Kapitel 18
 

Kapitel 18

 

 

 

 

Die letzte Woche brach an und Link gestand sich zunehmend ein, dass das Heimweh ihn packte, dass die Sehnsucht nach zuhause ihn beinahe plagte.

Er befand sich gerade vergnügt und mit bester Laune, denn niemand würde ihm diese heute rauben können, auf einer Koppel in der Nähe des heruntergekommenen Schlosses und hatte vor Reiten zu gehen. Ein umstrittenes Faible seines wahren Ichs...

Im Anmeldungsbüro hatte er von Sian alles ausgeliehen bekommen, was er dazu brauchte. Er lief in Richtung Stall, um sich die Pferde anzusehen und traf dort schon wieder den Rotäugigen.

„Sag’ mal, kannst du dich teleportieren? Oder wie machst du das“, meinte Link verwundert, denn vor wenigen Minuten war Sian doch noch im Anmeldungsbüro und regelte irgendeinen Papierkram.

„Tja, das wird wohl ewig mein Geheimnis bleiben.“ Er grinste obenauf und Link wusste, er würde ihm diesen Trick gewiss nicht mitteilen. Sian zeigte ihm der Reihe nach die Pferde.

„Und die gehören wirklich alle deinem Vater“, meinte der Held.

„Ganz genau. Wir sind ziemlich wohlhabend, auch wenn das Schloss nicht danach aussieht und irgendwie heruntergekommen wirkt.“

„Ist ja klasse. Kann ich mir irgendein Pferd aussuchen?“

„Sicherlich. Bin schon gespannt welches du nimmst.“

Link schaute durch die Reihen mit den schönen, prächtigen Pferden. Neben schwarzen, ungestümen Hengsten und anderen Pferden, waren sogar Ponys dabei. Link entdeckte eine schöne braune Stute, die ihm irgendwie gefiel. Ja, er erinnerte sich. Dieses Pferd hatte ihn an einem der ersten Tage regelrecht abgeschleckt.

Schmunzelnd trat er an sie heran und striegelte ihre hellbraune Mähne.

Sian huschte ein ausgemachtes Grinsen über das Milchreisbübchengesicht: „Ich wusste, dass du dieses Pferd nehmen würdest. Dreimal darfst du raten, wie sie heißt!“

„Keine Ahnung, woher soll’ ich das denn... du meinst doch nicht etwa?“

„Oh doch.“ Und Sian begann zu lachen.

„Wir nannten sie Epona.“

„Ich bin eben nicht schlecht, was? Und das, obwohl ich keinerlei Erinnerungen habe.“ Der Heroe nahm die ganze Aktion gelassen hin. Inzwischen konnte ihn wirklich nichts mehr überraschen, oder die Laune verderben.

„Na, dann. Los geht’s.“

 

Einige Sekunden später waren Link und Sian auf den weiten saftiggrünen Wiesen Irlands. Ein herrliches Gefühl einfach nur die Seele baumeln zu lassen und sich durch die Weiten des Landes tragen zu lassen.

Ein bekanntes, angenehmes Gefühl packte Link- die Lust auf noch mehr Abenteuer, den Drang nach atemraubender, gefährlicher Freiheit...

Die beiden Jungspunde lieferten sich alsbald ein Match und stürmten mit ihren Pferden in Richtung Strand. Überraschender Weise hatte Link den Wettkampf gewonnen. Sie stiegen von ihren Pferden und liefen ein wenig am weißen Strand entlang.

„Sian, hast du eigentlich wegen der Sache mit Kevin irgendwas herausbekommen?“

„Ja, allerdings. Mein Vater hat mir erklärt, was vor sich geht.“

„Dein Vater hat aber auch auf alles eine Antwort, wie?“

„Nun, das kannst du so oder so sehen. Aber wegen Kevin, sein Verhalten hat tatsächlich etwas mit der Wunde zu tun.“

            Link blieb stehen. Er hatte sich derartiges schon denken können. Er kniete nieder und schöpfte mit seiner linken Hand ein wenig Wasser. Seufzend ließ er sich in den kühlen, weichen Sand fallen.

            „Verrückt. Vor einigen Wochen haben mich die Dinge irgendwie mehr belastet als heute. Ich war sogar ein wenig verzweifelt. Seit ich aber hier bin, habe ich mich irgendwie mit meinem Schicksal abgefunden und ich klage auch nicht mehr darüber. Vielleicht habe ich mich endlich selbst verstanden.“

„Ich denke, du hast in Hyrule nicht anders gehandelt, Link. Sicherlich ist es schwer, zu verstehen, wer du bist. Aber du bist ja nicht der einzige, dem es so geht.“

„Stimmt. Echt verrückt das alles.“

Sian setzte sich ebenso und holte zwei Rüben aus seinem Rucksack. „Hier, gib’ Epona eine davon.“

„Jep. Die wird sich aber freuen.“

            „Also, was ist nun mit Kevin los?“

„Es geht genauer gesagt nicht nur um diese seltsame Wunde, sondern um etwas, was in ihr verborgen ist.“ Link setzte ein nachdenkliches Gesicht auf.

„Wie darf ich das nun schon wieder deuten?“

„Erinnerst du dich an das falsche Abbild von Zelda?“

„Woher weißt du denn davon, Sian?“

„Mein Vater...“ Link unterbrach ihn: „Gut, spar’ dir die Erklärungen, dein Vater ist wahrscheinlich Hellseher...“

„Nein, ist er nicht.“

„Gut, dann vielleicht Prophet, oder so etwas?“ Link kratzte sich belustigt am Kopf und setzte sein schauspielerisch dämlichstes Gesicht auf.

„Link, nun gib’ dich doch damit zufrieden, dass er es weiß.“

„Jetzt ist mir alles klar, dein Vater ist Magier, na?“ Sian schüttelte mit dem Kopf, für so schwachsinnig hatte er Link wohl nicht gehalten. 

„Mensch, ich wollte dich nur ein wenig aufheitern, Sian.“

„Klar. Noch mal wegen der Sache mit Kevin.“

„Jep. Ich bin jetzt ganz ernst, versprochen.“ Aber währenddessen grinste der Heroe schon wieder. Es gab wohl nur einen einzigen Grund für seine gute Laune… die Liebe…

„Als du damals Zarna ausschalten wolltest, hattest du sie nicht ganz getötet. Sie verschwand zurück zu ihrem Meister. Glücklicherweise wusste sie nicht, dass du Zelda zu dem Zeitpunkt wiederbeleben konntest. Ganondorf weiß somit bis heute nicht, dass Zelda noch lebt.“

„Ja, Gott sei Dank weiß er das nicht, sonst hätte ich, glaube ich, keinen Augenblick mehr entspannen können. Ich hätte...“ Link brach ab und biss sich auf die Lippen. Er hätte aufgegeben. Das war die Wahrheit, denn das einzige, wozu er noch in der Lage gewesen wäre... wäre mörderische, abscheuliche Rache. Wenn Zelda etwas zugestoßen wäre, dann hätte der einstige Held der Zeit niemals mehr so kämpfen können wie bisher.

            Sian bemerkt das zerstreute und doch beinahe glückliche Lächeln auf Links Gesicht, der so ein unglaubliches, verständnisvolles Funkeln in den tiefblauen Augen hatte. Der Rotäugige wollte gerade etwas sagen, ihn ausfragen, woran er dachte, als Link aber äußerte: „Aber ihren Geist hatte Ganondorf dennoch versucht einzusperren...“

„Wie meinst du das?“

„Es war ein erschreckender Vorfall vor einigen Wochen.

Irgendwie hat Ganondorf Zelda in ein Gefängnis geschickt, in dem sie gefangen war. Ich weiß auch nicht genau, wie das passiert ist.“

„Aber du konntest sie doch befreien, oder?“

Link nickte und entgegnete: „Sicher, sonst wäre ich bestimmt nicht so gut gelaunt.“ Das entsprach aber nicht der vollen Wahrheit... Link wäre zum Alptraum seiner Selbst geworden...

            Sian setzte seine Geschichte von Zeldas falschem Abbild fort. „Zarna ist also zu ihm zurückgekehrt. Er war verärgert, dass sie Zelda versucht hatte das Leben zu nehmen und wurde von ihm aus dem Weg geräumt.“

Link blickte in Richtung glutroter Abendsonne und war mit seinem Gedanken wieder bei Zelda. „Sian, was hat das eigentlich mit Kevins Wunde zu tun?“

„So lass’ mich doch aussprechen. Ganondorf hat Zarna nicht einfach getötet. Er hat, da sie von Hass, Neid und Missgunst zerfressen war, ihren Körper in Tausende Splitter zerschlagen. Diese Splitter stecken nun in unzähligen Menschen auf der Welt. Ein kleines Überbleibsel ist die hässliche, dreieckige Wunde am Nacken.“ Link sprang auf.

„Worauf warten wir dann noch? Wir müssen diesen Splitter aus Kevins Körper holen.“

Überrascht über Links Bereitschaft zu helfen, stand Sian auf und sie kletterten auf ihre Pferde.

In höchster Eile ritten sie gemeinsam in die nächste Ortschaft.

 

Sie erreichten die Ortschaft, als sich bereits Dunkelheit über sie legte. Nebel zog auf leisen Pfoten durch die grauen Straßen. Dichte weiße Schleier, wie der dunstige Rauch auf einem erbarmungslosen Schlachtfeld gegen Dutzende Kreaturen des Schreckens. Man konnte nicht einmal die eigene Hand vor sich sehen.

Link und Sian liefen, nachdem sie die Pferde außerhalb stehen gelassen hatten, auf den kleinen, gemütlichen Gasthof zu.

„Sian, sag’ mal, warum ist Ganondorf eigentlich so an Zelda interessiert? Warum will er sie lebend? Ich dachte immer, er wollte sie...“ Link brachte seinen Satz nicht zu Ende.

„Wenn du denkst, dass Ganondorf an Zeldas Tod interessiert wäre, dann irrst du dich. Mein Vater meinte, er bräuchte sie lebend. Wieso das so ist, weiß ich nicht. Möglicherweise...“

„ER WILL SIE DOCH NICHT EHELICHEN, ODER SO?“, platzte es zügellos aus dem Mund des liebestollen Heroen. 

„Link, jetzt flippe mal nicht aus. Ich glaube nicht, dass das der Grund ist. Du bist ja verflucht eifersüchtig, was?“ Links Kopf glühte in roten Farben, die Bücher hätten voll schreiben können. Gott sei Dank war’s Nacht.

„Sorry...“, sagte er leise und sie gingen weiter.

Sie klopften an die Eingangstür des Gasthofs, aber vergeblich, es hörte niemand.

„Verdammt, irgendwas müssen wir doch tun können...“, meinte Link.

„Vielleicht sollten wir es mal bei Anjas Schwester versuchen, die wohnt doch in einem der Häuser, oder?“

„Ja, gute Idee. Da drüben das war’s“, und der eifrige Held zeigte auf ein weiteres Gebäude. Auch hier klingelten sie einige Male. Schließlich wurde die Tür geöffnet und die hübsche Dame trat heraus. Sie schloss die Tür hinter sich.

„Hallo. Was kann ich für euch beide tun“, fragte sie leise und blickte verstört auf den Boden.

„Die Frage ist eigentlich, was wir für dich tun können, Anja“, sagte Link und versuchte es mit einem leichten typischen Link- Grinsen.

„Wenn ihr Kevin sucht... ich habe ihn seit einigen Tagen nicht mehr gesehen. Ich frage mich nur, was in ihn gefahren ist, er war sonst immer ein so... liebevoller Mensch. Ich weiß einfach nicht, was das zu bedeuten hat...“ Tränen funkelten in ihren Augen.

            Daraufhin sagte Sian: „Hör zu, Anja. Kevin hat mit der ganzen Sache nichts zu tun. Er ist lediglich in etwas hineingeraten, wo er nicht hingehört. Wir werden ihn da rausholen, wenn du uns einen Tipp geben kannst, wo er sein könnte.“

„Ich weiß es nicht“, schniefte sie unter Tränen und schien das eben Gesagte nicht wirklich aufzunehmen. „Ich habe einfach keine Ahnung...“

„Denk nach Anja! Gibt es einen Ort, an dem er sich öfters aufhält.“

„Nein... das heißt, probiert es doch mal in den Wäldern in der Nähe. Er hat in den letzten Tagen davon geredet... seit er so seltsam ist...“ Sie drehte sich um und schluchzte leise. „Ich wünschte, er wäre wieder der alte...“

„Anja. Wir schaffen das, okay“, sagte Link und wollte sie ermutigen. „Kevin ist schneller wieder bei dir, als du es für möglich hältst, und ich meine den alten Kevin!“

„Link hat Recht. Überlass’ uns die Sache einfach“, stimmte Sian zu.

Sie nickte. Sian und Link machten sich furchtlos und entschlossen auf den Weg.

 

Nach einer halben Stunde standen die beiden Jugendlichen in nebulöser Dunkelheit vor den Wäldern.

Link starrte auf einen abgenutzten Trampelpfad.

Sie funkelten mit ihren Taschenlampen umher und überblickten ihre Lage. „Ich überlass’ dir gerne den Vortritt, Link“, sagte Sian, dem die Dunkelheit, gemischt mit ihren feuchten Nebelschleier nicht sehr behaglich vorkam. Der furchtlose Held schüttelte mit dem Kopf, entgegnete aber nichts. Zu Sians Verwunderung lief er mutig schnurstracks den Weg entlang.

„Weißt du, was mich seit längerer Zeit interessiert, Sian?“

„Nein, was denn“, meinte der blondhaarige Kerl, als er Link hinterherlief.

„Wenn es also Hyrule wirklich gab, was ist aus dem Triforce geworden?“

„Das wird wohl ewig ein Rätsel bleiben. Aber hast du denn nicht manchmal so ein komisches Gefühl, wenn du kämpfst?“

„Wie meinst du das?“ Link blieb stehen, drehte sich um und versuchte Sian zu mustern, was in der Dunkelheit äußerst schwierig war.

„Ach, nimm’s nicht so ernst.“ Sie liefen weiter und allmählich wurde die ganze Situation beängstigend. Sie hörten ständig ein Rascheln im Unterholz, begleitet mit fremdartig klingenden Tiergeräuschen.

            „Apropos seltsames Gefühl... eigentlich ist da tatsächlich etwas. Manchmal... Ach nicht so wichtig.“ Link wollte nicht darüber reden, aber gelegentlich fühlte er eine eigenartige Kraft in sich, die sicherlich nicht normal war, besonders in seiner linken Hand, wie vor einigen Tagen, als dieser Wolf in Kevins Wagen wie eine Bombe in die Luft geflogen ist.

Dann zeriss Wolfsgeheul aus der Ferne die Ruhe in den Wäldern. „Beeilen wir uns, dass wir Kevin finden und dann schnell weg von hier.“ Sian nickte. Sie folgten weiterhin dem Pfad und rannten nun beinahe.

            „Wenn wir nur mehr als diesen lächerlichen Hinweis hätten...“, murmelte Link. Er stoppte sein Geseufze, als er plötzlich Licht entdeckte.

Sie bewegten sich darauf zu, leise, wie zwei Schatten, deren Aufenthalt niemand kannte.

In Reichweite des Lichtes kletterte der Heroe geschickt, gefolgt von Sian, auf einen der Bäume und versuchte eine gute Sicht zu bekommen. Neben einem kleinen Lagerfeuer saß Kevin zusammengehockt und wippte hin und her. Auch wenn Link und Sian einige Meter entfernt waren, sie erkannten, dass Kevin sich in einem jämmerlichen Zustand befand. Er musste seit Tagen nichts gegessen haben und wirkte deutlich abgemagert. Seine ohnehin schon merkwürdige Haarfrisur sah noch bescheuerter aus und seine Klamotten waren zerrissen und verdreckt. Link und Sian beobachteten die Gegend noch eine Weile. Einige Minuten vergingen.

            „So, gefunden haben wir ihn und was jetzt?“

„Du bist hier der Held, also lass’ dir was einfallen“, sagte Sian und zog eine genervte Schnute.

„Gut. Dann würde ich sagen, da ich ja der Held bin und vermutlich der beste, den Hyrule haben konnte, und um nicht zu übertreiben, ja, ich bin äußerst zufrieden mit mir und meiner Entwicklung, ganz zu schweigen, von meiner überwältigenden Wiedergeburt...“

„Link, halt endlich die Luft an!“ Er erkannte den Unterton einer Warnung in Sians Worten.

„Ja, ich hör’ doch schon auf. Ich würde sagen...“

Doch dann begann Kevin in einer äußerst kläglichen, fast verzweifelten Stimme zu singen, genauso wie Maron damals:

Das Böse kommt und geht... bis kein Wind mehr weht... Das Böse verschlingt die Welt... bis keine Hoffnung mehr zählt... Das Böse ist nah... Das Böse ist da... Es wird euch alle verschlingen... es wird euch nicht gelingen... Das Böse vernichtet das Leben... es wird keine Menschen mehr geben...

Was zuviel war, war zuviel. Link sprang vom Baum herunter und rannte zu ihm herüber.

„Link, warte, das könnte eine Falle sein“, rief Sian, doch der Held stand außer sich vor Rasche bereits vor Kevin und starrte ihn an.

„Komm zu dir, Kevin.“ Der Heroe kniete nieder und schüttelte ihn. Wahnwitzig starrte Kevin auf, mit einem bleichen Gesicht, leuchtenden Augen, die Links Seele gerne verspeist hätten.

Für die Kürze eines unbedeutenden Augenblicks spürte der Heroe einen gewaltigen Schmerz auf seinem linken Handrücken, der ihn völlig lähmte. Er zuckte geschockt zurück und umgriff mit seiner anderen Hand die schmerzende linke. Link stürzte und lehnte sich gegen einen Baum. Verdammt, was war das nur? Er kniff seine Augen zusammen. Was für ein Schmerz, dabei hatte Link gedacht, er hätte vor einigen Wochen schon die schlimmsten Schmerzen, die es überhaupt gab, erlitten. Doch dies übertraf alles. Er öffnete seine Augen und sah Kevin mit einem schmierigen Grinsen vor ihm stehen.

„Haha, Zeit mit dir abzurechnen.“ Er hatte plötzlich ein gezacktes Schwert in der Hand und setzte es an Links Kehle. Der Schweiß trat Link über die Stirn und seine Augen taten ihm irgendwie weh, während er das Gefühl hatte, seine linke Hand würde sich selbst zerstören.

            Gerade als Kevin zustechen wollte, brach er vor Link zusammen. Erleichtert sah der schusslige Held auf, als er feststellte, dass Sian ihm eine übergebraten hatte.

„Leichtsinnig wie immer“, sagte Sian und reichte Link die Hand.

„Komm, schauen wir uns seine Wunde genauer an“, sagte der Irländer, während Link endlich wacklig auf seinen Beinen stand. Sian beäugte Link aufmerksam: „Nun, ist das, was du vorhin mit manchmal gemeint hast?“

„Jep. Sieht ganz so aus.“ Der Schmerz auf seiner Hand klang ab, wofür der Heroe unheimlich dankbar war. „Das hat sicherlich etwas mit dem Bösen zu tun, Link. Möglicherweise spürst du dessen Anwesenheit mit deiner Hand, was wohl darauf schlussfolgern lässt, dass das Triforce irgendwie einen Einfluss hat, in dieser Welt, in dieser Zeit, auf dich...“

„Ja, irgendwie.“

            Einige Zeit später lag Kevin mit dem Gesicht auf dem Boden direkt am Lagerfeuer. Link und Sian sahen sich seine dreieckige, schwarze Wunde auf dem Nacken ganz genau an. Sian hatte plötzlich ein Messer mit einer scharfen Spitze in der Hand und stocherte in der Wunde herum.

„Sag’ mal, du weißt, was du tust? Das sieht jedenfalls nicht sehr appetitlich aus“, sagte Link ein wenig angewidert.

„Ja, mein Vater hat gesagt, ich solle das tun.“ Gespannt und doch angeekelt sah der Held weiterhin zu, nun noch mehr als angewidert. Wolfgeheul drang an ihre Ohren und es schien näher zu kommen.

„Wir sollten uns beeilen.“

„Allerdings.“ Sian wuselte wieder in der Wunde herum und hielt plötzlich inne.

„Ich habe den Splitter gefunden. Jetzt muss ich ihn nur noch irgendwie beseitigen.“ Jetzt packte er doch tatsächlich noch eine Pinzette heraus.

„Du hast ja wirklich an alles gedacht, wie?“, gaffte Link.

„Genau!“ Sian grinste zufrieden und hatte den blutbefleckten Splitter zwischen der Pinzette.

„Und jetzt“, fragte er.

            Link fackelte nicht lange, nahm ihm die Pinzette ab, warf den kleinen Splitter auf den Boden, trat darauf und er löste sich in Luft auf.

„Das passiert mit Ganon, wenn ich ihn treffe“, sagte Link in einem abfälligen Tonfall. „So, jetzt lass uns verschwinden.“ Sie liefen den Weg wieder entlang, mit Kevin auf den Schultern und dem Wolfgeheul hinter ihnen.

 

Sie kamen in der kleinen Ortschaft an und liefen direkt auf das NiceInn zu. Darin brannte nämlich noch Licht, was bedeuten musste, dass Anja darin wartete. Kevin öffnete seine Augen und blickte verstört drein. Link setzte ihn auf den Boden. Er schüttelte den Kopf und begann zu zittern.

„Mann, was ist denn nur passiert“, fragte er und griff im nächsten Augenblick an die Wunde an seinem Hinterkopf. „Es ist wie, als hätte ich tagelang geschlafen...“

„Hey, Kevin. Wie fühlst du dich?“

„Als hätte man mir eins übergebraten...“ Was ja irgendwie der Wahrheit entsprach...

            Link begann ihm dann die ganze Situation zu erklären. Kevin, der ihm schließlich selbst die Geschichte von den ungewöhnlichen Gestalten erzählt hatte, schien aus allen Wolken zu fallen, da ausgerechnet er ein Opfer dieser Monster geworden war. Er schien ziemlich verzweifelt, besonders, da Link reinen Tisch machte und ihm mitteilte, dass er auch Anja in gewisser Weise weh getan hatte.

„Wie soll ich ihr jetzt noch unter die Augen treten“, meinte Kevin und schaute in Richtung des Gasthofes. Link munterte ihn auf.

„Nun geh’ schon zu ihr. Sie wartet auf dich.“

„Link hat Recht. Sie wird dir vergeben, Kevin“, meinte Sian dann.

            Plötzlich wurde die Tür geöffnet und Anja kam stolpernd und besorgt zum Vorschein.

„Kevin“, sagte sie leise, sichtlich bemüht ihre Tränen zu unterdrücken. Link gab ihm einen Schups, sodass er in ihre Richtung stolperte. Verlegen stand er vor ihr und getraute sich nicht irgendetwas zu sagen. Eine Entschuldigung war einfach nur dämlich...

Noch immer konnte Kevin ihr nicht in die Augen sehen. Er fühlte sich mies, obwohl er keine Schuld an den Erlebnissen des letzten Tages trug. „Anja, ich...“

Sie wischte sich ihre Tränen aus den Augen und umarmte ihn dann.

„Weißt du, als erstes nimmst du ein Bad, ziehst dir frische Klamotten an und isst etwas.“

„Ja... das mache ich...“ Er war einfach nicht im Stande noch irgendetwas zu sagen und küsste sie. Schließlich verschwanden sie Hand in Hand in ihrem Pub.

Die jugendlichen Retter schmunzelten leicht, besonders Link. „Ach, das ist ja so schön. Endlich hat sie ihn wieder.“

„Wird Zeit, dass du nach Hause kommst, Link.“

„Was soll das denn jetzt?“

„Ach, der Held hat mich schon verstanden.“ Sian grinste und lachte dann. Link hatte ihn wahrlich verstanden und seine Wangenbäckchen schienen sich leicht rosa zu färben....

 

Link verbrachte die nächsten Tage häufig damit, reiten zu gehen oder einfach nur seine Seele baumeln zu lassen. Er saß gerade in der Stube des Bungalows und packte seine Taschen. Morgen wäre der Tag, um abzureisen. Seinen letzten Tag wollte er in aller Ruhe genießen. Er ließ sich rücklings auf das Bett fallen und dachte nach. Was nicht alles geschehen war...

Seine Gedanken kreisten umher. Alles begann mit einem einfachen Spiel, von dem er niemals geahnt hatte, das es mehr war, als nur ein Spiel...

Schon seltsam auf welche Wege das Schicksal ihn führte, ohne das er begreifen konnte, wie bedeutsam seine Handlungen waren, wie bedeutsam es war, Zelda in den Wäldern zu finden, und diesem Schreckensfürsten bei finsterer Nacht über den Weg zu laufen. Kleinigkeiten... Kleinigkeiten in seinen Augen, über die er anfangs nicht nachgedacht hatte. Und jetzt? Was wäre geschehen, wären jene Kleinigkeiten nie passiert? Welchen Weg hätte das Schicksal eingeschlagen...

Seine Gedankengänge begannen sich zu verwirbeln. Es gab noch so viele offene Fragen... 

Wieso lag Zelda damals halbtot in den Wäldern, in einer Nacht, die so neblig war, das man darin hätte ersticken können? Wer steckte hinter jenen Wunden, die sich Link zu jener Zeit beim Gamecube- Spielen zugefügt hatte? Was war mit den Augen im Flammenmeer am Schulausflug? Waren das Ganons Augen? Nein, sonst würde er ja wissen, dass Zelda noch lebte...

            Links Augen drehten sich zur Seite, in Richtung Fenster... Er lag einfach nur da und starrte in das Blau des Himmels, welches allmählich von der roten Abendsonne eingenommen wurde... Währenddessen kam Pat in den Raum, was Link nicht bemerkte. Als er anfing herumzukramen, da er ebenfalls seine Tasche packen wollte, schnallte der nachdenkliche Jugendliche endlich, dass er sich nicht alleine im Raum befand.

„Morgen geht’s endlich wieder heim. Freust du dich denn nicht auf zuhause“, fragte Pat.

„Doch schon... Es ist nur, dass ich noch viel vor mir habe...“, meinte Link, wollte sich jedoch keineswegs verraten.

„Du machst jedenfalls ein Gesicht wie zehn Tage Regenwetter, Held der Zeit, Held des Windes, des Triforce, von Hyrule, oder wie man dich auch immer nennen soll!“

„Pat, lass diesen Unfug endlich. Ich habe dir schon tausendmal gesagt, dass Hyrule...“

Er unterbrach ihn. „Jaja... dass Hyrule nur ein Spiel ist.“

            Dann stand er auf und sah Link argwöhnisch an. „Nur ein Spiel... nicht mehr und nicht weniger. Deshalb verfluchst du auch ständig Ganondorf, wenn du schläfst, oder rufst nach Zelda, sprichst in einer Sprache, die es auf der Welt nicht gibt, schleppst Dolche und ein Schwert mit dir rum.“

Er verschränkte seine Arme. „Ganz ehrlich, aber du bist ein wenig verdächtig... und außerdem hat Tommys Anschlag auf dich einem unwissenden Idioten wie mir genügend Dinge zu Verstehen gegeben.“

            Link blickte betreten zur Seite, er hatte nicht gewusst, dass er Ganondorf in seinen Träumen verfluchte. Pat setzte sich auf einem Stuhl direkt vor ihm.

„Warum? Ich meine, warum akzeptierst du nicht, wer du bist?“ Link sagte nichts darauf. Es war wohl tatsächlich zu offensichtlich...

„Du bist wirklich der letzte, der sich verstecken müsste oder sich für irgendwelche Taten verkriechen sollte. Vielleicht bin ich bloß ein einfacher Mensch, ein Außenseiter, aber ich bin nicht blöd und blind schon gar nicht. Was auch immer der Grund sein mag... Hyrule entspringt jedenfalls mehr als nur einem einfachen Spiel.“

            Link seufzte und atmete tief ein. „Es ist nur, dass die Dinge nicht so einfach sind wie in einem Spiel. Eine Spielfigur hat mehrere Anläufe. Wenn eine Spielfigur stirbt, ist das vollkommen belanglos, man kann ja wieder von vorne beginnen. Eine Spielfigur hat eine Wahl. Der Spieler steuert sie... irgendwohin. Er weiß genau, was er tut. In der Realität jedoch liegen die Dinge anders. Ich habe keine Dutzenden Anläufe, um irgendeine Alptraumkreatur zu besiegen, ich habe keine Wahl, die hatte ich nie...“

Link stand auf und kramte seine Dolche hervor, er schwang sie einige Male, ließ den Dolch in der Hand kreisen, als ob er jahrelange Erfahrung damit hatte.

„Ein Spiel ist und bleibt nur ein Spiel... Aber ich... ich bin keine Spielfigur und ich habe noch viel vor mir, was niemand sonst tun kann.“

Pat nickte und lächelte bereitwillig. „Nun, wie auch immer, Link. Ich wünsche dir Glück. Das tun alle wahren Zeldafans.“ Eine kleine Pause entstand.

            „Hast du mal den ersten Zeldacomic gesehen.“

„Nein, hab’ ich nicht.“

„Bist du eigentlich so schlimm und willst von Zelda unbedingt einen Kuss?“ Das brachte das Fass zum Überlaufen. Über Link stiegen Dampfwolken auf und sein Kopf glühte. Wenn nicht bald jemand Pats Redeschwall stoppte, würde er ihm an die Gurgel springen.

„Nein, so schlimm bin ich nicht, okay“, sagte Link leicht gereizt. „Ich hab’ noch was vor.“ Er verschwand aus dem Raum und lief in Richtung See. Mit Pat hätte er es nicht eine Minute länger ausgehalten.

 

Allmählich legte sich die Nacht über das Land. Im Schloss auf dem Berg wurde Licht angemacht. Link schaute in dessen Richtung und vernahm die Klänge eines Cembalos. Eine alte traurige Melodie drang an seine Ohren. Eine Melodie, die sich anfühlte wie eine warme Hand auf der Schulter und gleichzeitig so kalt wie ein gewaltiges Meer, das alles verschlingt. Er kannte diese königliche Melodie, ohne zu wissen woher.

            Plötzlich war da noch etwas anderes. Link blickte sich um, sah aber in der aufkommenden Dunkelheit nur Schatten. Dennoch... irgendetwas war da. Irgendetwas näherte sich ihm. Dann tippte ihn jemand von hinten an. Link wirbelte herum, hatte plötzlich seinen Dolch in der Hand und griff den Unbekannten an. Der Typ hatte ebenso einen Dolch in der Hand und die Klingen stießen mit einem Summen aneinander.

„Hast du mich erschreckt. Schleich’ dich das nächste Mal gefälligst nicht so an mich ran, Shiek“, sagte Link, als er ihn endlich erkannt hatte.

„Sorry, wollte nur mal wissen, ob du auch wachsam bist und ich muss sagen, du bist gut!“

Link lächelte: „Also, was willst du, wie du ja weißt, reise ich morgen ab.“

„Genau darum geht’s, Link. Mein Vater möchte dich sprechen“, sagte Sian mit seiner hellen Stimme.

„Oh, na dann.“

„Du bist herzlich zum Abendessen eingeladen. Komm’ mit.“

Da stimmte Link allerdings zu. Sein Magen machte sich bemerkbar. Also folgte er Sian in die alte riesige Festung auf dem Berg.

            Link folgte Sian einem schmalen Trampelpfad in Richtung des Schlosses und blickte zu dem größten der drei Türme des Schlosses. Dort brannte Licht und vermutlich kamen auch die mittelalterlichen Klänge von dorther. Spielte Sians Vater dieses Instrument?

            Sie ereichten das Grundstück, stapften über einen mit Steinen gepflasterten Weg in Richtung eines alten Tores. „Weißt du, Zelda würde sich hier sicherlich wohlfühlen...“, sagte Link, als er sich im Park des Schlosses umsah: Viele kleine Wege, ein Brunnen, ein kleiner Bach... Zugegeben, Link war schon einmal hier gewesen an einem der ersten Tage in Irland, aber so genau hatte er sich hier nicht umgesehen.

Sian klopfte derweil an das Tor mit seinen seltsamen Löwenköpfen. Eine schlanke Frau, mit schwarzem kurzen Haar öffnete. Sie trug schwarze, elegante Kleidung und musste angesichts der Falten in ihrem Gesicht die dreißig weit überschritten haben. Sie starrte Link mit einem kühlen Ausdruck in den Augen an. Dann bildete sich auf ihrem Gesicht ein leicht eingebildetes Lächeln. Sie war vermutlich die Haushälterin.

„Willkommen, Sian, dein Vater wartet bereits auf dich“, sagte sie mit einer tiefen Stimme. Dann musterte sie wieder Link, der sich entgeistert die Einrichtung betrachtete: „Wird dieser junge Mann mitspeisen?“

Link nickte stumm, während Sian meinte: „Ja, mein Vater erwartet ihn.“ Damit lief Sian zielstrebig an ihr vorbei und die riesige Treppe im Erdgeschoss nach oben. Link trat in den Empfangssaal ein und starrte zuerst auf den riesigen Kronleuchter an der Decke. Der Gedanke, er könnte sich von seinen Ankerungen lösen, ließ Link in Richtung Treppe laufen. Nach einigen Stufen blickte er zurück.

            Der Raum war einfach überwältigend. Porträts und Schwerter an den Wänden, sowie alte, überdimensionale Kerzenständer waren überall aufgestellt. Alte Ritterrüstungen standen wie versteinerte Wachposten an fast jeder Tür, die aus der Halle herausführte. Phantastische Schränke mit unermesslichem Wert, auf denen Gegenstände wie Vasen, Öllampen  aufgetürmt waren. Und alles war blitzblank poliert. Link drehte sich um und folgte Sian in das erste Stockwerk, von wo aus man über einen Wandelgang eine gute Sicht auf das Erdgeschoss hatte. Dort angekommen, staunte der Heroe über die ganzen Türen, die in andere Bereiche des Schlosses führten.

„Sag’ mal, wie schaffst du es eigentlich, dich hier nicht zu verlaufen“, meinte Link.

Er sagte nichts dazu und grinste mit seinen roten Augen in sich hinein. Er durchquerte eine große, verzierte Tür, über einen langen Gang in den Westflügel des Schlosses. Dort folgten sie beide einer Wendeltreppe erneut ins erste Stockwerk. Selbst hier standen überall wertvolle Kunstobjekte. Dann erreichten sie einen Saal, in dem in der Mitte eine Tafel stand, mit allen möglichen Köstlichkeiten. An den Seiten hingen rote Vorhänge und es herrschte eine beruhigende Atmosphäre, was vermutlich damit zusammenhing, dass an jeder Ecke eine Kerze brannte. Die Haushälterin trat über eine andere Tür in den Saal ein und brachte noch einige Tafeln. Wer soll das denn alles essen, fragte sich Link. So schnell wie sie gekommen war, verschwand sie auch schon wieder.

„Eure Haushälterin ist wohl ein wenig unheimlich, was?“

„Ach, die tut doch nur so.“

Sian und Link setzten sich an das Ende der Tafel gegenüber, wobei die Spitze freigehalten wurde. Link starrte unentwegt auf das ganze Essen und wusste im Grunde genommen nicht, wofür er sich als erstes entscheiden sollte. Einige Minuten vergingen, bis Leon Johnson, Sians Vater, den Raum betrat.

            Er trug wie gewöhnlich einen dunkelroten Umhang und stolzierte durch den Raum. Am Ende der langen Tafel nahm er Platz und begrüßte Link: „Nun, Link, hattest du einen schönen Aufenthalt im herrlichen Irland“, fragte Leon.

„Ja, hatte ich. Es war eine schöne Zeit, aber nun sehne ich mich ein bisschen nach daheim.“

„Nun, das ist ja verständlich. Ach ja, bedien’ dich ruhig.“ Und Leon deutete auf die Platten mit Braten, Schinken, Fisch, Käse, Salat und anderen den Gaumen verwöhnenden Dingen, da Link immer noch nichts auf seinem Teller hatte. Sian schenkte währenddessen roten Wein in die Gläser.

„Also, ich möchte nicht um den heißen Brei herumreden und ehrlich sein. Aber ich frage mich, was wohl der Anlass ist, dass Sie mich eingeladen haben“, sagte Link und ahnte, dass er sich auf einiges gefasst machen konnte. Leon Johnson war mit Sicherheit nicht das, was er vorgab zu sein. Seine ernsten, kristallblauen Augen sahen Link eindringlich an.

„Deine Neugier ist berechtigt und ich muss sagen, dass du dich seit damals, wie es aussieht, nicht verändert hast.“ Dann lächelte er aus seinem Gesicht hervor.

„Wie soll ich das verstehen, ich habe mich nicht verändert? Wie meinen Sie das?“

„Aber nicht doch, du bist der letzte, der mich siezen sollte.“

„Gut. Also, wie meinst du das?“ Link füllte sich genüsslich seinen Teller, während er auf eine Antwort wartete.

„Früher oder später wirst du schon verstehen, wie ich das meinte. Aber unwichtig. Es gibt wichtigere Dinge über die wir reden müssen“, sagte Leon und hinterließ in Links Augen nichts anderes als Rätsel. Wichtigere Dinge. Nun ja, die gab es tatsächlich. Aber hatte dieser in die Jahre gekommene Mann denn etwas damit zu tun? Sicherlich wusste er einige Dinge über Zelda, aber Link verstand einfach die bedeutenden Zusammenhänge nicht. Eine Pause entstand.

            „Schaust du in letzter Zeit eigentlich die Nachrichten, Link“, fragte der Mann, um die trügerische Stille aufzulösen.

„Wollen Sie... ich meine, willst du auf die Naturkatastrophen, Terroranschläge und sonstige Unglücke hinaus?“

„Genauso ist es.“

„Ja, es gibt wohl kaum jemanden, dem das nicht auffällt...“, sagte Link mit einer Spur Ironie in der Stimme. Sian hatte sein Weinglas inzwischen schon geleert.

„Sicherlich weißt du auch, wer dafür verantwortlich ist...“

„Leider...“

            Link blickte auf seinen Teller und versank in seinen Gedanken. Sicherlich war es schön nach Hause zukommen und Zelda wiederzusehen, aber Ganondorf war schließlich ebenso in Schicksalshort. Link verging das Essen, als er seine widerliche Fresse vor sich sah.

Dann sah er nachdenklich zur Seite. „Ich weiß einfach nicht, wie das alles sein kann. Hyrule war Wirklichkeit... Ich glaube, das werde ich nie akzeptieren können.“

„Vielleicht musst du das gar nicht akzeptieren, Link. Es reicht vollkommen aus, wenn du damit beginnst dich selbst endlich besser zu verstehen.“ Link begriff wieder mal nicht, woher Leon das alles wusste. Was zum Teufel hatte er mit der ganzen Sache zu tun?

            „Hast du denn gar keinen Hunger mehr“, meinte Sian, um endlich mal was zu sagen. Link schüttelte nur mit dem Kopf. Es war wohl das erste Mal, dass dem Helden der Appetit vergangen war.

„Was hast du mit Hyrule zu tun? Ich weiß, dass Sian mal Shiek gewesen ist, aber wer zum Kuckuck bist du“, sagte der Held laut und eindringlich. Er konnte seine Wissbegierigkeit nicht mehr zügeln.

„Jemand, der wohl damals nur Fehler gemacht hat und nicht einmal den Worten seiner einzigen Tochter Glauben schenken konnte.“ Nun lag ein Hauch von Wut in seinen Augen, dessen Farbe Link so unheimlich bekannt vorkam. Aber wo hatte er diese Augen nur schon gesehen? Er grübelte, aber fand keine Erklärungen. Sie schwiegen für eine Weile. Inzwischen hatten auch Leon und Sian ihre Teller geleert.

Leon stand auf und läutete an einer kleinen Glocke, worauf in Windeseile die Haushälterin erschien und damit begann den Tisch abzuräumen. Leon und sein Sohn forderten Link schließlich auf, ihnen zu folgen. Der Heroe folgte ohne Wiederrede. Vor den Türen zu den Verliesen, Waffenkammern, Vorratskellern blieben sie stehen. Leon öffnete die großen dunklen Tore, entzündete eine Fackel und schritt vorwärts.

„Wohin gehen wir“, flüsterte Link zu Sian.

„Du hast doch dein Schwert verloren. Willst du denn kein neues?“

„Doch!“, grinste der Siebzehnjährige. Der Verlust seines Schwertes hatte ihm schon schwer zu schaffen gemacht.

In der prächtigen Waffenkammer konnte Link seine Augen von den ganzen Waffen nicht mehr abwenden. Äxte, Bögen, Dolche und Unmengen von Schwertern... sogar Schilde... sagenhaft!

„Such dir ruhig ein Schwert aus, Link, nimm’ was du willst. Kannst dir gerne noch andere Waffen aussuchen, die du gebrauchen könntest. Sei egoistisch und nimm’, was du willst. Ach ja, es wäre nicht schlecht, wenn du für Zelda auch einige Waffen mitnehmen könntest“, sagte Leon, dem wohl der Preis seiner hochwertigen, kunstvoll geschmiedeten Waffen total egal war. Allmählich kam Link dieser Mensch wie ein reiner Verschwender vor...

Link tat, wie ihm geheißen und er war wahrhaft selbstsüchtig, suchte sich, ohne es zu wissen, das beste Schwert in Leons Sammlung aus, einige Dolche, einen Bogen und einige Waffen für Zelda, von denen er hoffte, sie würde mit ihnen umgehen können.

            Schließlich betraten sie ein weiteres großes Gewölbe, in dessen Mitte ein Spiegel stand. Nichts außer einigen Fackeln waren in jenem Gewölbe aufgestellt. Der Ort wirkte vollkommen kahl und für jenen Spiegel viel zu gigantisch. Es war ein alter Standspiegel, auf dessen Oberfläche Unmengen von Staub lag. Zumindest hatte man diesen Eindruck. Als Link näher trat, stellte er fest, dass es sich aber nicht um Staub handelte, sondern, dass das Spiegelglas so neblig und rau war. Link stand direkt davor und wusste nicht warum, konnte sich aber dem Blick in den Spiegel nicht mehr entziehen. Er sah sich nicht selbst im Spiegel, sondern nur Nebelschleier, als würde man auf Wolken schweben und durch sie sehen wollen, um die Erde zu erblicken. Er legte eine Hand auf das Glas und konnte nicht definieren, was geschah. Die Schleier wichen zurück und legten eine weite Landschaft frei. Link wich verstört zurück.

            „Was ist das?“

„Hyrule...“, sagte Leon leise. Es fiel ihm schwer, den Namen jenen Landes auszusprechen. Link drehte sich um und sah die Verbittertheit, sowie die Traurigkeit in seinen Augen. Mit einem Schlag wurde ihm klar, woher er diese Augen kannte... Es waren Augen, in die er gerne blickte, Augen, voller Hoffnung und doch Zweifel. Er erkannte, weshalb Leon ihm bereits bei der Ankunft in Irland so vertraut vorkam, endlich wusste er es.

Leon lief auf den Spiegel zu und sagte leise und standhaft zugleich: „Es war mir immer möglich das alte Land zu beobachten, Link. Genauso, wie ich Zeldas Antlitz manchmal erblicken konnte, das wie ein Gespenst in den Gefilden des vergessenen Reiches umherwandelte. Ich habe viele Jahre mitangesehen, wie sie sich selbst mit Einsamkeit bestrafte, da sie davon überzeugt gewesen ist, die Schuld am Untergang Hyrules zu tragen. Aber es war nie ihre Schuld...“ Damit drehte sich Leon um und blickte direkt in Links tiefblaue, ernste Augen.

„Ich konnte nicht länger mit ansehen, wie sie litt... Deshalb bat ich die Götter der alten Welt um einen letzten Gefallen. Ich habe gebetet, sie mögen Zeldas Seele endlich erlösen und sie zu guter Letzt ihr Glück finden lassen. Ich konnte nicht länger ertragen, wie sie sich selbst zerstört. Vor einem halben Jahr geschah schließlich etwas, womit ich nicht mehr gerechnet hatte. Zeldas Seele gelangte in diese Welt und ihrer Reinkarnation wurde ein neuer Anfang gewährt...“ Link war sprachlos und ihm fehlten die Worte, um überhaupt nur irgendetwas zu sagen. Keinen Zweifel, jetzt wusste Link, wer vor ihm stand. 

„Dennoch... dass die Prinzessin ausgerechnet von dir gefunden wurde, war wohl eine Fügung des Schicksals. Nicht einmal die Weisen hätten ahnen können, dass du es schließlich warst, der Zeldas Rufe hören würde.“ Dann zeigte sich ein Lächeln auf Leons Gesicht.

„Und... und wie kam es eigentlich zu Hyrules Untergang“, fragte Link, der sich nicht anmerken lassen wollte, dass er nur noch an Zelda denken konnte. Warum hat sie mit mir nicht früher darüber geredet? Er wusste nicht, was sie seit dem Wiederfinden ihres Gedächtnisses mit sich herumschleppte. Er konnte einfach nicht verstehen, weshalb sie ihm alles verschwiegen hatte. Ihm war kläglich zumute. Zelda hatte das letzte halbe Jahre sehr viel durchgemacht, mit den Erinnerungen an Hyrule. Sie hatte überspielt, dass es ihr schlecht ging... geschauspielert... ja das konnte sie gut. Link wünschte sich, sie würde nur einmal zugeben, das sie Angst hatte, dass sie sich einsam fühlte. Aber das hatte man ihr, als sie noch ihren königlichen Titel trug, wohl aberzogen...

            „Ich sehe schon, Zelda hat dir wohl gar nichts erzählt?“

„Nein... und ehrlich gesagt, wollte ich auch nichts wissen. Ich habe alles einfach ignoriert... Es tut mir leid.“ Link ballte seine Fäuste. Wie konnte ich nur so dumm sein, dachte er. Wenn er zuhause ist, würde er sich zuerst aufrichtig bei Zelda entschuldigen.

„Es wird wohl niemals enden... der Kampf gegen das Böse“, meinte Sian leise.

„Irrtum“, fauchte Link, „Dieses Mal, wird er endgültig für das büßen, was er all’ die Jahrhunderte verbrochen hat! Dieses Mal wird er für alle Zeit vernichtet!“ Seine Worte schallten durch die Katakomben des Schlosses und hinterließen trotz allen nur Zweifel.

Dann meinte er ruhiger: „Wenn ich zuhause bin, werde ich Zelda darauf ansprechen...“

„Tu’ das, Link. Ich würde sie gerne sehen...“, gestand Leon.

„Das wirst du. Irgendwann werde ich euch mit ihr besuchen kommen. Das heißt, wenn wir kommen dürfen.“ Leon lächelte aus seinem alten Gesicht hervor.

„Zelda wird ihren Vater sicher ebenso gerne sehen wollen...“, meinte Link. Leon sah überrascht auf. „Du hast mich durchschaut.“

„Ja... es war deine Augenfarbe...“

            „Kommt, ihr zwei, wir sollten wieder nach oben gehen. Es gibt noch einiges zu klären“, meinte Leon und lief vorneweg, mit der Fackel in der Hand.

            Sie verschwanden aus den Katakomben und setzten sich in einen weiteren Saal an einen großen runden Tisch. In einer Ecke des Raumes flackerte in einem Kamin ein Feuer vor sich hin.

„Als du vorhin meintest, ich habe mich nicht verändert...“, sagte Link und fokussierte dabei Leon mit kühlem Blick, „... war das eine Anspielung an mein früheres Ich?“

„Allerdings. Und so wie du auftrittst, irre ich mich dahingegen nicht. Schon damals warst du so neugierig wie jetzt und kaum mit einer einfachen Antwort zufrieden. Dreist und hinterhältig warst du damals gelegentlich... Ich erinnere mich daran, als du dich heimlich ins Schloss von Hyrule gestohlen hast, um Zelda zu sehen. Ich habe dich einige Male beobachtet, habe dich aber nicht daran gehindert.“

„Nein? Wieso? Ich glaube nicht, dass ich das Recht dazu hatte.“

„Die Befugnis hattest du bei Weitem nicht, aber meine Tochter hat sich immer auf deine Besuche gefreut. Das konnte ich ihr nicht verbieten, da sie zu mal so wenig von ihrem Leben hatte...“ Sie schwiegen für eine Weile.

            „Außerdem, hast du schon damals Anteilnahme und die Bereitschaft zu helfen für jeden Menschen gezeigt, ohne etwas dafür zu verlangen... wie auch heute.“ Sollte das ein Kompliment sein?

„So gut bin ich auch wieder nicht... Wenn ich ehrlich bin, habe ich vieles im letzten halben Jahr nur wegen Zelda getan.“ Er sah beschämt zur Seite und starrte aus einem großen Schlossfenster. Gewitterwolken brauten sich zusammen.

„Genau das meinte ich. Zelda ist ein anderer Mensch und du hast ihr ja einige Male das Leben gerettet.“ Stop! Woher wusste Leon so viele Dinge?

„Ich kapier’s nicht! Woher weißt du das alles?“ Leon blickte in Sians Augen, der nur grinste. „Link. Ich habe auch eine Verbindung zu Zelda, genau wie du, und ich weiß eben einiges über die Geschehnisse der letzten Monate durch meine Träume. Genauso wie ich weiß, dass einige Träume Realität gewesen sind.“ Ach so... das war in Links Augen eine gute, verständliche und nicht unsinnige Erklärung.

            Link begann dann leicht zu gähnen.

„Ich sehe schon, es ist reichlich spät. Willst du denn hier übernachten, Link?“

„Ähm, das wäre toll, wenn es nicht zu viele Umstände macht...“

„Aber nicht doch. Sian zeigt dir gerne eines der Gästezimmer.“

 

Link war wohl dabei, endlich zu wissen, was vor einem halben Jahr geschehen war. Er hoffte, die Zeit würde schneller laufen, da er unbedingt mit Zelda reden wollte. Sie hatte ihm alles verschwiegen, aber nicht aus Eigennutz oder Furcht, Link würde sie anklagen. Sie hatte es sicherlich getan, um ihn zu schützen. Das war typisch Zelda. So typisch für sie, da sie andere mit ihrem Schicksal nicht belasten wollte, da sie nicht länger zusehen wollte, wie vor allem Link sein Leben für sie aufgab.

            Sian zeigte Link ein Gästezimmer. Es war schon reichlich spät, also würde er heute hier bleiben.

Der Raum war nur spärlich eingerichtet, aber doch gemütlich genug, um sich zumindest eine Nacht hier wohl zufühlen. Langsam entzündete Link den Docht einer Kerze und tapste in dem dämmrigen Licht des Zimmers in das Bad, welches gleich an dem Gemach angeschlossen war. Nachdenklich tauchte er sein Gesicht in kühles Wasser und kam nicht umher, sich zu wünschen, sie wäre jetzt bei ihm, sie... sein warmes Licht, welches ihn immer wieder anzog. Leicht genervt tupfte er sich das Wasser mit einem weichen Handtuch vom Gesicht und hatte nur ein Wort in seinen Gedanken.

            Sehnsucht...

Sehnsucht nach gestern.

Sehnsucht nach der Wahrheit und eine übertriebene Sehnsucht nach Zelda...

            Und schon wieder dachte er an sie, obwohl er sich geschworen hatte, den Rest des Urlaubs nicht an sie zu denken...

            Aber war Sehnsucht denn gerade jetzt der richtige Begriff für dieses rufende Gefühl, bei ihr zu sein? Abrupt blieb Link stehen, starrte ins Nichts und doch kamen ungewollt Worte über seine Lippen, die ein vergessener Teil seiner Seele erschuf.

            ,Ist das deine Wahrheit? Ist das alles, wonach du gesucht hast? Kann dir eine Prinzessin geben, was deine Seele verschweigen würde?’ Der Heroe kniff die Augen zusammen, als er gesteuert von seinem alten Ich weiterredete.

,Ist das alles? Mehr zeichnet deine Hoffnung nicht aus? Du bist nur das Überbleibsel einer stärkeren Persönlichkeit.’

            Link schüttelte verwirrt den Schädel und trat wieder in das kleine Gemach ein, warf sich zufrieden in das knarrende, bequeme Himmelbett und schloss die Augen mit Zelda in seinen Gedanken.

,Sie soll nicht mehr traurig sein’, dachte Link und wünschte sich gleichzeitig, sie hätte ihr Gedächtnis niemals wieder erlangt. Sie könnte leben, loslassen, sie könnte endlich sie selbst sein...

            Sie ging ihm nicht aus dem Kopf... Ihr Lächeln, so bezaubernd. Ihre Augen, so sanft. Und ihre Lippen, so...

Genervt öffnete Link die Augen wieder und drehte sich auf die andere Seite, wünschte sich dieses verliebte, dusslige Gemüt würde sich nicht verselbstständigen und Dinge tun, die er nicht mehr kontrollieren konnte.

            Zelda hier... Zelda da... mehr gab es im Moment in seinem Kopf nicht mehr.

Zelda lächelnd... und einmal trübsinnig. Und doch war jeder Seite von ihr so wunderbar für ihn. Sie war einfach... so...

            Ihm fielen die Augenlieder wieder zu und er driftete ab in eine Welt jenseits von Schmerz, Trauer und Angst, träumte von Zelda wie schon einmal und vergas den wohl schönsten Traum mit ihr wieder... einen Traum, der schon viele lange Jahre in seinem Gedächtnis verankert war... Doch es würde die Zeit kommen, wann er jenen Traum erinnern würde. Und jener Tag brächte Tränen und Leid hervor...

 

Am frühen Morgen verabschiedete sich der Held von Leon und Sian und versprach so bald wie möglich mit Zelda zu Besuch zu kommen. Zufrieden und gewappnet für die kommenden Erlebnisse in Schicksalshort schnappte er sich seine mit etlichen Waffen vollgepackten Taschen und ging mit Pat und Patrizia zum Bus.

Nach einem komischen Gesicht, welches der Busfahrer machte, als er Links tonnenschwere Taschen in dem Reisebus verstaute, stiegen sie ein. Ich werde Kevin und Anja sobald es geht einen Brief schreiben, überlegte er und Sian anrufen, wenn ich daheim bin...

            Link kramte das kleine Medaillon hervor, welches er sich umgehängt hatte. So genau hatte er es sich noch gar nicht angesehen. Der Anhänger war ungefähr so groß wie die Innenfläche einer Hand und rund. Es bestand aus purem Gold, dachte Link irrtümlich, ein so reines Metall, dass man sich selbst darin erblicken konnte. Auf der runden Fläche befand sich ein exaktes gleichseitiges Dreieck, welches in weitere vier gleichseitige Dreiecke aufgespalten war. Link drehte das Schmuckstück von einer auf die andere Seite. Klick.

            Es hatte sich geöffnet. Überrascht sah sich der einstige Hylianer das Innere an. Er hatte gar nicht gewusst, das man es öffnen konnte. Im Innenraum befand sich eine seltsame Uhr, mit merkwürdig verschnörkelten Ziffern, die er zwar lesen konnte und von eins bis zwölf gingen, aber aus einer fremden und doch vertrauten Sprache herrührten. In der Mitte war ein Baum dargestellt, der allmählich gelbe, rote und braune Blätter trug und ab und zu einige zu Boden fielen. In einem nächsten Ring befand sich das normale Ziffernblatt einer Uhr und schließlich im äußersten Ring liefen ein Mond und eine Sonne ihre Kreisbahn. Das Medaillon musste uralt und unheimlich wertvoll sein. Link fragte sich, ob es nicht vielleicht sogar aus Hyrule stammte...

            Es dauerte nur einige Stunden und sie überquerten mit der Fähre den Ozean. Link verabschiedete sich von seinen neuen Freunden.

Am Abend des nächsten Tages kam der Held, nach einigen ungemütlichen Stunden Schlaf in einem Sitz des Zuges, in Schicksalshort am Bahnhof an. Er hatte noch nicht zuhause angerufen und wollte seine Eltern, ebenso wie Sara überraschen. Er nahm seine Taschen, worauf er seinen Entschluss schon wieder bereute und lief in Richtung seines Elternhauses. Dort angekommen blieb er schnaufend vor der Haustür stehen und warf genervt die Taschen ab. Unglaublich erschien es ihm, damals in Hyrule ein gewichtiges Schild und ein Schwert mit sich herumgeschleppt zu haben...

            Link kramte gerade nach seinem Haustürschlüssel, fand ihn aber weder in der Hosentasche, noch im Rucksack, und erinnerte sich daran, dass er sich vermutlich in den Tiefen der riesigen Reisetasche befand, als plötzlich die Tür geöffnet wurde. Sara kam herausgesprungen und fiel schwungvoll in seine Arme.

„Hallo, Bruderherz, hab’ dich schon vermisst“, rief sie euphorisch. Link erwiderte die herzliche Begrüßung und freute sich wahnsinnig wieder zuhause zu sein.

 
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