auf dem Tisch vor Zeldas Nase ausbreitete. Und es waren Splitter, die der Prinzessin durchaus vertraut waren.

„Erinnert Ihr Euch an die Mythensteine der Shiekah, welche überall im Land verteilt sind?“

„Sicherlich tue ich das“, murmelte die Thronerbin trocken, wollte sie doch nicht verstehen, worauf Impa hinauswollte.

„Dies sind die Überreste eines Steines, der nahe der westlichen Grenze stand. Es bedarf einer besonderen Macht einen jener heiligen Steine zu zerstören, und nicht jeder weiß um verborgene Fähigkeiten jener Steine. Lediglich die letzten Shiekah sind in der Lage weitaus drastischere Fähigkeiten zu aktivieren.“

„Jetzt rede nicht um den heißen Brei, Impa.“ Und Zelda verlor mehr und mehr die Geduld. „Sag‘ endlich, was du mir unterbreiten willst und mach‘ kein Geheimnis mehr daraus.“ Die Prinzessin wurde zunehmend launisch und missmutig. Es war kein Wunder. Der Gedanke, dass selbst Impa anfing Links Fähigkeiten zu untergraben und seine wahre Natur in Frage zu stellen, löste etwas in ihr aus, das sie lange nicht gefühlt hatte…

 

Impa schloss ihre rubinroten Augen und ließ furchtsame Worte über ihre bemalten Lippen gleiten: „Die Splitter jenes Gesteins machen nicht nur Vorhersagen, sondern speichern ebenfalls Geschehnisse, speichern Bilder über Ereignisse, die in der näheren Umgebung stattgefunden haben. Und ich aktivierte sie, bezeugte Schreckliches, Blutrünstiges und Verdorbenes.“ Der bange Klang in ihren Worten verriet, dass sich die Shiekah vor der Wahrheit, die ein Mythenstein zweifelhaft wiedergab, zu fürchten schien. Sie wollte nicht glauben, was die Steine erzählten, wollte ihren eigenen Sinnen nicht mehr trauen. Aber es existierten Wahrheiten in Hyrule, die man nicht beschmutzen konnte.

 

„Seht selbst…“, murmelte Impa noch, ordnete die Splitter an und faltete ihre weißen Hände. Ein glitzernder Schein entsprang dem verzauberten Gestein und als der Zauber seinen Höhepunkt erreichte, verschwammen die Lichter zu immer plastischeren Bildern. Und es waren Bilder der Qual und des Leids, Bilder, die ein Sterblicher kaum ertragen konnte. Bilder, die Seelen folterten und zerfraßen…

 

Zelda beugte sich über die Erzählung des Mythensteins und je mehr sie sah, umso mehr zweifelte sie an allem, was sie über sich selbst und ihre Ideale wusste…

 

„In der dunkelsten Stunde eines Tages, als weder ein beschützender Mond noch bezeugende Sterne dem Himmel ein Gesicht verliehen, erstickte hylianische Grausamkeit das wenige Leben, das in einem unbeachteten, ruhmlosen Dorf an der westlichen Grenze Hyrules gewöhnlichen Tätigkeiten nachging. Nur wenige Häuser standen dort aneinandergereiht. Ein Brunnen spendete Wasser, das sich bereits blutrot gefärbt hatte. Eine kleine Kneipe bewirtete wenige Männer, die mit aufgeschnittenen Bäuchen vor ihren Mahlzeiten saßen. In den Leibern steckten Pfeile und Dolche. Im ehrfürchtigen Gotteshaus lagen Gliedmaßen und rinnendes Blut bedeckte die Statuen der Göttinnen Din, Nayru und Farore. Und über die wenigen, wimmernden und winselnden Leiber, die ihre letzten Atemzüge nahmen, trampelte ein junger Mann mit einer blutbeschmierten, waldgrünen Tunika und einem lechzenden Schwert in seiner linken Hand hinweg. Auf seinem Handschuh leuchtete strahlend ein gleißendes Triforcefragment, dessen Magie das letzte Leben zu Staub zerstieß. Er lachte wahnsinnig, ließ seine Waffe tanzen und schändete den heiligen Ort. Und in seinen tiefblauen Augen loderte ein wahnsinniges Feuer der Gier und Brutalität. Augen ohne Mitgefühl und Reue. Augen voller Hass und Tod…“

 

Als die Bilder verblassten starrte Zelda leblos zu den Splittern. Jegliches Gefühl der Wärme und Sicherheit war mit diesen Bildern in ihr zerbrochen. Sie zitterte, legte ihre Hände auf ihre weinroten Lippen und wimmerte. Tränen standen in ihren Augen. Brennende Verzweiflungstränen…

Schreckhaft wich die Prinzessin zurück, lehnte sich an die hinter ihr vorhandene Steinwand und verkrampfte sich. Ihr war übel und um sich nicht übergeben zu müssen, umfasste sie fest ihren Bauch. Sie schluckte, traute sich nicht ihre saphirblauen Augen zu schließen, aus Angst noch einmal diesen wahnsinnigen Blick aus Links Augen ins Gedächtnis zu rufen. Jene Bilder hatten das Urvertrauen, das Zelda in sich selbst und ihre Welt hatte, auf die gefährlichste Weise erschüttert…

 

„Prinzessin…“, sprach Impa reumütig. Sie wollte es ihr ersparen, aber dennoch hatte sie keine Wahl als ihr diese Bilder zu zeigen. Sie sprach ihren Namen nachdrücklich, aber das Mädchen reagierte lethargisch und griff sich mit den Händen an die Stirn.

„Zelda…“, sagte Impa lauter. Und als die Königstochter ihre so sanftmütigen und wissensdurstigen Augen öffnete, bezeugte die Shiekah den desolatesten Blick, den Zelda jemals zuließ. Und sie antwortete nicht. Weitere Tränen sammelten sich in ihren Augen und sie zweifelte. An sich. An Impa und sogar an Link…

 

„Das kann nicht sein…“, sprach sie schwankend. „Das muss ein Irrtum sein… Link würde niemals… er würde nicht…“

Auch Impa schluchzte und ballte ihre Fäuste. „Zelda…“

„Das ist nicht wahr, Impa. Ich werde das nicht glauben!“ Aber Zeldas Blick verriet traurige Zweifel…

„Die Steine lügen nicht…“, versuchte die weise Frau zu schlichten. „Auch die Zeit lügt nicht, Prinzessin. Dieses Dorf wurde vor nicht ganz einem Jahr angegriffen und ausgerottet. Erinnert Ihr Euch? Ihr habt Valiant von Hyrule dorthin geschickt um die Untersuchungen zu begleiten.“ Die Prinzessin nickte fahl und sackte in sich zusammen. Schluchzend hockte sie auf dem Boden und versuchte ihre Gedanken zu sortieren. Fürsorglich nahm Impa den violetten Umhang und legte diesen um die Schultern des Mädchens.

„Zelda, ich wollte Euch damit nicht überfahren…“, murmelte die Hofdame.

Mit rotgeriebenen Augen sah Zelda wieder auf und wischte sich die letzten Tränen von den Wangen. „Es ist in Ordnung, Impa, ich muss das erst verarbeiten…“

„Wenn es Euch hilft, ich kann es mir bis jetzt noch nicht erklären. Ich kann mir nicht vorstellen, das Link dies getan haben soll. Nur kann es kein Zufall sein, dass ausgerechnet jener Mythenstein, der Link beobachtete, zerstört wurde. Vielleicht wollte er seine Spuren verwischen.“

 

Aber Zelda schüttelte aufsässig ihren hübschen Kopf. „Woher wollen wir wissen, ob nicht vielleicht ein anderer den Stein zerstört hat, der dies alles irgendwie manipuliert hat. Vielleicht war Link nicht er selbst… nicht Herr seiner Sinne… vielleicht…“ Aber je mehr Zelda versuchte die Dinge schön zu reden, sich zu erklären, umso mehr Zweifel kamen letztlich auf. Link hatte unzählige mentale Barrieren. Es konnte nicht sein, dass ihn jemand so lange und auf solche Weise manipulieren konnte. Und es konnte auch kein Doppelgänger sein. Das Fragment des Mutes strahlte deutlich auf seinem Handrücken und nur er konnte es tragen. Erschreckend war, dass man nicht nur das Fragment der Kraft für Frevel und Bluttaten einsetzen konnte…

 

„Es muss dennoch eine Erklärung geben“, sprach Zelda treu, atmete tief durch und versuchte die Bilder in sich zu verschließen. „Das ist Link, Impa. Er besitzt die Seele des legendären Heroen… ich… ich weiß nicht, wie ich… das kann einfach nicht Realität sein.“

Die Shiekah half ihr Aufstehen, packte sie fest an ihren Oberarmen und blickte sie befehlend an. „Und Ihr seid die Prinzessin Hyrules… Ihr habt die Pflicht dieses Land zu schützen, gleich jedweder Konsequenzen. Und es liegt in Eurer Verantwortung mit diesem Wissen Entscheidungen zu fällen, die Hyrules Zukunft betreffen. Ihr tragt Verantwortung gegenüber dem Leben, nicht gegenüber Link, auch wenn er dem Land einen ehrvollen Dienst erwiesen haben mag.“ Es war für die Shiekah mittlerweile zum Haare raufen. Natürlich wollte sie nicht glauben, dass Link ein Verräter war, aber hier lagen schließlich Beweise, die man nicht ignorieren konnte. Zeldas Halsstarrigkeit machte sie gerade sehr wütend.

 

„Aber Link ist der Held Hyrules!“, argumentierte Zelda. „Er würde dieser Welt niemals schaden!“

„Link war der Held Hyrules!“, stellte Impa erbost klar und konnte Zeldas Rechthaberei immer weniger ertragen. „Was ist mit dem Masterschwert, es erkennt ihn nicht mehr an! Wie viele Beweise braucht ihr noch, um zu begreifen, dass der Held der Zeit nicht mehr derselbe ist?“

Zelda schüttelte widerspenstig ihren Kopf und wand ihrer Ziehmutter den Rücken zu. „Es mag stimmen, dass Link nicht mehr derselbe ist, aber ich weiß… und ich spüre, dass er zu seinem wahren Ich zurückfinden wird…“, ermutigte sich Zelda.

 

Impa breitete aufgeregt ihre Arme auseinander und versuchte weitere Argumente zu finden. „Was ist mit der Farm?“, rief Impa bewegt. „Was ist mit Malon, ich konnte keinen Hinweis auf sie finden… vielleicht hat Link doch etwas mit ihrem Verschwinden zu tun… wenn er so grausam morden kann, hat er vielleicht tatsächlich die Leute auf der Farm angegriffen! Zelda, ich verstehe dies genauso wenig wie Ihr. Aber ich kann meine Augen nicht vor der Wahrheit verschließen.“

„Du siehst aber gerade nur das, was du sehen willst…“, fauchte die Prinzessin. Sie war kurz davor ihre Ziehmutter aus ihren Gemächern zu werfen. „Du redest von der Wahrheit, Impa, aber ich weiß, dass wir jene nicht kennen. Etwas Bestialisches versucht Link in ein schlechtes Licht zu rücken. Warum sonst sollte er so geschwächt und krank sein?“

„Vielleicht ist er gerade deshalb körperlich geschwächt und krank, weil das Triforce ihn so vor weiteren Fehlhandlungen und Morden schützt… oder er spielt Euch dies alles nur vor.“ Und in dem Augenblick, als Impa zu weit ging und Link bezichtigte, sie anzulügen, hatte die junge Königstochter ihre Macht nicht mehr unter Kontrolle. Beißender Wind, wie Nadelstiche, wehte durch die kleine Lesestube, wirbelte raunend die schweren Vorhänge auf und ließ Zeldas kupferschillernde Haare zu Berge stehen. Sie kreischte entsetzlich, kurz davor ihre Macht an Impa zu entladen: „Ich will davon nichts mehr hören! Du redest genauso wie Valiant! Das ist blanker Irrsinn!“ Und bevor die Trägerin des Triforcefragments der Weisheit ihre Energie auf ihre Vertraute niederprallen ließ, nahm sie sich zurück, drückte ihre Hände gegen die Brust und versuchte sich unter Kontrolle zu bringen. Sie atmete schwer, ahnte, dass genauso wie Link auch sie mehr und mehr aus dem Gleichgewicht geriet. Sie hatte ihre Macht immer unter Kontrolle, es war ihr nie geschehen, dass sie so überreagierte.

 

„Impa, lass mich allein… ich kann nicht mehr…“, sprach sie schwach und wand ihrer Ziehmutter den Rücken zu. „Es tut mir leid, dass wir so aneinander gerieten und keine Lösung finden konnten…“ 

 

Die reife Frau nickte. Es war wahrlich genug diskutiert worden. Und in Zeldas momentaner körperlicher und mentaler Verfassung konnte sie ohnehin keine ausgereiften Entscheidungen fällen. „Ihr solltet den Heroen zu gegebener Zeit damit konfrontieren. Ich werde Euch die Splitter des Mythensteins daher hierlassen“, sprach Impa ruhiger. „Verräterische Wolken ziehen in Hyrule auf… ich hoffe, sie lichten sich… Wenn Ihr meine Hilfe benötigt, dann, wenn die Zeiten düster werden, sucht mich…“ Zelda nickte und sprach ein düsteres Lebewohl…

Und die Shiekah legte ihre kohlenschwarze Kapuze über ihr Antlitz und verschmolz mit den Schatten, als wäre sie nie hier gewesen…

 

Als Impa bereits eine halbe Stunde verschwunden war, saß die Prinzessin in ihrem Nachtgewand noch immer bekümmert und ein wenig ratlos in der Lesestube. Sie zitterte und suchte Wärme und Schutz in ihrem Mantel. Die Tränen verblassten, aber die Zweifel in ihrem Seelenleben wollten nicht vergehen. Sie liebte Link aufrichtig, sicherlich, aber sie fragte sich mittlerweile, ob sie nicht nur jenen jungen Helden liebte, der er einmal war. War sie in der Lage hinter ihm zu stehen, trotz dieser massiven Anschuldigungen? Sicherlich, es war bereits nach dem Angriff auf die Farm nicht einfach für Zelda ihren Vater und die Ritter von seiner Unschuld zu überzeugen. Nur hatte sie zu diesem Zeitpunkt völlig auf ihren Heroen und seine Ideale vertraut. Wenn jetzt herauskam, dass er ein Dorf wie ein närrischer Wahnsinniger abgeschlachtet hatte und man die Beweise darlegte, Zelda fürchtete um Links Leben… Wenn die Ritter oder ihr Vater von den Überresten des Shiekahsteins erfuhren, würden sie Link in jahrelangen Arrest sperren oder womöglich die Todesstrafe verhängen, auch wenn ihr Vater jene abgeschafft hatte. Ausnahmen gab es nun mal immer…

Wie sollte sie dann noch auf Links wahres Ich vertrauen? Sie war die Thronerbin, sie trug Verantwortung gegenüber Hyrule… und die Völker würden nicht akzeptieren, dass ein gefallener Held mit einer gigantischen Macht in seiner Hand frei herumlief …

 

Sie schluchzte bitter, schloss die Augen und bat ihre Schutzgöttin Nayru um Antworten. Sie legte ihre Hände auf das Herz, versuchte Link über ihr Fragment, trotz der Entfernung zu spüren, wahrzunehmen, wie es ihm ging, aber es funktionierte erneut nicht. Er hatte sich von ihren Empfindungen völlig abgeschirmt. Er hatte sich ja sogar von sich selbst völlig entfremdet. Jeder Versuch ihre sonst so starke Verbindung wach zu rütteln scheiterte… und es scheiterte seit einigen Tagen…

 

„Was soll ich denn nur tun…“, fragte Zelda in die Dunkelheit des Raumes und legte ihren Kopf auf die Arme. „Link… ich will und kann dich nicht aufgeben…“

 

Und es war, selbst wenn Link seine Empfindungen ihr gegenüber abschirmte und nicht einmal das Triforce eine Verbindung herstellen konnte, dass Träume einen mächtigeren Zugang zu der Seele besaßen. Und es war in den Träumen, dass die Prinzessin ihre Antwort für die nächsten Monate finden sollte. Mit einer kristallenen Träne, die an ihren zarten Wimpern entlang rollte, holte sie der Schlaf.

 

Manchmal konnte man sich nicht gegen die Bilder wehren, die in der Seele flüsterten. Und manchmal flüsterten sie leidvoll und bedrohlich, erinnerten an vergessene Ideale, erinnerten an einstige Leben, die wir aus Angst zu zerbrechen, nicht verstehen wollen. Es ist verdammt hart sich dem zu stellen, was in den Nebeln der Sinne regierte, alten Wesen die Stirn zu bieten, man selbst zu sein, wo dies als sicher geglaubte Existenzen zerstückeln könnte. Und die Prinzessin war nicht blind für Brücken, die im Unbewussten geschlagen werden konnten. Und sie war nicht blind für die Realität und die Empfindungen, die ein Traum verursachen konnte…

 

Sie hatte es beinahe vergessen. Dort, wo Hyrules Winde mit Lebenslust wehten, wo Gräser summend in die Höhe sprossen, wo eine alte Weise erklang, fand die Prinzessin einen Teil ihrer selbst, dort, auf dem höchsten Plateau der Steppe, ein vergessener Platz mit einer quietschenden Holzschaukel an dicken Ästen eines riesigen Laubbaumes und einer mit Moos überwucherten Steinmauer, konnte man ganz Hyrule in all seiner Faszination entdecken. Sie hatte jenen Platz für sich gefunden, und für den Jungen, dessen Ideale wie ein Spiegelbild für sie waren.

 

Hier, an jenem unvergänglichen Platz, hatte Zelda ihre Liebe für Hyrule entdeckt und sie hatte von hier aus geweint und geflucht, als sich der Himmel blutrot färbte. Sie hatte hier, wo sie ihre Sinne in den Träumen öffnete, ihr eigenes Herz gefunden und war so dankbar für das Gefühl, ihre prächtige Welt mit jener Aufrichtigkeit und jenem Stolz zu lieben. Sie war so dankbar, dass Hyrule existierte…

 

Sie lächelte im Traum, breitete ihre nackten Arme aus und genoss einen lauwarmen Wind, der durch ihr honigblondes Haar wehte. Sie spürte, dass sie an ihrem Lieblingsplatz nicht alleine war, und sie wusste, dass jene Gesellschaft alles andere als bedrohlich für sie war. Ja, sie hatte es immer gewusst, und nun waren da die Zweifel eines verräterischen Tages. Zweifel, die eine verruchte Realität ihr einreden wollte.

 

An ihre spitzen Hylianerohren drang das Geräusch einer klappernden und quietschenden Schaukel, die hin und her pendelte. Und im sanften Takt erklangen dumpfe Flötentöne. Die Adlige öffnete ihre Augen für die Erfahrung eines Traums, für eine tröstende Empfindung, die hier lebendig werden würde. Und sie versuchte zu lächeln mit den vielen Zweifeln und den erschreckenden, düsterten Bildern Links brutaler Attacke in ihren Gedanken.

 

Und dort auf der Schaukel, sich in seiner Freiheit wiegend, saß ein vertrauter junger Mann verträumt und unschuldig. Er spielte ein Lied, das Zelda noch nie gehört hatte. Vielleicht hatte er es sich auch nur ausgedacht, aber es war wunderschön, so faszinierend wie der Hylianer, der die Töne erschuf. Seine Konzentration war völlig auf das Musikstück gerichtet. Seine Augenlider geschlossen. Sein ansehnliches Gesicht mit leicht sonnengebräunter Haut schien gelöst und entspannt. Er trug eine etwas edlere, smaragdgrüne Tunika mit goldenem Saum und ein goldenes Kettenhemd kam an einigen Stellen zum Vorschein. Er hatte keine Mütze auf seinem Kopf, sondern hatte seine dunkelblonden Haare zu einem Pferdeschwanz verbunden. Er sah anziehend aus, sodass es in ihrer Brust schmerzte. Dies war ihr Held, dies war der stolze, junge Mann, der sie gefunden hatte und der sie beschützt hatte. Und er spielte himmlisch und andächtig…

 

Als sie ihn so vor sich sah, konnte sie kaum glauben, dass dieser Hylianer, dieser verträumte Jugendliche in der Lage war, ein ganzes wehrloses Dorf auszurotten. Und sie wollte nicht begreifen, dass sie an ihm zweifelte.

 

Sie traute sich kaum ihn anzusprechen, faltete ihre Hände vor der Brust und blickte zu den wippenden Gräsern vor ihren Füßen. Dabei wollte sie ihm so viel sagen, und sie wollte ihn einfach nur berühren, sich versichern, dass seine Berührungen warm waren, wahr und rein, nicht so teuflisch wie die Abbildungen des Mythensteins. 

 

Er ließ die sonnige Melodie leise enden und hüpfte sachte von der Schaukel. Zelda wagte sich kaum in seine tiefblauen Seelenspiegel einzutauchen, fürchtete sich vor dem, was sie entdecken könnte und schwieg weiterhin. Sie versuchte ihn zu ignorieren, aber sein gesamtes Erscheinungsbild, seine Nähe war so überwältigend, dass es ihr unheimlich schwer fiel. Und eine Sache machte sie stutzig. Als Link näher trat, war da eine Auffälligkeit, welche Sorgen in Zeldas Herzen aufkeimen ließen. Link humpelte und schien Schmerzen zu haben, vor allem in seinem rechten Bein…

 

„Du zweifelst an mir, nicht wahr…“, sprach er leise und stand genau vor ihr. Er ließ nur wenig Abstand zu ihr, sodass Zelda augenblicklich zurückwich. 

„Du fürchtest dich vor mir…“, murmelte er bekümmert, streckte eine in teurem Lederhandschuh verpackte Hand nach ihr aus, aber sie wollte jetzt nicht von ihm berührt werden. Außerdem… von sich aus hatte der junge Heroe dies nur in den seltensten Momenten versucht. Es war nicht typisch für ihn, dass er ihr nahe sein wollte, zumindest nicht in diesem Hyrule, nicht in ihrer Gegenwart. 

 

„Ich fürchte mich vor dem, was du getan haben könntest. Ich weiß nicht mehr, was ich glauben soll… Diese Zeit wird schwer. Die Last des Schicksals… die Bedrohung… das, was unsere Welt zerreißt…“, sprach sie durcheinander. Sie wusste nicht, warum sie hier war, wie es möglich war, ihren Heroen ausgerechnet hier zu finden. Aber sie wusste, dass sie träumte.

 

„Ist es nur ein Wunschtraum… dich zu erkennen, Link? Ist es nicht mehr Realität… nur eine Spieglung vergangener Wünsche, was ich in dir sehen kann?“, flüsterte sie und wand sich ab. Sie tapste in ihren schneeweißen Sandalen zu dem riesigen, blätterreichen  Laubbaum und fand dort in das Holz etwas eingeritzt. Sachte fuhr sie über wenige hylianische Buchstaben. Es wunderte sie ein wenig, konnte sie sich nicht daran erinnern, dass sie ihren Namen in das Holz des Baumes geritzt hatte. Und direkt neben ihm stand der Name ihres Heroen…

 

„Selbst wenn es nur ein Gedanke, ein Wunsch ist, reicht dies nicht, um mir zu vertrauen?“, murmelte er und trat wieder näher. „Zelda… du hast immer auf dein Herz gehört. Glaubst du denn, es lügt…“- „Ich weiß nicht mehr, ob ich verblendet bin… Ich weiß nicht mehr, wer du bist…“ 

„Dann sollte ich dich daran erinnern…“, murmelte er zärtlich. Und in seinem ansehnlichen Gesicht zeigte sich das einfühlsamste und vertrauteste Lächeln, das sie je gesehen hatte. Er war nun so nah, das sie mit dem Rücken an dem Baum lehnte. Und er ging weiter, so weit, dass ihr Herz stolperte und sich ihre Wangen erhitzten. Sie konnte sich nicht einmal wehren, war unfähig, sich zu lösen oder zurück zu weichen, als er seine Hände über ihre Taille spazieren ließ, seine starken Arme sie umschlangen und er sie fest und innig an sich drückte. Er legte seinen Kopf auf ihre rechte Schulter und sprach aufrichtig: „Bitte… du musst mir vertrauen… Zelda, ich kann es dir nicht beweisen, aber du bist alles, was ich in Hyrule habe… Bitte… Ich würde lieber sterben, als zu wissen, dich verletzt, hintergangen oder verloren zu haben…“

Die Prinzessin jedoch war sich unsicher, was sie tun sollte. Auf seine Nähe reagieren, die sie sich immer gewünscht hatte, oder sich fragen, warum Link sich so liebevoll verhielt. Sie spielte mit dem Gedanken jegliche Zweifel wegzuwerfen, die Umarmung zu erwidern, aber sie konnte einfach nicht…

 

„Ich hab‘ dich lieb, meine Prinzessin…“ Das war das erste Mal, dass sie diese Worte von ihm hörte… und es sorgte dafür, dass sie ihm auf keinen Fall länger misstrauen konnte. Kristallene Träne rollten über ihre zartrosa Wangen, vielleicht aus Freude, oder auch aus Scham, dass sie ihn jemals eine derart grausame Abschlachterei zugetraut hatte. Sie schloss die Augen, seufzte, legte ihre Hände auf seine Brust und genoss diesen Moment.

 

„Wir kämpften schon einmal… erinnere dich… noch vor dieser Zeit… du kannst mir immer vertrauen. Ich schwöre dir, ich würde dich niemals ausnutzen oder verletzen…“

„Ich weiß…“, sprach sie dann endlich. Ja, sie wusste es. Wie nur konnte sie von den Bildern des Shiekahsteins so entmutigt werden. Es waren nur Bilder, vielleicht manipuliert, vielleicht nicht einmal real. Er drückte sie noch ein wenig fester an sich und lächelte dankbar.

„Zelda… ich muss dich um etwas bitten… Finde einen Weg zu dem Volk des Windes, wir brauchen Hilfe von Verbündeten.“

Die Prinzessin jedoch stutzte, riss erschrocken ihre Augen auf und löste sich halb aus seinen Armen, aber er ließ sie nicht gehen. Sie sah die Besorgnis in dem stürmischen Tiefblau seiner gütigen Augen.

„Das Volk des Windes?“ Sie war verblüfft. Wie konnte Link davon wissen? Er nickte nur, legte seine Linke auf ihre rechte Wange und streichelte ihre sanfte Haut.

„Stell‘ bitte keine Fragen… es wird sich bald alles aufklären. Wende dich an das Windvolk und ihren Drachen und verständige Labrynna und Holodrum zu gegebener Zeit. Und öffne die Pforten für das Spiegelvolk…“

„Wofür?“, sprach sie verdutzt und sah ihn immer hilfloser an. Er sah daraufhin schräg seitwärts.

„Du weißt dies schon lange… Hyrule ist bald nicht mehr sicher. Du musst kämpfen, meine Prinzessin…“ Er sagte seine Worte so gefasst und aufrichtig, dass sie kaum widersprechen konnte. Link wollte sie tatsächlich warnen? Aber wie konnte er das, obwohl er nicht einmal wusste, was mit ihm geschehen war, obwohl er unter einer unerklärlichen Krankheit litt und einer langen Amnesie?

„Aber…“, wollte sie einwerfen, doch der junge Heroe unterbrach sie und legte seine Fingerspitzen auf ihre Lippen.

„Ich weiß nicht, wie die nächsten Wochen für mich verlaufen werden. Und ich weiß nicht, ob ich an deiner Seite kämpfen kann… aber ich habe eine weitere Bitte.“ Zelda war mittlerweile so durcheinander und irgendwie auch verblüfft wie reif sich Link verhielt, dass ihr die Worte in der Kehle stecken blieben. War dies wirklich ihr Link?

 

„Begleite mich in die Vergangenheit… Ich kann nicht alleine gehen… ich schaffe das nicht ohne dich.“ Gab er gerade tatsächlich zu, ihre Hilfe zu benötigen, etwas nicht alleine zu schaffen? Sie nahm seine Hände in ihre und küsste diese. Sie nickte sicher und gefasst.

„Ich verspreche es dir…“ Sie wusste zwar im Augenblick überhaupt nicht, wovon er redete, was dieser Traum zu bedeuten hatte und was hier geschah. Aber sie spürte aus diesem sicheren Gefühl heraus, dass vor ihr der einzig wahre Heroe Hyrules stand. Wenn sie jemandem vertrauen konnte, dann nur ihm…

Er lächelte, küsste sie auf die Stirn und genoss wohl einfach nur ihre mentale Nähe. „Danke…“, murmelte er, besiegelte ihre Nähe mit einer weiteren innigen Umarmung. Seine Nähe tat so gut, das Zelda niemals wieder aus diesem Traum erwachen wollte. „Warum kann ich dich in der Realität nicht spüren?“, sprach sie bekümmert. „Ich vermisse dich…“

„Es liegt nicht an mir… erinnere dich. Du hast etwas verändert…“ Sie seufzte und nickte einsichtig. „Ich verstehe…“ Und sie schüttelte innerlich ihren Kopf. Wie dumm war sie gewesen anzunehmen, Link verweigerte ihr seine geistige Präsenz? Sie hatte etwas verursacht, über das sie lieber nicht nachdenken wollte, und sie tat dies weder eigennützig noch kurzsichtig…

 

„Kann ich dich hier an diesem Platz auch Morgen finden?“, murmelte sie hoffend. Sie blickte in seine tiefblauen Augen und sah Schmerz und eine ungewollte Entschuldigung. Er antwortete nicht, und Zelda wusste, was er sagen wollte. Sie seufzte traurig und sah zu Boden. „Morgen nicht, aber im Augenblick bin ich doch noch hier…“, sprach er sehnsuchtsvoll. „Lass‘ uns den Sonnenaufgang anschauen, was meinst du?“ Er versuchte alles, um ein Lächeln auf Zeldas bezauberndes Gesicht zu bringen. Und er schaffte es zumindest hier, an diesem sicheren Platz, diesem geheimen Ort, hier, wo Böses nicht hinfand. Sie lächelte still, gab ihm ihre Hand und tapste mit ihm über die sattgrüne Wiese, bis zu der abgetragenen Steinmauer. Sie tanzten über die Wiesen der Welt, die sie liebten und beschützten, sie lächelten, als der Morgen, golden und magisch, über Hyrule fiel und das Dunkel vertrieb…

 

Und als die Prinzessin wieder erwachte, waren es die Sonnenstrahlen, die sie verführten. Karminrote Sonnenstrahlen, die in ihre Lesestube fielen. Das erste, was sie tat, war, die Überreste des Shiekahsteins in eine Kiste zu packen und wegzusperren. Sie wollte diesen unnützen Krempel nicht mehr sehen. Dann tapste sie schluchzend zurück in ihr Schlafgemach, erinnerte den Traum in aller Einzelheit, kuschelte sich in ihr Bett und versuchte noch etwas Ruhe zu finden. Alles, woran sie dachte, war Link…

 

Zelda schloss ihre sanftmütigen Augen wieder und eine letzte kristallene Träne perlte sich über ihrer rechten, blütenweichen Wange… Sie hörte Link noch immer flüstern. Und seine Stimme erklang zart und aufrichtig: „Vertraue mir wie vor Tausenden Jahren… Vertraue mir… blind… und auf ewig…“

 
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