Kapitel 68
 

Kapitel 68

 

 

 

 

Hoch über den Wipfeln des Todesberges zeriss ein entsetzlicher, schauriger Angstschrei die Luft und endete in qualvollen Wimmern.

Ein Flehen, ausgesendet von einer starken, hellen Stimme. Flüche und Schreie quollen unersättlich aus dem Mund der jungen Hylianerin, die sich auf die Knie fallen ließ und schockiert an der steilen Felswand hinabsah.

            Ein Kind, er war doch nur ein unschuldiges, unwissendes Kind! Warum hatte er sich nicht in Luft aufgelöst? Konnte er es nicht mehr?

            Verzweifelt hockten die beiden letzten Hylianer jener alten Welt nun an der Kante des riesigen Plateaus und schauten bestürzt in die nebulöse Tiefe. Das konnte nicht sein. Innerhalb von Sekunden war das unschuldige Götterkind von den widerlichen Schattengöttern mitgezerrt, gefangen von dreckigen Händen. Sie würden ihn foltern, sie würden ihm sein fröhliches Gemüt nehmen, das wusste Zelda, das spürte sie...

            Sie schlug ihren Kopf mehrmals zur Seite, ihre Fäuste sausten erbarmungslos zu Boden, mehrmals, immer wieder, gewaltsamer. Ein dröhnendes: ,Nein’ entkam ihrer Kehle, bis schließlich Tränen über ihre Wangen tropften. Sie konnte ihn nicht im Stich lassen, sie hatte versprochen, ihm zu helfen, auf ihn aufzupassen.

            Sie wand ihren Blick zu Link, der stumm und entsetzt neben ihr saß. Seine tiefblauen Augen unheimlich trübsinnig, beinahe leer...

            „Er war doch nur ein Kind...“, schluchzte sie, ihre Fäuste ballten sich, ohne dass sie es kontrollieren konnte. Eine Bewegung genügte und ihre magische Kraft würde Platz machen für die unausgesprochene Wut in ihrer alten Seele. Sie würde töten in ihrem derzeitigen Zustand, wenn sie niemand daran hinderte...

            Links tiefblaue Augen sagten alles, was in jenem Moment so schwer fiel... Da waren Zweifel... Schuld, nicht schneller gewesen zu sein... Angst und Schock...

            Zeldas Hände wanderten zitternd zu ihren Augen um sich die vielen Tränen aus den Gesicht zu wischen und doch tat es keine Abhilfe. Sie weinte. Weinte wegen einem kleinen Geschöpf, das sie schon lange in ihr Herz geschlossen hatte. Unhaltbar drängte sich der plötzlich Drang auf, Macht und Energie zu nutzen, allen Drei Schattenmonstern die widerwärtigen, schleimigen Köpfe abzuhacken... Verflucht sollten sie sein, verflucht!

Und wie Zelda fluchen konnte, wenn sie wollte... nicht mehr das sanfte Antlitz mit den gütigen Augen. Nicht mehr das hilflose Prinzeschen, welches man ihr eingeredet hatte zu sein. Sie sprang auf, hetzte zu den Treppen, zog das Langschwert von ihrem Gürtel und raste aus Verzweiflung die steinernen Treppenstufen hinab. 

            Ungläubig sah Link ihr zunächst bloß hinterher, wollte nicht begreifen, was Zelda vorhatte. Sie wollte das Götterkind suchen und die Schattengötter herausfordern? Und was war mit der Zeit? Mit der Rettung der Welt?

Sie konnten nach halbem Weg nicht erst wieder ins Tal reisen und dann erneut den Todesberg erklimmen! Sie war nicht bei klarem Verstand, das verstand er, aber konnte sie ihre Sorge um den Jungen denn lediglich mit ihrer tosenden Wut, mit ihrer überwältigenden Verzweiflung rechtfertigen?

Konnte sie es verantworten, dass sie bei der Suche des Kleinen nun die Erde und Hyrule opfern würde?

„Zelda!“, kreischte Link und rannte dicht hinter ihr her. „Bleib’ stehen!“ Beinahe grob packte er sie an ihrem Handgelenk und zwang sie zunächst dazu, stehen zu bleiben. Aber sie schickte ihm einen vorwurfsvollen Blick, den Link schon lange nicht mehr bei ihr gesehen hatte- so viel lag darin, aber eines tat ihm besonders weg... Anklage...

Weiterhin versuchte sie sich loszureißen.

„Lass’ mich!“, giftete sie. „Ich muss zu ihm!“ Sie zappelte unaufhörlich und stieß ihn weg. Ihre Schritte wurden schneller und schneller. Ihre Wut schien sie zu überwältigen.

            „Zelda...“, sagte Link traurig und sah halb gedemütigt zu Boden... Aber sie achtete nicht auf Link und nahm gleich zwei Treppenstufen auf einmal.

            „Glaubst du, ich bin glücklich, weil Klein- Link in die Tiefe gestürzt ist!“, fauchte Link dann. Jetzt platzte auch in ihm der Geduldsfaden. „Ist es das, was du denkst!“, rief er, erfüllt von Zorn und maßloser Enttäuschung. Ihre Schritte stockten... und Link trat seufzend näher. Seine Arme legten sich beinahe wie von selbst über Brust und Bauch der blonden Hylianerin und drückten sie an sich.

„Warum tust du mir... uns... das an?“ Und sie wusste sofort, was er im Sinn hatte. Sie ließ den Kopf hängen, griff an seine Arme und murmelte leise: „Verzeih’... ich bin doch... verantwortlich für ihn... er ist doch nur ein Kind...“ Ihre Wut schlug wieder in Kummer und Tränen um, allein durch seine Worte, seine tröstliche Nähe.

„Pst...“, flüsterte er in ihr Ohr. „Es ist okay...“

„Wir sind doch schließlich seine...“ Sie stoppte ihre Worte und biss sich auf die Lippe.

„Was?“

„Wir werden vielleicht irgendwann wirklich seine Erzeuger sein...“, sagte sie wimmernd. Aber Link konnte das nicht verstehen, er schwieg und wiederholte die Worte langsam in Gedanken. Also doch... also doch...

„Kapierst du nicht... wir sind für ihn verantwortlich... ich muss ihn finden“, sagte sie ernster. „Er besteht immer noch aus unseren Essenzen... wir können ihn doch nicht im Stich lassen...“, weinte sie und schlug ihre Hände wieder ins Gesicht.

Er lehnte sein Kinn an ihren Hinterkopf und wünschte sich so sehnlichst, sie beruhigen zu können. „Sch... wir finden einen Weg...“ Aber er wusste, dass seine Worte sie nicht trösten konnten. Seine Worte hatten keinen Sinn... nicht jetzt, wo sehr bald der große Kampf drohte... nicht in dem Augenblick, da sie beide den kleinen Bengel im Stich lassen mussten.

Langsam ließ sich Link mit Zelda zu Boden sinken, wippte sie in seinen Armen auf und ab, streichelte über ihren blonden Schopf und vergoss in dem Moment ebenso eine Träne.

            Nach mehreren Minuten waren Zeldas Tränen getrocknet und sie hüpfte auf die Beine, schwieg und zog die Nase nach oben. Ihr Blick ging hinauf ans Himmelszelt und ihre Gedanken wurden trüber. Vor wenigen Minuten noch war alles in Ordnung gewesen, aber jene kleine heile Welt existierte nicht mehr.

„Gibt es nicht doch etwas, was wir tun könnten...“, schniefte sie. Und damit wand sie sich zu Link, der seinen Kopf in die Hände gestützt immer noch auf den kalten Steinstufen saß.

„Es tut mir leid...“, murmelte er erstickend.

Mit Zweifeln und abklingender Wut sank sie wieder vor ihm nieder, führte seine Hände von dem schmerzenden Kopf und hielt sie sich beide gegen das Gesicht. „Ich fürchte... wir sind gezwungen... einfach weiter zu gehen...“ Ihre Stimme so zittrig und winselnd.

            „Nicht ganz...“, sagte er und blickte entschieden auf. Verwundert löste sich die Anspannung in Zeldas Gesicht. Seine Augen schienen langsam wieder den Mut zufinden, der in ihnen versteckt lag. „Wir haben Teleportiersteine. Das grüne Gossipgestein.“

„Aber...“

„Nichts aber. Wenn wir herausfinden, wie wir sie nutzen können, dann könnten wir den Kleinen vielleicht finden.“ Zeldas Gesicht wirkte jedoch noch angespannter als vorher. „Aber die Steine hatten bisher immer ihren eigenen Willen. Wie könnten sie uns jetzt helfen?“

„Wir wissen jetzt, dass in uns immer noch die Fragmente schlummern... wenn wir versuchen könnten ihre Macht mit der des grünen Steins zu verbinden...“, erklärte er hoffnungsvoll. „Du denkst, das könnte funktionieren?“ Er nickte. Zelda öffnete ihren Mund, wollte ihren Einwänden Luft machen, aber die Erlebnisse der letzten Minuten waren zu marternd, als dass sie jetzt noch argumentieren könnte.

            „Und wenn nicht...“, fing Link an. Sein Blick wurde ernster und ernster. „Dann werde ich diese Biester eben herausfordern.“

„Du willst dich mit den Schattengöttern anlegen? Ist dir klar, was du da auf dich nimmst?“ Sie breitete besorgt die Arme auseinander und sagte eindringlicher: „Wir waren bisher nicht in der Lage sie zu besiegen. Wie willst du mit ihnen fertig werden?“

Link hüpfte entschlossen auf die Beine. „Ich schaff’ das. Die sollen es sich nicht wagen, mir etwas wegzunehmen.“ Sein Blick ging in Richtung Himmelszelt, wo sich der Morgenschleier langsam verflüchtigte.

Er nahm Zelda fest an der Hand, nickte ihr zu und meinte bestimmend: „Lass’ uns kämpfen.“ Und es schien, als wäre mit seiner Entschlossenheit auch die Hoffnung in Zeldas Herz zurückgekehrt...

 

Später saß das junge Pärchen trübsinnig, aber hoffnungsvoll auf dem saftiggrünen Plateau. Konzentriert hielt Zelda das grüne Steinchen in ihren Händen, wollte das Geheimnis entdecken, welches tief in ihm schlummerte, wollte erkennen für Ideale und für Hoffnung.

Link, der mit ernstem Blick vor ihr hockte, legte langsam und gefühlvoll seine Hände auf die ihrigen, begegnete mit einem traurigen Lächeln der Angst und Sorge in Zeldas Augen und hoffte ebenso, bereit zu kämpfen für ein Wesen, das ihm ans Herz gewachsen war...

Ein Luftzug tat sich auf, umhüllte die Hylianer leise, führte hinweg, ließ jene guten Herzen verschwinden.

            Nur wenige Meter weiter erschienen sie wieder. Immer noch auf dem Plateau. Immer noch ohne den geringsten Fortschritt.

„Es funktioniert nicht...“, sagte Zelda stockend, fühlte erneut Taubheit in ihrer Kehle und einen beißenden Druck hinter den Augen. „Es funktioniert einfach nicht...“, wiederholte sie, als könnten sich diese Worte in eine Beschwörungsformel wandeln und das weitentfernte Ziel doch noch erreichen...

„Lass’ es uns noch einmal versuchen“, sagte Link gedämpft und drückte Zeldas Hände in seinen ein wenig mehr. Traurig sah sie auf. Ein so stiller Gesichtszug, der mehr als Kummer und Furcht auszudrücken vermochte. Ihre Augen... so leer... so verunsichert...

Ihr blondes Haupt ging gen Boden und sie konzentrierten sich beide erneut auf ihren Wunsch, einen besonderen, schutzbedürftigen Jungen zu finden.

            Einmal mehr erschuf magischer Wind eine Pforte, in welcher beide Hylianer untergingen, sie verschluckte; und doch erschienen sie im selben Moment nur wenige Meter weiter... wieder auf dem Plateau, nicht näher an dem Ziel ihrer Wünsche.

„Die Steine sind einfach zu schwach... und ich weiß nicht, wie wir unsere Fragment mit ihnen verbinden sollen... Ich weiß es einfach nicht...“, wimmerte sie, worauf Link sie vorsichtig umarmte. Seine tiefblauen Augen schillerten mit Trübsinn, während er Zeldas Tränen an seinem Hals fühlte.

„Entschuldige...“, murmelte sie und wollte sich von ihm lösen.

„Nicht... ich tröste dich gerne... okay?“ Sie nickte erleichtert und suchte mehr seine Nähe als vorher.

            „Ich habe eine weitere Idee... aber es wird dir nicht gefallen, Zelda“, murmelte Link in das goldene Haar seiner Prinzessin. Sie wich zurück, sodass sie ihn mustern konnte.

„In unserem Besitz befindet sich etwas, was diese Biester schon immer begehrten. Wenn wir einen Handel mit ihnen eingehen würden... und...“ Aber Zelda unterbrach ihn entsetzt.

„Du willst ihnen einfach die Fragmente überlassen? Denn das ist das einzige, was sie immer besitzen wollten?“ Link nickte. Doch Zelda konnte es nicht glauben. Diese Idee war Wahnwitz... blanker Irrsinn. Sie konnten den Kreaturen Ganons nicht einfach ihre heiligen Fragmente übergeben, selbst wenn ein Kind auf dem Spiel stand.

            „Link, bist du des Wahnsinns?“, sagte sie erzürnt, worauf er fest an ihre Oberarme griff.

„Nun hör’ mir doch bis zum Ende zu.“ Zelda wich weiter zurück und löste sich von seiner Nähe. „Wer sagt, dass wir uns an einen Handel halten müssen. Hauptsache, sie erscheinen hier und geben uns zuerst das Götterkind. Wenn sie dann auf die Fragmente warten, schlage ich zu.“

„Dieses Thema hatten wir schon mal. Erinnerst du dich nicht an unsere letzte Begegnung mit ihnen? Wir können sie nicht vernichten! Es sind Schatten von Göttern“, zürnte sie. „Ich will nicht, dass du dich in einen so mörderischen Kampf stürzt.“ Seine tiefblauen Augen aber machten ihr deutlich, dass er nicht argumentieren wollte und sein Entschluss bereits feststand.

„Ich habe nie behauptet, dass wir sie besiegen können, es reicht aus, wenn wir sie vertreiben.“

Link konnte ihr deutlich ansehen, wie wenig sie diese Idee unterstützte, aber gab es denn sonst noch eine Möglichkeit? Er rückte näher, zog sie an sich und drückte drei kleine Küsse auf ihre roten Lippen.

„Vertrau’ mir“, murmelte er. Sie atmete tief ein, schloss die Augen und unterdrückte das mulmige Gefühl in wenigen Augenblicken die Schatten der Götter auf dem Pelz zu haben.

„Okay... und was soll’ ich tun?“

„Du wirst diese Biester anlocken.“ Aber Zelda blinzelte bloß und schüttelte entsetzt den Kopf. „Oh, nein...“

„Oh, doch...“, entgegnete er sofort.

„Ich soll Versuchskaninchen spielen?“ Aber Link grinste leicht. „Nein, mein Schatz, das würde ich niemals zulassen.“

„Und was dann?“ Sie verschränkte missbilligend die Arme. Ein Zeichen, dass ihre Geduld nun am Ende war.

„Ich möchte, dass du einen Strahl deiner Magie in den Himmel schickst. Denn das könnte diese Biester aufhorchen lassen.“

„Na gut...“, meinte sie und lief in die Mitte des Plateaus. „Aber nur, weil ich das tue, heißt das nicht, dass ich deine verrückten Einfälle von jetzt an immer dulde.“

„Schon klar, mein Engel. Ich erinnere dich demnächst an deine Worte...“, lachte er und wusste, dass es bloß einiger süßen Attacken bedarf um seine Prinzessin zu überzeugen. Sie schenkte ihm einen kritischen Blick und brachte sich auf den grünen Gräsern in Position.

Langsam sanken ihre Augenlider nieder. Ihre Arme hoben sich ausdauernd dem weiten Horizont Hyrules entgegen. Magischer Wind pfiff um ihre spitzen Ohren und das blonde lange Haar tanzte in der Luft. Ein lauter Schrei entkam ihren schönen Lippen, machtvoll und erbarmungslos. Und plötzlich schoss ein heftiger Strahl puren goldenen Lichts aus Zeldas Armen hinauf, sauste mit schrecklichem Getöse Kilometer weiter, zerschnitt weiße Wolkenschleier, durchbrach den Nebel und sauste zu den unsichtbaren Sternen am Himmelszelt...

            Erschöpft rang die junge Prinzessin nach Luft, ließ ihre Arme niedersinken und zwang sich dazu auf den Beinen stehen zu bleiben. Aber Link war schneller, er hielt sie fest und schob sie zu der Kerbe im Felsen, wo sie heute übernachtet hatten.

„Ich möchte, dass du dich aus diesem Kampf heraushältst. Wenn sie den Kleinen herausrücken, wirst du mit ihm sofort fliehen. Hast du verstanden!“ Seine Stimme weder sanft, noch friedlich, sondern bestimmend und beinahe gefühlskalt... Sie nickte und schaute bedrückt zu Boden.

„Gut...“, entgegnete er. Nach einem kurzen Kuss hüpfte Link hinüber auf die große, sattgrüne Grasfläche.

„Gut...“, murmelte Zelda leise, legte ihren schweren Kopf auf die Knie und schloss die Augen.

            Nun blieb lediglich das Warten auf die Ankunft der drei grausamsten Schatten Hyrules widerwärtiger alternativer Welt...

 

Link wollte gerade das Warten aufgeben und richtete seinen Blick erneut gen Himmel, doch weit oben tanzten erschreckend ruhig die drei schwarzen Gewänder in ihrem unheilvollen Rhythmus...

Link blickte ernst und ermutigend zu Zelda und deutete mit einem Kopfnicken an, dass der Moment nun gekommen war... Die Schattengötter näherten sich und sie hatten nur ein Ziel: zu töten...

            Geschmeidig und ehrfürchtig zog der junge Heroe sein Schwert und hielt es langgestreckt in den Himmel, verfolgte mit scharfen Augen die Feinde im schwarzen Gewebe...

Das Zischen der Biester verstärkte sich zunehmend, bis jene bloß noch wenige Meter von Link entfernt schienen.

Angstvoll beobachtete Zelda die Szene und rang damit näher zulaufen, ihrem Heroen zu helfen und sich damit trotz seiner Warnung einzumischen. Ohne zu überlegen hüpfte sie auf die Beine und trat wenige Schritte näher.

„Zelda! Du sollst dich verdammt noch mal zurückhalten!“, fauchte er sie an, ließ nicht mit sich reden und schickte ihr einen drohenden Blick in einer Ausdrucksweise wie sie ihn noch nie von ihm erfahren hatte. Sie erschrak an diesem Blick und taumelte weiter nach hinten, lehnte sich direkt an die kalte Felswand und verfolgte mit Entsetzen das Geschehen.

            Die Dunklen sanken nieder, schwebten mit ihren schwarzen Fetzen über den lebendigen Grashalmen, die sogleich bei einer Berührung durch die Füße der Bestien zu Staub zerfielen. Egal, was sie berührten... alles versiegte unter ihrem Einfluss... alles erstarb...

Sie flogen zischend um den jungen Heroen herum und kreisten ihn ein. Aber nirgends ein Anzeichen von dem Götterkind.

„Du forderst uns heraus?“, zischte eines der Biester und schlug drohend mit der ledernen Peitschte nach Link.

„Wo ist der Junge?“, erwiderte Link, ohne auf die unnötige Frage seines Feindes einzugehen. Der angesprochene Schattengott aber lachte und nickte gehässig einem weiteren zu. Der zweite Dämon breitete sein hässliches Gewand aus und ließ eine schwarze, runzlige Hand darunter wandern. Ein blonder Schopf kam zum Vorschein und schließlich der gesamte elfjährige Körper des unschuldigen Götterkindes... Seine Kinderaugen waren geschlossen. Er war bewusstlos...

            „Willst du das hier haben?“, zischte die Bestie und hielt den Jungen grob am Kragen. Links Schwertarm glitt herausfordernd nach vorne bereit ohne Kompromisse die Kehle der Bestie zu durchstoßen.

„Mit einem Schwert kannst du uns nicht besiegen... Hast du das schon vergessen, Tölpel?“, zischte die Schattenkreatur und wanderte mit der anderen Hand und den scharfen, schwarzen Fingernägeln genüsslich an der blassen Kehle des Jungen entlang.

Daraufhin ließ Link das Schwert langsam sinken.

„Wenn ihr ihn laufen lasst, übergebe ich euch die Macht, die ihr begehrt...“, sagte er ruhiger und schaute zweifelnd zu Zelda hinüber, die mit dem Kopf schüttelte.

            Und alle drei Bestien zischten wieder, ließen ihre Stimmbänder mit Genugtuung vibrieren.

„Aber wir wollen auch die Macht der Prinzessin“, zankten sie mit ihren tiefen Stimmen und eine der Bestien schwebte bedrohlich näher in Richtung Zeldas.

„Ihr sollt jene Macht haben. Aber zuerst lasst den Jungen frei!“

Sie lachten über diese Forderung und schwebten näher zu der einstigen Prinzessin des hylianischen Reiches.

„Nein“, zischten sie. „Zuerst die Macht.“ Und sie hatten weiterhin Zelda im Visier und flatterten zischend zu ihr hinüber.

            „Haltet euch von ihr fern“, fauchte Link und rannte schnell zu Zelda hinüber. Er trat beschützend vor sie und behielt die Dämonen im Auge.

„Ich schätze, so wie ich mir die Sache vorgestellt habe, wird’s wohl doch nicht gehen...“, scherzte er halbherzig und blickte kurz zu seiner Prinzessin.

Sie schüttelte den Kopf und brummte: „Wie kannst du in dieser Situation noch Spaß machen wollen?“

            Erneut befanden sich Zelda und Link umzingelt von den dunklen Kreaturen, vor denen sie schon einmal nur knapp entkommen waren. Diesmal jedoch gab es kein Riss am Firmament, der den Nebel durchbrechen würde. Diesmal gab es keine alte Urkraft, die die Schatten in ihre Schranken weisen würde...

„Was jetzt?“, sagte Zelda aufgeregt. Sie legte ihre Hände nähesuchend auf seine angespannten Schultern. Sollten sie tatsächlich ihre alten Mächte materialisieren, ganz abgesehen davon dass Link möglicherweise nicht wusste, wie er seine Macht des Mutes auf einen Punkt konzentrieren und sich dann aus dem Körper und der Seele reißen sollte? War es das Wert? Aber sie konnten auf keinen Fall zulassen, dass ein Kind, welches auch noch aus ihren Essenzen bestand, von den Schattengöttern gefoltert und verflucht wurde...

            „Wir können sie nicht mit ihm gehen lassen.“

„Ich glaube, gehen werden diese Bestien sowieso nicht eher, als sie die Macht in uns beiden erhalten. Und du bist dir sicher, dass du sie mit deiner Macht nicht vernichten kannst?“ Zelda schüttelte schnell mit dem Schädel.

„Es sind immer noch Schatten von Göttern... sie sind unsterblich... meine Macht ist nicht in der Lage Unsterbliches zu töten...“

„Aber du kannst es versuchen?“, meinte er mit ungesagten, stillen Zweifeln. Zelda schüttelte den Kopf und sah jene Bedenken deutlicher als vorher in seinem Blick...

            „Her mit der Macht!“, zischten die Teufel erneut, ließen ihre dreckigen Kehlen vibrieren und schwebten schneller und bedrohlicher um die beiden jungen Hylianer. Ihre Geschwindigkeit stieg an, das saftiggrüne Gras auf dem hohen Plateau war beinahe vollständig gebrandmarkt und zerstört von vergifteten, knochigen Füßen...

            Wie in Zeitlupe sah Link drei todbringende, harte Peitschten niederkrachen. Sie sausten erbarmungslos durch die Luft wie Schlangen auf der Jagd nach ihrer Beute. Schützend hielt er den Schild der Götter als letzte Chance in die Höhe...

Doch im selben Moment rissen jene lederne, stachlige Peitschen ihm den Schild aus der Hand und dieser landete mit einem dumpfen Schlag weit entfernt auf dem Plateau...

            Die Dämonen zischten fordernder und die drei bösartigen Waffen krachten erneut auf Link und seine Prinzessin zu. Es war zu spät... kein Ausweg mehr... die Schattengötter würden in wenigen Augenblicken doch noch siegen... und die Zeit war abgelaufen...

            Das einzige, was Link tat, war seine Arme schützen vor das Gesicht zu halten, während Zeldas markerschütternder Angstschrei die Luft durchbrach.

            Er fühlte eine Berührung, ausgehend von den ledernen Peitschten, aber nichts, was mit Schmerz und Angst verbunden war, erfüllte das junge Herz des Gewanden Kämpfers. Da war weder Schmerz, noch etwas ähnliches. Verwundert öffnete er die zugekniffenen, tiefblauen Augen und sah im letzten Moment, wie jene ledernen Peitschten bei einer Berührung seiner grünen Tunika zu bröselndem Staub zerfielen. Entsetzen und Wahnwitz funkelten in Links mutigen Augen, denn nicht begreifen konnte er jenes Ereignis ohne Sinn.

Die dunklen, zornigen Peitschen der Schatten zerbröselten wie alter Laib bei einer kurzen Berührung durch jenes Gewand des Heroen.

Zelda kreischte irrsinnig auf und rief nur: „Aber ja... die Engelshaare in unseren Kleidern... sie besitzen lichtspendende Fähigkeiten... Engelshaare!“ Sie lachte vor lauter Glück...

Verwundert blickte Link kurz zu ihr und wartete auf eine ordentliche Erklärung.

„Verstehst du nicht, als wir im Haus der Götter waren, wurden unsere Gewänder durch Engelshaare ergänzt und jene Fasern haben nun eine schützende Wirkung auf uns. Die Schattengötter werden uns nicht berühren können, solange wir diese Kleidung besitzen, sondern daran zu Grunde gehen.“

            Die dunklen Götter zischten barbarisch, zuckten qualvoll zurück als ihre kostbaren, teuflischen Waffen in glühender Asche vergingen und Link lachte wie ein Verrückter. Er lachte befreiend, schöpfte mehr und mehr Mut aus jenem merkwürdigen Geschehnis und zog mit einem beinahe bösartigen Grinsen die Klinge aus der Schwertscheide.

„So, nun lasst uns noch einmal diskutieren über einen Handel! Euer Leben für das des Jungen.“ Mutig schritt Link näher und wusste, dass jene Dämonen genug eingeschüchtert waren, um nicht auf seine Forderung einzugehen.

Sie zischten lauter, tanzten wie durchgedrehte Gespenster, die ihren Daseinsgrund verloren hatten über die geschundene Wiese. Sie gifteten morbider mit jeder weiteren Sekunde. Und als Link das Schwert horizontal einem der Schattengötter entgegen hielt, war es jenes Monster, welches sich zuerst mit schnellen Schwingen auf unsauberen Füßen in die Tiefe stürzen ließ, sich von Dunkelheit umarmen wollte und verschwand.

            Ungläubig sahen die anderen beiden ihrem fliehenden Verbündeten zu, zischten erneut, ließen den unschuldigen, kleinen Blondschopf mit dem elfjährigen Körper knackend auf die Wiese fallen und verschwanden ebenso...

            Sofort rannten Zelda und Link zu dem kleinen Bengel, der bewusstlos mit dem Gesicht auf der Wiese lag. Angstvoll drehte die junge Prinzessin den Kleinen auf seinen Rücken, führte eine Hand an seine Stirn und legte dann ihren Kopf auf seinen Brustkorb, um das kindliche Herz schlagen zu hören. Erleichterung zeigte sich auf ihrem ebenmäßigen Gesicht. Ein Lächeln, dass auch den Helden der Zeit neben ihr gleich beruhigte und verzauberte.

„Sein Herz schlägt... er ist wirklich bloß bewusstlos... den Göttinnen sei Dank...“, murmelte sie, hob den kindlichen Körper an und drückte das wehrlose Götterkind an sich.

            Gerade in jener wärmenden Umarmung blinzelte der vorlaute Bengel, wurde puderrot an Zeldas Brust und wich erschrocken zurück.

„Hey...“, sagte sie sanft lächelnd. Auch der erwachsene Heroe lächelte und klopfte dem Kleinen auf den Kopf.

„Jag’ uns bloß nicht noch mal so einen Schrecken ein, du Holzkopf“, sagte er spaßhaft, worauf der Kleine seine Unterlippe schmollend nach oben zog.

„Was ist denn überhaupt passiert?“

„Nichts weiter...“, beruhigte Zelda. „Nichts von Bedeutung...“

            Mit der Gewissheit den kleinen Bengel demnächst oder aber irgendwann wieder zu sehen, verabschiedeten sich die zwei Hylianer von ihm und setzen den beschwerlichen Weg fort, der noch wartend und gefahrvoll, vor ihnen lag...

 

Müde erreichte das verliebte Pärchen einige heiße Quellen kurz vor einem der zahlreichen Eingänge in das glühende Reich des Todesberges, dort wo Magma aus Fontänen sprudelte, wo glühendheiße Lava in Wasserfällen das dunkle Vulkangestein hinabrauschte.

            Gähnend baute Link das Zelt auf, in welchem sie es sich heute bequem machen würden. Die Hitze hier oben war angenehm, sodass sie sich entschlossen hatten, einfach- und das zur Freude Links vielleicht sogar nackt- ohne ihre Schlafsäcke in dem Zelt zu übernachten.

            Link klopfte gerade die Nägel in den Boden und das kleine, gemütliche Quartier stand.

Ausgelaugt nach dem unnötigen, sinnlosen Kampf gegen die Schattengötter, aber froher Laune ließ der junge Kämpfer die durchgeschwitzte Tunika von seinem ansehnlichen Körper gleiten und hatte wieder ein irrsinniges Magenknurren. Seit den letzten Tagen schon war ihm das aufgefallen. Sicherlich war Links Appetit schon immer nicht zu verachten und größer als der von anderen Jugendlichen, aber so viel wie er in den letzten Tagen in seinen Wanst stopfte, könnte man annehmen, er aß für mehrere Personen...

            Sein Blick schweifte müde und irgendwie tranceartig zu den heißen Quellen, die von einigen Felsen und hartem, grauem Gestrüpp umrahmt wurden.

Erneut schmerzte irgendetwas in seinem Rückrat, was er als Prellung oder kleine Wunde aus den Kämpfen deutete. Aber diesmal war es ein wenig anders. Es war nicht nur der kleine Schmerzeffekt... irgendwie hatte der junge Heroe plötzlich das Gefühl, nicht mehr ganz er selbst zu sein.

            Er wühlte seine Taschen nach einer kühlen Flasche hylianischem Wasser durch und nahm einen langen Zug davon, trank die halbe Flasche leer, während einige Tropfen an seinen Mundwinkeln hinabrieselten.

Dann sank er zu Boden, schüttelte den Schädel und spürte ein leichtes Krankheitsgefühl in seinen Gliedern. Er gähnte und dachte, es sei vielleicht gut, ein schönes Bad in den Quellen zu nehmen, damit er seinen Kopf wieder freibekam...

            Dann hörte er sanfte Schritte und Zelda trat vor ihn, schielte von oben herab zu ihrem Heroen. Mit einem außergewöhnlichen, einladenden Lächeln. Sie trug ein offenherziges, weißes Korsett, welches ihre schöne Brust betonte. ,Herrlich’, dachte Link. Und ein weißes Höschen, ähnlich einer knappen Schlafanzughose bedeckte ihren Intimbereich. ,Sexy’, war Links erster Gedanke. Sie ließ sich vor ihm auf die Knie sinken und tat nichts anderes als seine Lippen zu suchen. Ein verträumter Kuss...

Und schnell war das Krankheitsgefühl des Heroen nebensächlich.

„Hast du Lust auf ein Bad? Mit mir? In den heißen Quellen?“, fragte sie leise und hauchte erregend ihren Atem an sein Ohr. Erstaunt sah er sie an und wusste nicht genau, was Zelda im Augenblick wollte. War das ihre Überraschung?

„Bitte...“, sagte sie betonend und schien einen geheimen Hintergedanken zu haben. „Ich möchte deine Nähe, deine Wärme...“, setzte sie hinzu und schaute ein wenig scheu zu Boden.

Sie nahm seine linke Hand in ihre Rechte und sagte verführerisch: „Komm’!“ Sie zwinkerte und führte den jungen Mann über einen kleinen, steinigen Pfad hinein in das wärmende Paradies.

            Es war eine schöne, eher flache Wasserstelle und an der hinteren Felswand tropfte heißes Wasser in Form eines kleinen Wasserfalls aus dem glühenden, dampfenden Gestein.

            Langsam riss Link seine schweren Lederstiefel von den Füßen, fühlte sich dennoch irgendwie unwohl, auch wenn er dies seiner Prinzessin nicht mitteilen würde. Nicht jetzt und hier. Nicht vor dem großen Kampf in wenigen Tagen. Er war sich sicher, dass das belastende Schwächegefühl nach einer ordentlichen Mütze Schlaf wieder verfliegen würde.

            Zelda band derweil ihre goldenen Haare zu einem Zopf zusammen und schlüpfte aus ihren Sandalen. Zufrieden beobachtete sie ihren Heroen, war verzaubert von seinem wunderbaren Body und konnte nicht anders, als sich zu fragen, ob sie beide vielleicht hier in den heißen Quellen ein wenig stärkere, körperliche Freude genießen konnten, als sie es selbst bisher erlaubt hatte. Liebe in den heißen Quellen. Lust und Leidenschaft. Kein unangenehmer Gedanke, den sie da erschuf. Errötend trat sie näher an ihren Liebsten heran und ihre Arme fanden sich auf seiner Körpermitte wieder.

            „Link?“, murmelte sie begehrvoll, und sie drückte schmachtend ihren Kopf an seinen Rücken.

„Mmh?“, summte er beinahe und streichelte ihre Hände auf seinem Bauch. Überraschend wanderte Zeldas Rechte dann ein wenig weiter hinab in etwa unter seinem Bauchnabel, was einen lauten Seufzer aus seiner Kehle dringen ließ. Zunächst war er leicht überrascht über Zeldas schamlose Streicheleinheiten, im nächsten Moment schon beinahe geschockt.

„Ich möchte...“, flüsterte sie, brach aber mit den Worten ab, vielleicht aus Scham ihrer innigen Wünsche und resultierend aus ihrer Unschuld, die sie bisher noch niemandem geschenkt hatte. Ihre Hände wanderten unter das weißliche Hemd ihres Heroen, streichelten über seine braungebrannte Haut, während sie die durchtrainierten Muskeln an seinem Bauch kurz zucken fühlte.

Tief und genießend atmete der Held ein, packte Zeldas verwöhnende Hände und wand sich schnell zu ihr um.

Ohne Worte zu verlieren presste er seinen Mund auf ihren, hob seine Prinzessin in die Höhe und drückte ihren zarten Körper näher an seinen. Leise aufstöhnend schlang sie ihre Beine um seine Hüfte, spürte seine Hüftknochen in ihrem Bauchbereich und seine glatte Brust an ihrer weichen.

            Er ließ kurz von ihr ab und musterte sie eindringlich, besah sich die rosaroten, erhitzten Wangen und die Verlegenheit in ihren kristallblauen, sanften Augen. Er ließ sie wieder auf den Boden und hatte nun keinen anderen Wunsch mehr, als das überflüssige Korsett von ihrer tollen, weiblichen Figur zu lösen.

            Sie musste seine Gedanken gelesen haben, war bereitwillig und offen. Geschmeidig führte sie eine seine rauen Hände auf ihre rechte Wange, schmiegte sich sehnsuchtsvoll daran und begann von vorne ihm ihren Standpunkt mitzuteilen.

„Ich möchte dir gerne etwas mitteilen...“, fing sie an, schien aber irgendwie aufgeregt und unsicher, allein bei dem Gedanken, um was sie ihren Heroen bitten würde. Wieder schwieg er, lehnte sein frischrasiertes Kinn an ihre Stirn und lauschte aufmerksam ihren Worten.

„Wir hätten damals vor dem Fest des Friedens beinahe einen großen Fehler gemacht...“

„Wie meinst du das?“ Sie begann fast ungeduldig die Knöpfe an seinem Hemd zu öffnen.

„Impa hat uns beide einem gemeinen Test unterzogen.“

„Ach was?“, schmunzelte er. „Unsere gute Impa hat uns getestet. Auf was?“ Sie blickte errötet auf.

„Wir hätten uns durch eine Substanz aus den Mooren beinahe zusammen in mein Himmelbett gelegt und...“ Links Mundwinkel zogen sich in die Breite.

„So fies war Impa damals zu dir?“, meinte er belustigt.

„Wie gesagt, es war ein Test.“

„Aber es ist nichts passiert, oder?“

„Nein...“

„Aber das kann man ja nachholen, oder?“, murmelte er mit verstecktem Begehr in seiner Stimme und senkte seine Lippen wieder auf ihre.

            Während sie einander küssten und eine intensive Erregung sich in ihren Elfenkörpern steigerte, war Zeldas leiser Gedanke, ob sie dies wirklich zulassen sollte und konnte. Aber hier bei den heißen Quellen war niemand außer sie beide. Und auch sonst schien keine Gefahr in der Nähe zu sein. Was also hinderte sie beide daran, sich jetzt gedankenlos ineinander fallen zu lassen?

            Ohne ihre verschlingenden Zungenküsse zu unterbrechen, wühlte die Prinzessin an dem Kragen seines Hemdes und sie streifte ein Teil des Hemdes über seine sonnengebräunten Schultern. Innerhalb von Sekundenbruchteilen riss er sich selbst den Rest des Leinenhemdes herab und es landete in einem der kahlen Büsche neben der Quelle.

Verspielt folgte die Prinzessin mit Augen und Fingerspitzen den unsichtbaren Pfaden auf seinem durchtrainierten Bauch, streichelte seine Haut und fuhr hinauf zu seiner glatten, männlichen Brust.

Er war so schön, dachte sie. Ein Gedanke kam auf, über den sie bisher noch nie nachdachte. Link war außerordentlich attraktiv und sie musste sich eingestehen, dass sie nicht das einzige weibliche Geschöpf war, welches seinen Körper so bewundern würde. Link hatte sicherlich schon... mit einem Mädchen... auf der Erde... engeren Kontakt gehabt und sich an einer Vereinigung, wie die Prinzessin es nannte, erfreut.

Sie war möglicherweise nicht die einzige und erste, was Zelda ein wenig traurig stimmte. 

Aber sie war die einzige, die er liebte...  

            Seine Lippen arbeiteten verführerisch an ihrem Hals, worauf sie genießend ihre Augen schloss. Sie wollte sich jetzt hingeben und jeglichen Gedanken aus ihrer Vernunft verdrängen.

Sie stöhnte auf, als seine Fingerspitzen an ihren Oberschenkeln entlang streichelten.

            „Zelda... möchtest du das hier wirklich?“, sagte er gedämpft und schickte eine leichte Brise seines heißen Atems an ihr Ohr, knabberte daran wie an einem Stück Lakritze...

„Ich weiß nicht genau... was ich will...“, sprach sie schüchtern.

„Okay... dann sag’ mir und zeig’ mir, was du willst...“ Sie nickte, überwältigt von seiner Einfühlsamkeit.

            Er löste sich daraufhin von ihr, ein Glimmen weitreichender Leidenschaft und Vorfreude auf das, was geschehen würde, in seinen tiefblauen Augen. Und doch spürte er im selben Augenblick ein kleines Ohnmachtgefühl, einen beißenden Druck in seinem Kopf, den er aber unter Kontrolle brachte.

            Wie ein Löwe schlich er um sie herum, betrachtete sich den edlen, wunderschönen Körper seiner Prinzessin von jeder Seite und blieb hinter ihrem Rücken stehen, begann die feinen Schnüre ihres Korsetts aufzuknoten. Ihre Schultern waren so weiß und schmal, beinahe zerbrechlich, obwohl Zelda eine unermessliche Stärke besaß. Etwas, was ihren Geheimnissen untertänig war, denn ihre Stärke entsprang weit ab von körperlicher Muskelkraft... 

            Sie schloss ihre Augen, seufzte und ließ sich von diesem Liebesglück hinfort tragen, wusste, dass sie sicher war in Links Armen, wusste, dass es niemals einen anderen als ihn geben würde, der das bekam. Dieses hier... ihr Innerstes und ihre Wärme.

            Als das Korsett zu Boden fiel, senkten sich seine Lippen zunächst wieder verwöhnend auf die Haut ihrer Schulter. Seine Hände wanderten über ihren gertenschlanken Bauch hinauf zu der wohlgeformten Wölbung ihrer Brust. Ein Seufzen entkam ihren Lippen. Begehrvoll reckte sie ihr blondes Haupt zurück, schloss die sanften, blauen Augen und ließ sich von schwülen, unschuldigen Berührungen forttragen. Es folgte sogleich ein weiteres sanftes Streicheln, das seine Hände ausführten. Immer näher trat ihr Liebster an sie heran, und wanderte mit den vom Kampf gezeichneten Händen von ihrem Bauchnabel an aufwärts, massierte sie, als ob er eine teure Porzellanfigur in seinen Händen wog...

Seine Fingerkuppen spielten mit ihren Brustwarzen, zwickten sie leicht. Sie waren hart und aufgestellt und Zelda schien in dem Gefühl zu ertrinken. Ihre Atmung ging tief und sie seufzte.

            Erneut zwickte er sie in die Brust, nur ein sanftes Kneten, worauf aus Zeldas Mund ein kurzes Lachen schallte.

„Ähm... Entschuldigung...“, sagte er umständlich. „War ich nicht sanft genug?“ Kichernd drehte sie sich in seinen Armen und lachte aufgrund ihrer Unerfahrenheit oder der kindlichen Unschuld, die nicht nur von ihrer Seite ausging.

,Nein’, dachte sie. ,Ihr Heroe hatte bestimmt noch kein Mädchen geliebt.’ 

Er verzog sein Gesicht und maulte anstrengend: „Zelda... bitte lach’ nicht so...“ Sie drückte sich an ihn und zwickte ihn leicht in die Haut seiner Brust und streichelte genauso unbefangen und verspielt seine rechte Brustwarze.

„Link... es hat nur gekitzelt.“

„Ach so...“

„Ja, mein Held... ich glaube, du kannst gar nicht grob sein.“ Sie lächelte ihn verschmitzt an und erkannte eine leichte Beunruhigung in seinem Blick, der sie wissen ließ, dass noch etwas anderes nicht ganz in Ordnung war. Ob Link zu aufgeregt war? Oder war es seine Angst, ihr weh zu tun?

            Er packte sie daraufhin an den Schultern und murmelte: „Lass’ uns endlich in die Quelle gehen.“ Sie nickte und streifte sich das Höschen herunter. Auch Link entledigte sich der Boxershorts, trat in das heiße, dampfende Wasser ein, und reichte Zelda eine Hand, wollte ihr mit dieser Geste mehr sagen als bloßes Vertrauen in ihre beiden Körper.

Sie nahm die Hand entgegen. Elegant und mit stetigem Blick in das ansehnliche Gesicht ihres Heroen schritt sie hinein in die Wonne aus Wärme und Lust.

Das Wasser war weich und nicht zu heiß. Nur bis zu den Unterschenkeln stand das Pärchen im Wasser, ansonsten bedeckte angenehmer Wasserdampf ihre Sicht...

            Und als er sie diesmal an seinen erregten Körper zog, war es nicht nur seine Lust, die sie fühlte, Link zitterte plötzlich merkwürdig, fast unkontrollierbar aus irgendeinem Grund. Sie löste ihre straffe Umarmung um seinen Hals und musterte ihn. Er hatte eine Sorgenfalte auf der Stirn und schien zu grübeln.

„Stimmt etwas nicht?“ Er schüttelte den Kopf und begann sofort tief und innig ihr die Luft zu rauben mit berauschenden Küssen auf ihrem Mund. Eines musste sie ihm lassen... er küsste immer so erfahren, dachte sie, als ob er schon Tausend Mädchen geküsst hatte. Doch diesmal wollte er mehr als bloß den Kuss genießen. Seine linke Hand wanderte ergründend über ihren Rücken, was er schon kannte und genauso sanft und rein vorfand, wie er es verlassen hatte. Aber ein Streicheln über Zeldas Rücken war nicht mehr genug...

Seine Erregung wuchs, während Zelda nach Luft ringend auf seine Küsse antwortete und seine Hand an ihrem straffen Po entlang wanderte. 

Vor Lust und Freude unterbrach sie den Kuss, wollte nur genießen und fühlen. Sie stöhnte und begann über seinen muskulösen Rücken zu streicheln.

            „Mehr...“, murmelte sie in ihrem Begehr, aber Link zitterte schon wieder seltsam. Besorgt öffnete sie ihren Blick für seine Verwundbarkeit, für seine plötzliche Schwäche.

„Was hast du?“, flüsterte sie leise. Er kniff die Augen zusammen und lehnte sein Kinn an ihre Stirn.

„Nichts weiter...“ Und erneut tat er das leise Gefühl der Gebrechlichkeit ab. Warum musste er sich ausgerechnet jetzt schwach fühlen? In diesem kostbaren Moment, da Zelda ihn wollte. Ausgerechnet jetzt...

            Er wich wenige Zentimeter weg, streichelte ihre schwachrosa Wangen und blickte aufrichtig und liebevoll in ihre Augen. „Ich habe ein wenig Angst dir weh zu tun“, murmelte er vor seinem Gewissen... Es war zwar nicht der einzige Grund für die leichte Befangenheit, aber vielleicht der hauptsächliche Grund.

Sie lächelte daraufhin und küsste verträumt seine Oberlippe. „Du bist so lieb...“, flüsterte sie und schlang ihre Arme feste um seinen Hals. Er lachte kurz auf ihre Bemerkung und fuhr fort mit leisen, verwöhnenden Berührungen.

Er hob sie in die Höhe und liebkoste fordernder und mutiger ihren Hals, saugte an der weichen Haut, betört von ihrem Geruch...

            Das Wasser plätscherte, als sich das verliebte Pärchen versunken in ihrer tiefen Gefühle füreinander in das flache, dampfende Paradies sinken ließ. Das Vulkangestein unter ihren Füßen und Knien war glatt und warm. Keine störenden Kanten, keine Pflanzen oder Steinchen, die sich in die Haut drücken würden.

Zelda träumte in seinen tiefblauen Augen und lauschte den Geräuschen des Wassers, unterbunden von dem schnellen Takt ihres Herzens.

Dieser Moment schien so ewig, so unantastbar und ehrfürchtig. ,Und nichts könnte jetzt mehr zwischen ihnen stehen’, dachte sie. Seine Hände hielten ihren Rücken sanft umfasst, als er sich langsam und zärtlich mit ihr niedersinken ließ. Das klare, warme Wasser umspülte ihren weißen Körper, ließ aber ihre weiblichen Rundungen unangetastet.

            „Du bist so wunderschön...“, murmelte er, als er sie betrachtete. Seine Augen fixiert in ihrem anmutigen Gesicht. Sie lächelte mit einer unglaublichen Gewissheit, mit Vertrautheit und Sehnsucht, die ihn wissen ließ, dass sie jenen Schritt nun gehen würden.

„Lieb’ mich...“, flüsterte sie, fasste mit einer Hand befehlend an sein Genick und zog ihn zu sich herunter.

            Es war jener Moment, dass sie das erste Mal mehr von ihm fühlte als jemals zuvor...

Dieser Inbegriff von Männlichkeit war ihr bisher immer fremd gewesen. Ein Gedanke kam auf an Gestern, nur kurz, aber erinnernd. Bilder von Impa, die in ihrem Schlossgemach neben ihrem Bett saß und mit eigensinnigen, abstrakten, aber lustigen Vergleichen einer zehnjährigen Prinzessin die Bewandtnis von Liebe und Leidenschaft erklärt hatte...

Belehrend hatte die Zofe der jungen Königstochter das Liebeswerkzeug eines Mannes erklärt, worauf Zelda- so neugierig wie sie eben war- noch in der selben Nacht in der für sie verbotenen Abteilung der Bibliothek nach Abbildungen und romantischen Büchern gesucht hatte.

Zelda erinnerte sich mit einem obskuren Schmunzeln. Beim Triforce, sie war damals vielleicht zehn Jahre alt, noch zu jung, um zu verstehen, wie schön und befriedigend ein romantischer Liebesakt sein konnte.

            Erst während des Zeitkriegs sah sie dann in echter Lebendigkeit, was jedes Mädchen irgendwann interessierte: den nackten Stolz eines Mannes.

Damals am Hylia-See mit ihrem Helden, wo sie dann... durch mehr oder weniger ungewollte Ereignisse, den sogenannten Luststab eines Mannes mit weiten, entsetzten Augen gesehen hatte...

Aber sie hatte noch nie ein derartiges Liebesinstrument, wie Impa es damals nannte, in Aktion gesehen.

            Und nun fühlte sie überraschend, ein wenig entzückt, aber auch mit einer Spur Angst, jene Männlichkeit, die unabsichtlich ihren rechten Oberschenkel streifte. 

            Er war unsicher, das spürte sie, auch wenn er dies verheimlichen wollte. Vorsichtig wanderte sein liebkosender Mund weiter hinab, küsste ihre wohlgeformte Brust und stimulierte sie an ihren Brustwarzen. Grinsend sah er auf, als wollte er wissen, was sie davon hielt. Er war entzückend, dachte sie, puderrot in seinem Gesicht, aber entzückend.

„Nicht aufhören...“, schnurrte sie und griff fester an seine Schultern.

„Ich will ja auch gar nicht... aufhören...“, meinte er und fiel träge und nach Luft schnappend in ihre Arme. „Es ist nur...“, fing er an, stoppte seine Worte und ärgerte sich über seine eigene Unfähigkeit. Gerade diesen Moment hatte er sich immer gewünscht und nun fühlte er sich kränklich und müde, nicht in der Lage, Zelda jetzt so zu beschenken, wie er sich das immer ausgemalt hatte. Jeden einzelnen Schritt hatte er in seinen Gedanken phantasiert, hatte sich vorgenommen jeden einzelnen Zentimeter ihres Körpers zu genießen, zu empfinden...

Aber Link fühlte sich einfach nicht wohl, und das während des gesamten Liebesaktes, sogar sein Gesichtsfeld war nun ein wenig schwummrig.

            Sie streichelte durch seine feuchten Haarsträhnen, fühlte mit Hitze und Anspannung jede Ecke seines Körpers und wünschte sich in dem Augenblick so sehr, ihn zu spüren, überall und in jedem Winkel...

Es knisterte innerlich und sie sah bei einem Blick in seine tiefblauen Augen etwas neues. Wildheit. Hunger...

Um seine Lippen spielte ein dreistes Grinsen. „Was hältst du davon?“, murmelte er, packte ihr rechtes Bein unter der Knieskehle und küsste feucht und hemmungslos die Innenseite ihres Oberschenkels.

Es war Schock und Vergnügen zugleich... Schrecklich und schön... Ihr stockte der Atem vor Lust und er genoss es, hörte das stöhnende Keuchen aus ihrem süßen Mund, was ihn nur noch mehr antrieb...

            Er verließ mit den Lippen die zarte Haut ihres Schenkels und wanderte wieder höher, folgte unsichtbaren Wegen der Hingabe auf ihrem angespannten Bauch... ihrer festen Brust...   

            „Zelda... es fehlt noch etwas“, stellte Link fest und dachte an einige hilfreiche Mittel um unerwünschte Folgen einer solchen Nacht zu verhindern...

„Und was?“, flüsterte sie und lief mit ihren Lippen über sein Gesicht.

„Ich bin ja noch nicht einmal richtig... angezogen... dafür“, meinte er, hoffend, sie verstand das. Aber seine geliebte Prinzessin musterte ihn nur verständnislos.

„Wie? Du willst dich wieder anziehen?“

„Na, du bist lustig... wir müssen doch wenigstens... irgendwie…“ Schon wieder schnappte er nach Luft, als ob er lange tauchen gegangen war. „... na ja... du weißt schon...“

„Was?“, unterbrach sie ihn und schaute tiefsinnig in das Blau seiner Augen. Da lag soviel Zuneigung und doch eine Spur Müdigkeit versteckt von seinen Bedürfnissen. Er senkte seinen müden Schädel an ihre Brust und schloss die Augen.

            „Zelda?“ Seine Stimme war leise, fast kränkelnd. Sie richtete sich leicht beunruhigt mit ihm auf, und machte sich nun noch mehr Sorgen, da ihr Heroe lethargisch und träge in ihren Armen blieb.

„Was ist es?“, meinte sie und küsste ihn fordernd auf seine trockenen Lippen. Aber er erwiderte aus irgendeinem Grund nicht. Noch nie hatte er so reagiert.

„Link?“, sagte sie lauter.

„Wir sollten das hier... ver...“

„Fühlst du dich nicht wohl?“, meinte sie leise und streichelte mit der Rechten über seine Stirn. Tatsächlich war sie ungewöhnlich warm.

„Ich... fühle mich plötzlich so...“ Ein wenig bedrückt umarmte Zelda ihn fester und spürte eine ungewöhnliche Schwäche von Link ausgehen.

„Link...“, murmelte sie angstvoll. „Geht es dir nicht gut?“

Er blinzelte ihr entgegen und lispelte fast: „Irgendetwas... stimmt nicht...“ Er brach ab und blinzelte heftiger, kniff die Augen zusammen, als ob er eine Schmerzattacke hatte. Etwas überkam ihn, etwas zehrte an seiner Kraft...

„Mein Rücken...“, würgte er gerade noch hervor. Er schloss die Augen und fühlte sich mit jeder weiteren Sekunde müder und müder...

            In dem Augenblick drückte er sie unwirsch, ganz und gar nicht typisch für ihn, an das heiße Vulkangestein und saß wie erstarrt vor ihr. Er keuchte, als ob er keine Luft mehr bekam, und hielt sich nicht länger an ihr fest, sondern fasste an das Felsengestein. Da wusste Zelda, dass irgendetwas nicht stimmte. Etwas, was nicht mit ihrer Leidenschaft in jener Sekunde zu tun hatte.

            „Link?“, sagte sie bedrückt, näherte sich ihm und hielt ihn bloß fest, spürte, wie er schlapp wurde und auch seine Haut erkaltete...

„Was ist denn los?“, sagte sie besorgt, streichelte erneut über seinen Rücken bis hin über seinen Steiß. Doch gerade an der Stelle befand sich etwas, was dort nicht hingehörte. Sie runzelte ihre Stirn und strich mit ihren Fingerspitzen über die erhöhte Stelle.

Sogleich schnappte etwas nach ihr und Blut tropfte aus ihren Fingerspitzen. Zeldas Augen standen starr, während Link gegen irgendetwas ankämpfte, das ihn aussaugte, ihn willenlos und verwundbar machte.

Er murmelte leise ihren Namen und schickte fieberhaft entschuldigende Worte hinterher. Dann konnte er sich endgültig nicht mehr halten.

            Das blanke Entsetzen stand in ihrem Blick geschrieben, als sie ihre Gedanken ordnete und sofort wusste, was nicht stimmte. Ein Parasit?

Sie handelte schnell, legte seinen rechten Arm um ihre Schulter, und zerrte den kränkelnden Heroen mit magischer Kraft aus dem Wasser heraus. Sie lief einige Meter, als ihr Liebster plötzlich in den Knien nachgab und in eine tiefe Bewusstlosigkeit fiel...

 
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