Kapitel 72
 

Kapitel 72

 

 

 

 

Es dauerte nicht lange und Link befand sich mit Zelda allein einmal wieder in ihren Gemächern. Sachte öffnete er das hohe Eichentor, nachdem er die Wache vor den hoheitlichen Gemächern aus seinem Dienst entließ.

            Noch immer hielt sich Zelda an Link fest, um nicht umzukippen oder bewusstlos zu werden. Sei fühlte sich schlapp und elend, als hätte das Fragment jegliche ihrer Kräfte absorbiert. Sie spürte manchmal, dass es sich nach den anderen beiden Fragmenten sehnte, nach purer Kraft und edlen Mut. Da aber das Mächtigste der Fragmente mit seinem Besitzer in der Hölle schmorte, zapfte ihr eigenes Fragment manchmal Kraft aus ihrem Körper ab, vielleicht um seiner Sehnsucht Willen, seiner Hingabe und dem Verlangen nach dem einen anderen Teil der Goldenen Macht.

            Langsam führte Link sie zu der kaminroten Couch, die an einer der campagnenfarbenen Wände stand. Nur einen Moment ließ er Zelda aus seinen Armen, nur um mit einer Kerze die Dunkelheit zu vertreiben. Doch die junge Prinzessin konnte einfach nicht auf ihren Beinen stehen, wehrlos versagten ihre zitternden Beine.

„Vorsicht“, sagte Link und fing sie gerade noch auf.

„Entschuldige. Meine Beine sind wie Blei...“ Es war keine Antwort nötig und so brachte ihr Held sie zu dem kleinen Sofa und entzündete alsdann eine der vielen, dickstämmigen Kerzen in dem kleinen Reich der Prinzessin.

Mit entschiedenem Blick kniete Link vor der Königstochter nieder und konnte nicht anders, als seine warmen Hände auf ihre Knie zu legen.

„Ist dir kalt?“, fragte er leise. Sie nickte schwach, aber sagte nichts, fühlte sich nur gerade so unendlich wohl in Links Nähe. Ein angenehmer Schimmer lag in seinen tiefblauen Augen, die im Moment bei jenem schwachen Kerzenlicht so dunkel waren, wie eine raue See bei Nacht. Diese Farbe war gefährlich und doch lag soviel Unschuld und Herzensgüte darin...  

            Flugs sprang er auf und entzündete ein kleines Feuer in dem Kamin, stocherte beinahe ewig in dem Feuerholz in dem Kamin herum und überlegte angestrengt, ob es richtig war, schon wieder soviel Zeit mit der Prinzessin zu verbringen. Früher hatte er nicht einen Gedanken daran verschwendet, welche Konsequenzen es haben konnte, wenn zwei junge, gleichaltrige Hylianer, die zudem noch diese vielen Gemeinsamkeiten teilten, eine immense Zeit miteinander verbrachten. Es war nicht richtig, dass Link soviel Zeit mit ihr verbrachte, mit ihr- der Prinzessin...

Doch jetzt, da er beinahe so alt war, wie bei der Begegnung mit dem Großmeister des Bösen, fühlte er langsam, welche Gründe es waren, die ihn dazu bewegten, bei der reizenden Prinzessin zu bleiben, welche aberwitzigen und albernen Gründe es waren, dass er über die Maßen gerne mit diesem attraktiven Wesen zusammen war. Nachdenklich fuhr er mit seinen Händen durch seine blonden Haare und schüttelte den Kopf angesichts dieser Gedanken. Was tut sie nur mit meinem Seelengleichgewicht, sagte er zu sich...

            Hastig stand Link auf und lief wieder zu dem Sofa, wo seine Prinzessin saß und gedankenverloren zu einer hohen Pendeluhr schaute. Links Blick verfolgte ihren. Kurz nach Acht.

„Der Ball beginnt in einer Stunde...“, meinte sie gedämpft. Selbst ihre Stimme zitterte. Sie führte eine Hand an ihren stechenden Schädel und hatte einmal mehr etwas Tieftrauriges in ihrem Blick. In dem Moment lief ihr ein eisiger Schauer über die nackte Haut ihrer Unterarme und nur um nicht noch mehr zu frösteln, rieb sie sich mit ihren Händen darüber.

„Immer noch kalt?“

Schwach erklang ein: „Ja...“, aus ihrer Kehle, auch wenn ihre Lippen mehr formen wollten. Doch sie entschied sich einmal mehr für das Schweigen. Vielmehr wünschte sie sich seine Wärme, statt der fremden Hand des alten Feuers in ihrem Gemach.

            Link kramte eine dicke Wolldecke aus der alten, abgenutzten Truhe die gleich neben ihm stand. Fürsorglich legte er Zelda die Decke um die Schultern.

„Vielleicht brauchst du einen heißen Tee und ein warmes Bad, um wieder zu Kräften zu kommen.“

„Aber der königliche Ball...“

„Ach, Zelda. Es ist doch noch Zeit bis dorthin. Da warst du doch zehnmal in der Wanne.“ Der Versuch eines Lächelns gelangte über ihr blasses, im Kerzenschein flackerndes Gesicht, wo immer noch dunkelrote Striemen ihre Wangen bedeckten. Sachte fuhr Link mit seinen Fingerspitzen über die Blutlinien. Ein angenehmes Gefühl für Zelda. Eine derartige Berührung war es, von der sie in den Nächten träumte...

Link fuhr fort, und streichelte weiterhin über ihre Wangen, war sich vielleicht nicht im Klaren darüber, was er tat.

            „Du hast Blut geweint...“, murmelte er mit für Zeldas Ohren unbekanntem liebevollen Klang. Ihre Augen versanken in seinen, als er mit seinen tröstlichen Berührungen fortfuhr und verzaubert von Zelda einige Zentimeter näher rutschte.

„Blut für Hyrule...“, sagte sie schwach und fuhr mit ihrer rechten, zitternden Hand über die feinen Züge seines Gesichtes. Eine kleine Narbe hier, eine kleine Narbe dort, die sie vorher noch nicht gesehen hatte. Doch trotz dieser Narben war Links Gesicht rein und ungeschunden. Und manchmal, wenn sie genau hinsah, konnte sie den elfjährigen unreifen Jungen in seinem Gesicht noch entdecken. Ein kleiner frecher Spund, aus dem nun ein begehrenswerter, starker Mann geworden war.

            Plötzlich klopfte es an der hohen Eichentür und Impa kam mit einem Tablett herein. Sie musste entweder Gedanken gelesen oder eine andere ihrer Shiekaheigenschaften verwendet haben, denn zur Freude Zeldas hatte sie eine Kanne mit heißem Tee auf dem kleinen Tablett. Ohne sich etwas dabei zu denken, trat sie in die kleine Wohnstube Zeldas und glotzte verblüfft angesichts der Tatsache, wie gering der Abstand zwischen den zwei Gesichtern der Auserwählten war. Link wich so schnell zurück, dass er rücklings auf seinen Hintern fiel und erstmals den gewienerten, harten Boden in Zeldas Gemächern verspürte.

„Guten Abend, Prinzessin“, sagte sie mit jener tiefen, beherrschten Stimme.

„Impa...“, sagte Zelda leise, versuchte die Überraschung in ihrer Stimme zu überspielen und blickte ihre Ziehmutter nachdenklich an.

„Guten Abend...“, ergänzte die junge Prinzessin schwerfällig und sah in das ruhelose Schlagen der kleinen Flamme.

            „Was ist geschehen?“, sagte die stolze Shiekah, als sie die roten Blutlinien auf Zeldas Wangen entdeckte. Schnell hetzte sie näher, stellte das Tablett klappernd auf den neben Zelda befindlichen Tisch und begutachtete die Prinzessin nachdrücklich.

Gerade als Impa sie berühren wollte, wich Zelda zurück und sagte schnippisch: „Hör’ auf mich zu bemuttern. Es ist nichts weiter.“ Die Prinzessin hetzte auf und lief schwankend zu der kleinen Tür, die in ihr Schlafgemach führte und lehnte sich mit dem Rücken dagegen. Schon wieder wehrte sie sich gegen die Nähe anderer. Schon wieder fühlte sie sich emotional zu kalt, als das sie eine Berührung von ihrer Zofe ertragen konnte.

            „Entschuldige“, sagte sie leise und ließ ihr Haupt hängen. „Es ist das Triforcefragment... es hat sich einmal mehr gegen mich gestellt.“

Impa heftete ihre scharlachroten Augen auf Link, der sich endlich vom Boden aufgerappelt hatte. Er bestätigte mit einem Kopfnicken und lief zu Zelda hinüber, während er sagte: „Aber das Fragment des Mutes hat sich noch nicht bemerkbar gemacht.“

„Braucht Ihr etwas, Prinzessin?“

„Ja, Ruhe und ein Bad...“, seufzte sie schwach. Impa warf Link einen aufsässigen, beinahe warnenden Blick zu und folgte dem roten Teppichläufer zur hohen Eichentür.

„Gut, aber der Ball wird in wenigen Minuten beginnen. Beeilt Euch Prinzessin und...“ Sie blickte unverschämt zu dem Helden der Zeit. „... und macht keine Dummheiten.“ Damit verschmolz sie mit den Schatten ohne die Tür geöffnet zu haben.

            „Was sollte das denn? Als ob wir kleine Kinder wären“, murrte Zelda. „Wir stellen doch keinen Blödsinn an.“ Aber Link war sich nicht sicher, ob die Weise der Schatten mit den Dummheiten etwas grundlegend anderes gemeint haben könnte...  

            Derweil kam die rundliche Maia, das etwas ältere Zimmermädchen, in die große Stube und folgte ihrem Geheiß, eine heiße Wanne für Zelda herzurichten.

            „Trink.“ Link reichte Zelda eine Tasse des wärmenden Tees und führte seine Prinzessin wieder zu dem Sofa. Sie nahm die Tasse in beide Hände, spürte die brühende Wärme in ihren Handinnenflächen und schaute in die helle, bräunliche Farbe des Tees.

„Also, was wolltest du mit mir bereden?“, sagte Links angenehme Stimme. Zufrieden ließ er sich neben Zelda auf die kleine Couch sinken und nahm sich selbst eine Tasse des süßen, duftenden Tees.

            Zeldas schwerer, trübsinniges Blick verweilte auf ihrer Tasse und je länger sie in die klare, wässrige Substanz starrte, umso mehr begann sie zu begreifen. Auch das Teewasser verblasste kurzzeitig vor ihren Sinnen. Und je länger sie einem Gegenstand zu sah, der sich auflöste, unwirklich wurde, umso mehr wühlte die Erkenntnis an ihrer Selbst. Die Wahrheit rüttelte. Die Zukunft öffnete sich ihrem reinen, weitsichtigen Geist. Verblassen...

            Es war nur eine kleine Träne, die Zeldas rechte Wange hinabrollte und in dem Tee aufkam. Kleine Ringel bildeten sich in der Tasse. Nur eine einsame Träne reichte aus. Zelda stellte die Tasse zurück auf das Tischchen in ihrem Gemach und blickte in dem Raum umher, als ob sie das erste Mal hier wäre. So viele Kleinigkeiten waren es, die sie vermissen würde. Der Blick zu den hohen Todesbergen, wenn sie auf ihrem Balkon stand. Die kleine Bibliothek und die unzähligen Bücher, die sich in den hohen Regalen sammelten. Sie würde die Abende vermissen, wenn sie in der Bibliothek bei Kerzenschein schrieb oder den Kamin in ihrem Zimmer, wo immer ein munteres Feuer flackerte. Sie würde alles vermissen, ihr kleines eigenes Reich hier drinnen, die weiten Wiesen Hyrules, die reißenden Ströme oder die tiefen, dunklen Schluchten. Es würde nichts geben, dass sie nicht vermissen würde...

            Es war Hyrule, das sie liebte.

Es war immer nur Hyrule, was sie vermissen würde. 

            „Zelda?“, murmelte Link, nahm die Serviette von dem Tablett und wischte endlich über ihre blutigen Wangen, damit diese wieder so rein aussahen wie normalerweise.

Er wollte sichergehen, dass mit ihr alles in Ordnung war. Denn irgendetwas verheimlichte sie ihm. Irgendetwas nagte an ihr, denn ihr stiller, zweifelnder Blick sagte ihm mehr als sonst jemanden. Es war nur Link, der durch den Schatten über ihren Augen sehen konnte.

„Versprich mir etwas“, sagte sie sanft.

„Was ist es?“, sagte er und nahm ihre Hände mit dem Anflug das Versprechen einzugehen in seine.

„Wenn etwas geschieht, das selbst der Held der Zeit nicht ändern kann, bitte, bitte, dann akzeptiere das“, begann sie. Ihre Worte waren verworren und wurden immer konfuser. „Wenn etwas geschieht, so mach’ dir bitte keine Vorwürfe...“, ergänzte sie.

„Wovon redest du eigentlich, Zelda.“ Irritiert wich er zurück und doch verstand er den Ernst dieser Situation.

            „Hyrule wird enden. Es wird verblassen...“, meinte sie schweren Herzens und drückte ihre Augenlider zu. Kurze klare Sätze, die alles besiegelten, woran Link glaubte. Sätze... nur wenige Worte, die den Tod in sich trugen.

„Das ist es, was mir das Fragment seit Tagen schon sagt. Verstehst du nicht? Hyrule wird untergehen“, brachte sie lauter hervor, bis ihre Wut darüber in Verzweiflung umschlug.

Link schüttelte ungläubig den Kopf. „Verdammt, Zelda! Wie soll’ ich das verstehen? Hyrule wird untergehen? Es gibt keinerlei Anzeichen dafür.“

Zermürbend murmelte sie: „Dann ist das Verblassen unserer Fragmente kein Hinweis?“, fauchte sie. „Es wird geschehen. Vielleicht in hundert Jahren, vielleicht in wenigen Wochen oder vielleicht sogar Morgen und niemand wird etwas dagegen tun können.“

Verärgert sprang Link auf. „Oh doch! Es gibt immer einen Weg. Wer sollte wollen, dass Hyrule endet? Es wird immer jemanden geben, der kämpft, genauso wie ich!“ Auch der junge Heroe fühlte die Wut über Zeldas Worte. Er wollte das nicht glauben.

„Ist es Ganondorf, der das Siegel brechen könnte?“, sagte er stur und schaute in Zeldas tränenden Blick.

„Nein...“, seufzte sie schwach.

„Was dann?“

„Etwas, wogegen sich nicht einmal deine Stärke stellen könnte. Das Schicksal...“, endete sie und hüpfte ebenso auf ihre Beine. „Glaubst du wirklich, ich würde dir das erzählen, wenn ich es nicht ernst meinte, wenn ich nicht wochenlang darüber nachgedacht hätte? Warum kannst du mir nicht glauben, so wie sonst auch?“, brüllte sie gekränkt und wischte sich die Tränen von den Wangen. „Ich habe mir diese Visionen des Endens nicht ausgesucht. Hyrule verblasst ständig. Vor mir, in mir, überall... Warum sollte ich dich damit belasten?“ Sie drehte sich verletzt um und weinte vor sich hin.

Link blieb stumm und sah langsam ein, was sie ihm versuchte mitzuteilen.

„Ich fürchte mich davor, aber es wird geschehen... bitte vertrau’ mir nur noch das eine Mal“, seufzte sie. „Und vorhin... als das Verblassen sich mir zeigte, da war es schlimmer als bisher. Es endet. Es geschieht“, wimmerte sie wehleidig.

            Ohne Vorwarnung fühlte sie zwei warme Arme, die sich um sie legten. Link lehnte sein Kinn an ihren Hinterkopf und sagte leise: „Verzeih’ mir...“ Er glaubte ihr doch, auch wenn jene Worte ihn total aus der Fassung brachten und sich hinterhältig und gemein in die eigene Seele gruben wie Dornenspitzen in bloße Hände.

„Natürlich vertraue ich dir... und werde dir immer vertrauen...“

Zelda drehte sich zu ihm, nickte und hauchte leise: „Egal, was auch immer geschehen wird, egal was morgen ist... bitte denk’ nicht an die Vergangenheit, Link.“ Er nickte lediglich.

„Und wenn es das Schicksal so will, dann bitte ich dich: Vergiss mich...“ Einmal mehr verletzt riss er sich los und verkrampfte seine Hände. Er schüttelte das Haupt, sodass die blonden Haarsträhnen in seine tiefblauen Augen pendelten.

„Denkst du, ich könnte nur irgendeinen Moment unserer Zeit einfach wegwerfen? Ist dir klar, was du da von mir verlangst?“

Ein verunsicherter Blick streifte seinen, während das Feuer in dem Kamin unruhig knackte. „Für keine Macht dieser Welt würde ich dich vergessen wollen!“ Unterstützend spannte er seine Arme in die Breite. „Was erwartest du von mir, Zelda? Wie soll’ ich das anstellen, dich vergessen. Wie soll das gehen? Nur wegen dir bin ich hier in Hyrule. Nur wegen dir bleibe ich in Hyrule. Ich tue alles nur wegen dir!“, brüllte er und blickte entsetzt über seine eigene Wortwahl zu Boden.

            Geschockt darüber legte Zelda die Hände über ihren roten Mund und sah mehr als fassungslos in seine tiefblauen Augen. Traurige Anklage stand darin, aber auch tiefe Zuneigung. Er hatte genug gesagt. Dinge gesagt, die er niemals sagen konnte, doch nun kamen diese einprägsamen Worte so leicht über seine Lippen, federleicht. Und nichts hinderte ihn, keine Feigheit mehr vor Liebe und Gefühlen...

            „Ich kann nicht mehr ohne dich sein...“, sagte er bestürzt. „Also hör auf, von mir zu verlangen, dich zu vergessen.“ Mit zusammengekniffenen Augen, einer ungeheuren Wut und Verzweiflung in seinem Bauch blickte er zu Boden und hörte in seinen Gedankengängen ständig diesen flehenden Satz. ‚Bitte vergiss mich. Vergiss mich... vergiss mich...’ Es tat weh. Dieser irrsinnige, dumme Versuch eines Versprechens, das ihm das Herz zerriss. Er konnte dieses Versprechen nicht eingehen. Er konnte und wollte es nicht.

„Ich werde mich immer an dich erinnern“, seufzte er schwach und blickte verärgert weiterhin zu Boden. „Niemand wird mir dieses Recht absprechen können. Kein Hylianer. Kein Zauberer. Und kein Gott.“

            In dem Augenblick hörte Link eine Tür knacken und Zelda verschwand aufgeregt in ihrem Badezimmer, um sich in die Wanne sinken zu lassen. Sie ertrug diese Worte nicht, obwohl sie sich diese immer gewünscht hatte...

Geradezu fürchten tat sie sich vor Link, seinen Worten, seinen Berührungen...

Sie konnte diese unglaubliche Sturheit von ihm nicht verstehen. Was sollte es ihm schon kosten, wenn er sie vergaß? Sie hatte ihm sein Leben genommen und einen Helden aus ihm gemacht. Wie konnte er nach allem, was er in seinem Leben wegen ihr erdulden musste, noch solche Reden schwingen?

            Mit einem einfachen Versprechen hatte es damals begonnen. Und so sann sie darüber nach, ein Versprechen das Ende finden zu lassen. Ein Versprechen mit dem ihre gemeinsame Zeit begann. Ein Versprechen, mit dem ihre Zeit endete...

 

            „Vergiss mich...“, flüsterte Zelda ihrem melancholischen Spiegelbild zu, während hinter ihrem Rücken Dampf aus einer heißen, ovalen Metallwanne brodelte. Der Duft einer seltenen Nadelpflanze hing in dem Raum. Eine alte Heilpflanze mit aromatischem Duft, in dem man ertrinken konnte. Süßlich, beflügelnd und beruhigend. Das Kraut der Alten, so hieß die Pflanze in der Umgangssprache. Sie liebte diesen Geruch nach Wald und Frische, ähnlich dem von Link.

            Zart hauchte die Prinzessin ihren Atem an das kleine Wandspiegelchen vor ihrem verzweifelten Antlitz, sich wünschend, der Spiegel würde nicht die Wahrheit wiedergeben. Keine Prinzessin. Kein trauriges junges Mädchen...

Sie wünschte der Spiegel zeigte ihr die Person, die hinter den königlichen Abzeichen stand, denn sie wusste um die Schwäche jener Person, ihres wahren Ichs.

Wie in Trance schrieb sie mit zitterndem Zeigefinger die Buchstaben: „Vergiss’ mich...“, auf das glatte Spiegelglas, sich wünschend, die Worte würden nicht vergehen.

            Es würde geschehen. Ein Ende wurde für Hyrule vorgesehen; und sie rang mit einer schweren Entscheidung. Wenn Hyrule nicht mehr wäre, würde auch sie vielleicht nicht mehr sein und so sollte ihr Seelenverwandter sie vergessen, um seiner Selbst willen. Er sollte seine Gefühle verschließen, vor allem jene, die sie von ihm nie erfahren hatte.

            Doch die feinen Schriftzüge verschwanden auf dem Glas, als ob eine fremde Macht nicht wollte, dass Link sie vergessen würde...

            Langsam wand Zelda sich um, rieb sich über ihre Schläfen, fühlte das Verblassen erneut in ihrem Geist und suchte den Kampf gegen die ihr zugetragene Weisheit. Das Fragment in ihrer zarten Hand verblasste erneut, als hätte man ihm die Kraft gestohlen, die es doch niemals hergab. Die Prinzessin entkleidete sich vorsichtig, bedacht und kämpfend durch jenes Fragment nicht der Ohnmacht zu verfallen. Barfuss lief sie über die klitschigen weißen Fließen ihres Bades, atmete tief ein, den entspannenden Duft in ihre Lungen einsaugend. 

            Das wohltuende, heiße Wasser umspülte ihre Haut, als sie in die Wanne stieg. Gerade in dem Augenblick, als sie sich an die kantigen Enden der Wanne lehnte, verlor sie durch einen Streich ihres Fragmentes einmal mehr kurz das Bewusstsein...

 

Aufgebracht lief Link in Zeldas Schlafgemach umher, trampelte frustriert hin und her. Das bittende: ,Vergiss’ mich’ begleitete ihn fortwährend, als hätte man es ihm eingebrannt. Zappelig dachte er darüber nach, der lieblichen Zelda alles zu gestehen. Seine Gefühle für sie, von denen er ahnte, dass es nicht mehr Freundschaft war, die ihn zu ihr führte. Er rang mit der Vorstellung bestimmte drei Worte über seine Lippen kommen zu lassen. Drei Worte... es sind doch nur drei Worte, sagte er zu sich.

Geräuschvoll ließ er sich auf den Schaukelstuhl sinken und vergrub seinen Kopf in den Händen. Er konnte es ihr doch nicht sagen... aber vielleicht wären diese Worte genau die beste Medizin gegen Zeldas irrsinnigen Wunsch, dass er sie vergaß. Zum Teufel, er konnte es einfach nicht. Nur drei Worte...

            Händeringend hüpfte er zu dem Balkonfenster und blickte hinüber zu den Todesbergen. Greifvögel schwebten hoch oben in den Lüften, die er mit seinen scharfen Augen gerade noch erkennen konnte. Sie verschmolzen mit dem dunklen Nachthimmel, der seine Ausläufer auch in seine Richtung schickte. Links tiefblaue Augen gingen auf Wanderschaft in Hyrule, schwenkten von stummen Tälern zu steilen Felshängen des Todesberges, verfolgten in der Schwärze der Nacht erhellte Bruchstücke eines sich schlängelnden Flusses. Er konnte einfach nicht glauben, dass Hyrule eines Tages enden würde. Diese Welt, dieses Land, es war so einzigartig, so märchenhaft schön, wie keines der Länder, die Link in seinen monatelangen Reisen besucht hatte. Warum sollte man Hyrule wegsperren, im Stich lassen und dem Tode überlassen?

            „Es darf’ nicht enden, es darf’ nicht geschehen...“, murmelte Link vor sich hin und betete heimlich zu seiner Schutzgöttin, sie möge ihm die Erkenntnis geben, warum Zelda jene Prophezeiungen erhielt...

            Doch etwas hatte auch der Held der Zeit gerade nicht bedacht. Für ihn stand im Moment keine Verbindung zwischen dem Ende Hyrules und einem möglichen Zerreißen des Siegels, welches die Ausgeburt des Bösen von Hyrule fernhielt. Link dachte nicht an die unleugbaren Schattenseiten einer Welt der Magie... und so spielte das Schicksal einmal mehr sein grausames Spiel mit den Auserwählten.

            Mit ernsten Augen beobachtete Link die Welt außerhalb, sah viele Fackeln über die Steppe ziehen, eines der Rituale am Fest des Friedens. Die Hylianer wanderten mit Fackeln über die weiten Wiesen, riefen nach Freiheit und verehrten den Frieden. Er legte seine bloßen Handflächen auf das kalte, steinerne Fensterbrett des kleinen Spitzbogenfensters und schloss verträumt die Augen. Die Sehnsucht ergriff schon wieder Besitz von ihm, wurde zwingender und ruheloser. Zelda geisterte in seinen geheimsten Gedanken umher und doch hatte Link ein wenig Angst, sie Nebenraum könnte im Nebenraum diese Gedanken telepathisch hören...

Er versuchte sie abzuschalten, aber es ging nicht. Drei Worte formten sich auf seinen leicht spröden Lippen, bis er die Worte ganz und gar, unglaublich gefühlvoll aussprach:

„Ich liebe dich...“

            Doch in diesem Moment hatte Zelda, begleitet mit einem langen samtigweißen Bademantel, den Riegel zu ihrem Badezimmer hochgeschoben und stand einfach nur da, mitten in der Tür. Sie reagierte nicht, nachsinnend über die Worte, die seinen Lippen widerwillig entkommen waren.

            Vor Schreck biss sich Link auf seine vorlauten Lippen, drehte sich langsam um und scheute Zeldas durchdringenden, verwirrten Blick. Sie regte sich nicht und verharrte weiterhin auf der Türschwelle. Noch nie hatte jemand diese Worte in ihrer Gegenwart erlauten lassen...

            Rasch wand sich Link zu dem kleinen Fenster und versuchte das verzweifelte, dringend nach einer Ausrede suchende Gesicht irgendwie vor Zeldas Augen abzuschirmen. Bei Farore, überleg’, sagte er zu sich selbst. Denk’ nach, Link. Wenige Sekunden vergingen, bis er die zündende Idee hatte.

            Leise, bemüht ernst und ehrlich zu klingen sagte er: „Ich meine, ich liebe Hyrule...“ Es stimmte ja, rechtfertigte er sich vor seinen Gewissen. Er liebte Hyrule, auch wenn er im Moment nur noch Augen, Ohren, Verstand, Vernunft und sogar jegliche Herzfaser für Zelda übrig hatte.

            Er bemerkte nicht den überraschend enttäuschten Blick der Prinzessin, die sich doch wahrlich gewünscht hatte, irgendjemand würde diese drei Worte einmal zu ihr sagen. Und diese Worte von Link zuhören, schienen einer der sehnlichsten Wünsche einer Prinzessin zu sein, die sich in ihrem Leben, trotz ihres begehrenswerten Äußeren, ihrem graziösen, anziehenden Blick und der reinen Seele in ihrem Inneren, ungeliebt fühlte. Bemüht standhaft und unbekümmert zu wirken trat sie näher, nahm sich schweigsam Kleidung aus einem quietschenden  Holzschrank und verschwand damit hinter der Umkleidewand.

            Zutiefst irritiert, dass Zelda einfach stur blieb und kein Wort mit ihm wechselte und beschämt, dass sie seine drei Worte richtig deutete, sank Link an der Bettkante nieder, sah und spürte nur Zeldas Schatten hinter der Umziehmöglichkeit durch das schimmernde Flackern der Kerzen.

Das Medaillon der Mächtigen lag unbedeutend auf dem Nachttischschränkchen und ließ nichts seiner angeblichen Macht bekunden. Link warf einen Blick darauf. Kurz vor Halb.

            Noch Zeit, sagte er zu sich, um sich von der hinter der Wand raschelnden Zelda abzulenken.

Noch Zeit, für ungesagte Worte.

Noch Zeit, für einander.

            Erst jetzt bemerkte er den fruchtigen, unheimlich angenehmen und vertrauten Geruch nach Nadelwald in dem Gemach. Angezogen von diesem Duft stolperte Link zu der Badezimmertür und sofort schlug ihm eine wohlige Frische entgegen, die von jenem herrlichen Geruch gefärbt war. Link schloss seine Augen, und atmete so tief es ging ein, fühlte Entspannung und Ruhe in sich aufkommen. Er stiefelte mit seinen Lederschuhen in den Raum und beugte sich leicht über die Wanne, ließ eine Hand in das warme Wasser sinken. Dieser wunderbare Duft nach Wald und Heimat, ließ ihn einfach nur schwach werden.

            „Möchtest du vielleicht auch ein Bad nehmen? Das Wasser ist noch heiß“, sagte Zelda leise hinter ihm. Zu in seine Gedanken versunken, hatte Link ihre Anwesenheit erst gar nicht bemerkt. Vor Schreck verlor er den Halt am Wannenrand und plumpste kopfüber in das entspannende, gutduftende Wasser. Er rappelte sich auf, schüttelte den Kopf und hielt sich mühsam an den Kanten der gläsernen Wanne fest.

            „Ich glaube, meine Frage hat sich erübrigt“, meinte Zelda trocken und ein wenig schmunzelnd. Links Oberkörper war durchnässt und seine Frisur ruiniert. Goldig und verlegen blickte er drein und schaute Zelda liebäugelnd an.

„Also, möchtest du nun ein Bad nehmen, oder nicht?“ Link nickte lediglich und fuhr mit seinen Fingerspitzen wie ein Kind über das grünlichschimmernde Wasser, spielte mit dem Schaum. 

„Und worauf wartest du?“, meinte Zelda, die vor den Spiegel trat und ihre hochgesteckten Haare von den Spangen befreite.

„Darauf, dass du aus dem Bad gehst.“ Kichernd wand sie sich zu ihm.

„Du meinst, ich kriege noch nicht einmal etwas geboten dafür, dass du in meinem Badezimmer baden darfst?“

„Ich glaube, ich könnte dich erschrecken mit dem, was ich zu bieten habe“, erwiderte er frech. Noch vor wenigen Sekunden hatte Zelda das Kind in Link gesehen, welches am Badewannenrand saß und mit dem Schaum spielte. Und in der nächsten Minute war dieser gefährlich scharfzüngige Mann ausgebrochen.

„Denkst du, ich könnte Angst vor dir haben?“

„Alles in allem: Ja, ich denke, das könntest du.“

„Und warum?“

„Immerhin weiß ich, dass du keusch erzogen wurdest.“

Zelda verschränkte die Arme und protzte: „Aber auch eine keusche Erziehung hat ihre Fehlerchen und Tücken.“

Interessiert begegnete Link ihren Blick. „Wie darf ich das verstehen?“

„Meine Augen gehören immer noch mir. Und in den sieben Jahren der alternativen Zukunft gab es niemanden, der mich keusch hätte erziehen können. Shiek hat genug gesehen...“

„Soso“, sagte Link.

„Genau so und nicht anders.“

„Dann macht dir das ja auch nichts aus.“ Und ohne mit der Wimper zu zucken, öffnete Link seinen Gürtel, zog sich die edle Tunika über den Kopf und riss sich das Hemd herunter, das seinen stählernen Körper bedeckte. Er kickte seine Stiefel von den Füßen und schups war die lange Hose ebenfalls unten. Nur noch eine knielange, weiße Hose bedeckte den nötigen Rest seines Abbildes.

            Nun wurde es Zelda wohl doch ein wenig zu heiß. Mit roten, auffälligen Wangenbäckchen drehte sie sich von Link weg, erhaschte aber ab und an einen Blick in den Spiegel, wo sie den gutaussehenden, jungen Mann hinter ihr mehr als genau beobachten konnte. 

„Wohl doch zu keusch erzogen worden, nicht wahr, Prinzessin?“, sagte Link lümmelhaft, der genau ahnte, wie beschämt sich Zelda fühlte, und dass es ihr mehr ausmachte, als sie zugab, einen halbnackten Mann zu sehen.

„Und das sagt mir ausgerechnet der Held der Zeit, der vor jedem Mädchen wegläuft“, murrte sie. Doch jetzt hatte sie ins Fettnäpfchen getreten. Verärgert darüber nahm Link Wasser in seine Handinnenflächen und bewarf die Schönheit im Badezimmer damit.

„Link!“, fauchte Zelda und rannte wildgeworden auf den klatschnassen, rutschigen Fließen hinter ihm her. Die Arme in die Lüfte rannte Link davon, lachte und musste leider zugeben, dass er auch jetzt wieder vor einem Mädchen davonlief. 

            Wildgeworden und mit lautem Krach in dem Badezimmer rannten sie hintereinander her, bewarfen sich mit Schaum, rutschen gelegentlich auf den Fließen aus, die sich anfühlten wie Schmierseife. Zelda die Zunge herausstreckend blieb Link dann stehen und wartete, dass die junge Thronfolgerin in ihrem Bademantel den nervenden Helden einholte. Doch genau das hatte Link mit seiner Aktion bezweckt. Noch ehe Zelda verstand, was der fiese Kerl vorhatte, packte er sie leichtfertig unter dem Arm und schleifte eine um sich schlagende und lachende Zelda mitsamt ihres Bademantels in das warme, duftende Wasser.

Sie brüllte und kicherte mühevoll, als sie sich seinem festen Griff nicht einziehen konnte und sie beide mit einem Plumps in der Wanne landeten. Mehr als genug des Wassers spritzte nach draußen und sorgte für Flut und blankes Chaos in dem Badezimmer. Die Gefäßchen und langhalsigen Flaschen mit den Kräuterextrakten wurden umgeworfen. Einige der Kerzen erloschen. Selbst ein ganzes Schränkchen hatten die beiden durchgeknallten Hylianer mit ihren Späßchen umgehauen.

            Außer Atem und lauthals lachend saßen sie nun beide mit durchgeweichten Klamotten in der Wanne und blickten unschuldig nach draußen. Ein Bild, das dämlicher nicht aussehen konnte. Vier blaue Augen sahen knapp über dem Wannenrand nach draußen, auf der eingeschränkten Suche nach dem Sinn dahinter, was gerade passiert war, nach einer Ausrede sollte Impa oder der König plötzlich in dem Raum stehen.

„Was jetzt?“, sagte Zelda, die sich inzwischen genervt fühlte, da der schwere, vollgesogene Bademantel auf ihre Haut drückte.

„Wir sagen einfach, dass ein Moblin sich hier eingeschlichen hat und wir uns vor ihm versteckt haben“, meinte Link kindisch.

„Genau“, erwiderte Zelda mit schauspielerisch erhöhter Stimmlage. „Und als er im Badezimmer gesucht hat, sind wir untergetaucht.“ Eine schweigsame, scheinseriöse Minute verging, bis Zelda kichernd die Stille brach.

„Und wie erklären wir, dass du nur deine Unterhose anhast.“ Link hob einfallsreich einen Zeigefinger in die Höhe.

„Wir wollten den Moblin erschrecken, indem wir ihm Haut gezeigt haben. Daraufhin ist er ganz plötzlich zu Stein erstarrt und hat sich in Luft aufgelöst.“ Aber wirklich einleuchtend und logisch fand Link diese Erklärung selbst nicht.

„Oder doch nicht“, sagte er und zog eine überlegende, unreife Jungenschnute.

            Zelda schüttelte den Kopf und meinte nur: „Bei Nayru, sind wir doch bescheuert.“

„Aber du musst zugeben, dass es Spaß gemacht hat“, sagte Link und suchte ihren Blick.

„Ja, in der Tat. Du hast es wiedereinmal geschafft mich anzulenken“, sagte sie und hauchte ein verträumtes: „Danke“, hinterher.

            Doch die kleine Show sollte noch lange nicht vorbei sein. Ein Beobachter würde sich vermutlich ärgern, wenn nicht noch etwas ausgesprochen Tolles folgen würde.

            Mühsam krallte sich Zelda mit beiden Händen am Badewannerand fest. Unter enormer Kraftanstrengung versuchte sie ihr Gewicht mit dem schweren Bademantel aus der Wanne zu befördern. Sie spürte ein Stückchen Seife unter ihren Füßen, welches sie vorhin einfach in der Wanne liegen lassen hatte. Krachend rutschte sie auf dem schmierigen, glatten Material weg, drehte sich während des Fallens und fiel direkt auf Link, der gar nicht wusste, wie er der Situation Herr werden sollte. Abrupt stieß Zelda ihren Helden unter die Wasseroberfläche, sodass sie beide ganz und gar in der hohen Wanne verschwunden waren. Ihre Gesichter befanden sich in unglaublicher Nähe, und nur aus Neugierde öffnete sie beide unter dem Wasser ihre Augen. Sie träumten in ihren Blicken, sahen die Luftblässchen hinaufsteigen, die von ihren Mündern stammten. Und doch waren beide im Moment so fixiert aufeinander, so erstarrt, dass die wenigen Sekunden sich zu langen Minuten formten.

            Hemmungslos wanderten Links Hände um den Körper seiner Prinzessin, während sie hier unten, im Dunkel des Wassers, mit den feinen Haarsträhnen spielte, die an Links Kopf herumwirbelten. Die Last des Bademantels wurde immer schwerer, sodass sich Zelda endgültig fallen ließ und ihren erstaunten Helden damit zwingend an den Grund der Wanne beförderte. Doch gefangen in der Nähe des anderen, unternahm keiner den Versuch aufzutauchen. Das Gefühl der Nähe war seltsam und doch angenehm. Link spielte aufgelöst und versunken in einer andersartigen Materie der Trance mit den blonden Haarsträhnen seiner Prinzessin, die sich kitzelnd über sein Gesicht und seine nackte Brust legten.

Link wollte gerade etwas sagen, vergaß das Wasser um ihn herum, vergaß ganz und gar, wo sie sich befanden und ihm quoll Wasser in den Mund.

            Weiterhin träumte Link in Zeldas Augen, sah den Schatten darin auch hier im Wasser und wünschte sich, er könnte diesen verbannen. Ein Schatten, der Zelda vor den Menschen, die ihr am Herzen lagen, abschirmte. Und vielleicht schirmte er Zelda sogar vor sich selbst ab, erschuf Kälte und Selbsthass.

            In dem Moment rutschte Zelda näher zu ihm. Ein Impuls der Liebe jagte seine Venen entlang. Er konnte es nicht kontrollieren und spürte nur den schnellerwerdenden Puls, sein wildhämmerndes Herz. Sein beschämter Blick versuchte sich von den saphirblauen Augen Zeldas zu lösen und sank hinab. Doch damit nicht genug. Unbewusst wanderten seine Augen zu Zeldas Ausschnitt und er sah zuviel durch die Öffnung des Bademantels. Bei den Göttinnen, er hatte das Gefühl an diesem Einblick zu ersticken. Er brauchte Luft und doch wollte er einfach nicht weg von diesem Ort, hier in der warmen Wanne, in dem duftenden Wasser...

            Zeldas rechte Hand wanderte sehnsüchtig über seine unbeharrte männliche Brust, fühlte den schnellenden Herzschlag, der sie ungemein irritierte. Sein Herz schlug so schnell, so ohne Rast. Es hämmerte wild gegen ihre blanke Hand, als ob es zerspringen wollte.

Auch ihr Puls wurde hetzender, bis sich ein wunderbares, beinahe schmerzhaftes Kribbeln in ihrem Magen einstellte, welches den ruhelosen Herzschlag übertönte. Ihr sanfter Blick wanderte zu seinen Lippen. Sie begehrte. Sie wollte diese Empfindung jetzt. Träge schlossen sich ihre Augen, warteten darauf, dass sich ihre Lippen zu einem Kuss versiegelten.

            Doch niemand würde sie diesmal unterbrechen. Aus dem Nichts heraus trafen sich ihre Lippen und beide beschenkten sich gegenseitig mit Luft, umarmten sich inniger, sammelten die Erfahrung eines ersten Kusses. Denn keiner von beiden hatte jemals geküsst und keiner von beiden, so redeten sie es sich immer wieder ein, wusste, was Liebe war.

            Und doch hatten sich ihre Münder gefunden, spielten genüsslich miteinander, schmeckten und erforschten, um der Erfahrung willen.

            Wenige Sekunden später tauchten sie beide auf, sammelten heftig Luft in ihre verbrauchten Lungen, trauten sich nicht sich anzusehen und rückten einige Zentimeter weg voneinander.

            Gerade in dem Augenblick stand Impa kopfschüttelnd in der Tür. Sie lehnte sich gegen den Rahmen und machte den unverbesserlichen Eindruck schon länger hier zustehen.

„Hatte ich euch nicht gesagt, keine Dummheiten zu machen.“ Sie musste das Schauspiel unter Wasser sehr genau beobachtet haben. Denn ihre scharlachroten Augen erzählten eine lange, herausfordernde Geschichte, die jedoch nicht für fremde Ohren bestimmt sein sollte.

„Ich nehme an, es ist besser nicht danach zu fragen, was sich hier in der gläsernen Badewanne gerade abgespielt hat!“, meinte sie und warf jeweils Link und Zelda ein Handtuch zu.

„Trocknet euch jetzt.“ Sie drehte sich halb um und sagte: „Am besten jeder alleine!“

            Schweigsam und beschämt stiegen Link und Zelda aus der Wanne. Sie fühlten sich wie zwei unartige Kinder, die gerade den größten Fehler ihres Lebens gemacht hatten. Mit erröteten Wangen schaute Zelda in ihr verwirrtes Spiegelbild, während Link sich hinter der Wanne verkroch und am liebsten im Boden versunken wäre. Wie konnte das passieren? Warum war das passiert?

            „Der königliche Ball wurde um eine Stunde verschoben, da Euer Vater noch einige Dinge mit der Familie Caldrians beredet.“ Die Prinzessin folgte Impa aus dem Raum, sodass sich Link in aller Ruhe, ohne nervende und ausgefuchste Blicke zurechtmachen konnte.

„Was beredet mein Vater denn mit dem König aus Calatia?“ Impa seufzte. „Die Familie von Caldrian wünscht, dass er um Eure Hand anhält, Zelda.“

„Aber mein Vater hat mir doch versprochen, dass...“, meinte sie schwach und fürchtete sich vor den Worten Impas. „Erzähl’ mir bitte nicht, dass er sein Versprechen so schnell schon wieder gebrochen hat...“

„Er wünscht es sich für Euch, Prinzessin, auch, wenn er Euch nicht zu einer Heirat zwingen will.“

Zeldas Wut ging wieder mit ihr durch und das Fragment begann abwechselnd zu schimmern und dann zu verblassen.

„Aber ich liebe ihn einfach nicht!“, brüllte sie.

„Sagt das Eurem Vater, Prinzessin. Ich fürchte, ich kann rein gar nichts dagegen tun.“

„Und ich? Was kann ich schon dagegen tun? Er gab mir sein Wort und nun beredet er meine Zukunft wieder hinter meinem Rücken. Was habe ich ihm getan, dass er so wenig Achtung vor mir und so geringes Vertrauen in mich hat?“ Verärgert und erneut die innere Kälte schürend wand sie sich ans Fenster.

Ruhiger fuhr sie fort: „Und ich dachte, es würde sich etwas ändern...“ Nun gut, doch jetzt schien Zelda endgültig zu wissen, was sie tun musste. Es würde niemals zu einer Heirat kommen, weil die Welt, wie sie und ihr Vater, nein, das gesamte Volk sie kannte, nicht länger bestehen bleiben wird. Ihre Entscheidung, für Hyrule immer dazusein, manifestierte sich in ihren Gedanken. Die Entscheidung die letzte Wächterin, der letzte Geist der Welt zu sein, war beinahe gefallen...

            „Es tut mir leid, Zelda“, sagte Impa traurig.

„Ja, mir auch...“, entgegnete sie. Auch wenn Impa es nicht wusste, aber Zelda tat es leid, dass sie niemanden sagen konnte, wie ihr innerlich zumute war.

            Vor wenigen Sekunden noch, in welchen sie erheitert mit Link im Badezimmer ihrem Wildfang freien Lauf ließ, ging es ihr gut. Sie spürte die innere Kälte nicht, spürte den Selbsthass nicht. Doch nun... 

            „Lass’ mich bitte allein, Impa“, sagte sie und ließ sich kopfhängerisch an ihrem kleinen Schreibtisch nieder. Impa nickte trübsinnig. Schon immer fühlte sie sich Zelda gegenüber wie eine Mutter, nicht wie ein Kindermädchen oder eine Beschützerin und Impa kannte ihren Schützling viel zu gut. Es gab Momente, da wünschte sich die stolze Shiekah, Zelda würde sich nicht verschließen, sie würde jemanden an sich heranlassen. Aber ständig wies sie die Menschen in ihrer Umgebung ab. Nur Link war es vielleicht möglich zu ihr durchzudringen. Aber Impa fürchtete, dass Zelda auch dieses Vertrauen in einen ihr lieben Menschen, ablegte, verspielte und lieber verdrängte... Impa wusste Bescheid über die Sehnsüchte der Prinzessin, doch mit jeder Minute, die verrann, mit jedem neuen kleinen Konflikt und mit jeder Minute in Angst und Kummer, sträubte sich Zelda gegen das, was sie doch begehrte...

            Nachdenklich verschwand Impa, indem sie wie ein Geist durch die Tür huschte.

            Die Prinzessin begann sich zu trocknen und schlüpfte in ein edles tiefblaues Ballkleid mit aufwendiger Schnürung und nur schwachblauen Ärmeln. Hauteng lag das bis zu dem Boden reichende Kostüm an, wirkte vielleicht zu aufreizend, da es viel ihres Rückens und ihre Arme durch das dünne, durchsichtige Material vollständig preisgab. Schulterzuckend ignorierte sie den Gedanken, ihr Vater könnte dieses Kleid nicht gut heißen. Als ob sie sich von ihm Vorschriften machen lassen würde. Nein, diese Zeiten waren vorbei. Sein ewiges Gesocks um Verantwortung, adliges Benehmen und Pflichten hing ihr einfach nur zum Halse raus. Und wenn Zelda dieses Kleid mochte, sich damit präsentiere, auch wenn es nicht den verschrobenen Kleiderregeln der Schönen und Reichen dieses Zeitalters entsprach, so war dies allein ihre Entscheidung. Passend dazu streifte sie kurze Handschuhe über und schlüpfte in ein paar dunkle Sandalen mit Absatz.

Sie blickte in den Spiegel, hielt einige ihre blonden Strähnen mit einer goldenen Spange zusammen und ließ die goldenschimmernden Haare ansonsten über ihren Rücken, fast bis zur Hüfte fallen. Eine mit Saphiren bestückte Tiara, eine feine Halskette, ovale Ohrringe und fertig war das Bild einer jungen, attraktiven Lady. Sie nahm sich vor den Ball zu genießen, auch, wenn die Zeichen für ein bestehendes Hyrule schlecht standen, auch, wenn die Zeit gegen Hyrule tickte... 

            Eine kleine Geste Handzauberei, nur ein Wedeln mit dem Zeigefinger genügte, und drei unterschiedlich große Kerzen brannten hier auf dem kleinen Schreibpult, wo neben Siegelwachs, Tusche und Feder auch Bücher und ein Spiegel jenes verzierten. Langsam tauchte Zelda ihre goldene Feder in das pechschwarze Fässchen mit der Tusche und schrieb ihre Gedanken auf ein Blatt Pergament. Sie setzte die Feder an und stoppte sofort wieder. Ihre Gedanken wurden immer leerer, obwohl sie noch vor wenigen Sekunden das Bedürfnis hatte, diese hier darzulegen...

            Stattdessen begann sie einen Brief zu schreiben. Sie schrieb einen kleinen Brief an ihren Helden, vielleicht ein Abschiedsbrief, wenn ihre Entscheidung sich in die Tat umsetzen sollte... Denn sie ahnte, was geschehen würde. Die Göttinnen würden an jenem alles entscheidenden Tag jegliche Seelen aus Hyrule fortschicken und in eine andere Welt entlassen.

Nur sie... Zelda, die Kronprinzessin Hyrules, würde bleiben... Sie wollte für Hyrule da sein, sie wollte über ihre Heimat wachen. Es war wie ein Bündnis Hyrules mit ihrer eigenen Seele. Sie konnte kein neues Leben, ohne ihre Erinnerungen beginnen. Sie konnte Hyrule mit all seinen Eigenheiten nicht vergessen.

            Eine einsame Träne fiel nieder, als sie mit den Sätzen begann. 

 

„An die Seele, die ich liebe...

            Es spielte nie eine tragende Rolle, was war und was sein würde... Es waren Momente, die ich nicht zu leugnen wusste, die ich ewig in Erinnerung behalten werde. Unsere Momente, die glückliche Zeit, wie auch die weniger schönen Dinge, die wir erlebt haben. Unser Schicksal.  Wir waren Kinder, Leidende, Erwachsene und vielleicht noch mehr als Freunde...

Es spielte nie eine Rolle, wer du warst oder wer ich sein würde, nicht für mich, nicht in diesem Hyrule.

Und doch... so hoffe ich, solltest du diese Zeilen eines Tages lesen, dann möchte ich, dass du mich verstehst, für die Entscheidungen, die ich treffe, mit dem Wissen, dass sie dich traurig stimmen werden.

So bitte ich dich, hab’ Verständnis für das mangelnde Vertrauen, welches ich selbst dir entgegenbrachte. Verzeih’ mir für das Heute und das Morgen, wann immer meine Entscheidungen uns beide in die Verdammnis schickten. Behalte deinen Mut, auch dann, wenn ich nicht da sein werde, um dir beizustehen oder dich zu stärken. Halte an deiner Hoffnung fest, auch ohne eine Prinzessin, die dieselbe Hoffnung teilt.

Im Rad des Schicksals gibt es sicherlich Brücken, die geschlagen werden könnten, es gibt neue Wege, neue Pfade für ein anderes Menschsein, aber nicht für mich. Denn wenn diese Welt endet, ist, was mir bleibt, nur das Wissen um meine Erinnerungen. Neue Wege und Pfade sind dir beschieden und ich bitte dich, trauere nicht um deine Seelenverwandte, die sah, ohne die Augen zu öffnen, die fühlte, ohne zu empfinden und die dich liebte, ohne an diese Liebe glauben zu können.

Geh’ den neuen Weg und erinnere dich, aber bitte vergiss’ mich. Denn ich kann nicht sein, ich kann nicht mit dir sein und ich werde niemals sein können, was wir uns beide wünschen.

Wie ein kleiner Splitter steckt, selbst nach all den Momenten, der wunderbare Augenblick  unserer ersten Begegnung, einem magischen Augenblick am Rande dieses Hyrules, im Traum des Kindseins, in meinen Gedanken und  ich wage nicht zu schreiben, was es mir bedeutete, dass gerade du mich gefunden hattest. Es bedeutete mir mein Leben und so schreibe ich hier die Worte nieder, die ich nicht über meine Lippen tragen werde. Worte, die ich, wenn Hyrule endet, für immer in mir versiegeln werde.

Ich liebe dich. Es gab keinen Moment, in welchem ich anders empfand. Und so sage ich es mit geschriebenen, stummen Worten erneut. Ich liebe dich... und ich verlange nur diese eine kleine Bitte. Mehr entsinne ich nicht für mich oder für uns: Vergiss’ mich...

Werde glücklich an einem anderen Ort, wo das Schicksal dir nicht seine Grausamkeit aufzwingt. Vergiss mich... 

In ewiger Liebe, Prinzessin Zelda...“

 

Als sie den Brief beendete, tropften weitere Tränen auf das Stückchen Pergament und die Tinte verwischte an manchen Stellen. Schluchzend tupfte sie sich die Tränen aus dem verweinten Gesicht und versuchte ihre vorgetäuschte Stärke wieder zu erwecken. Zitternd krallte sie sich das Siegelwachs und entzündete es an einem Docht. Sachte rollte die den Brief zusammen, ließ das heiße Wachs auf die Rolle tropfen und presste das königliche Siegel auf den Brief. Der alles Sagende Brief verschwand in einer kleinen Schublade und vielleicht galt er nicht nur für dieses Leben, vielmehr für eines, was noch folgen sollte.

            Link kam mit trockener Kleidung schweigsam aus dem Badezimmer und sah Zelda nachdenklich vor ihrem Schreibtisch sitzen. Sie verlor kein Wort, obwohl sie doch wusste, dass Link auf sie zulief.

Er schluckte seine Anspannung herunter und dachte nach, wie er sich am besten für das Verhalten vorhin in der Wanne entschuldigen konnte. Es war sein Fehler, dachte er...

            „Wegen vorhin...“, begann er umständlich und fühlte, wie sich seine Kehle zusammenzog. „Ich meine das, was geschehen ist...“ Und schon wieder verhaspelte er sich. Konnte er ihr nicht endlich gestehen, dass er es genossen hatte ihr so unglaublich nahe zu sein und dass er diesen Kuss nie wieder vergessen wollte.

            Anmutig, mit kühler Haltung, erhob sich Zelda und blieb ihm immer noch den Rücken zugewandt stehen. „Vergiss diesen Kuss. Es war nur ein dummer Ausrutscher, auch von meiner Seite. Ich wollte wohl lediglich wissen, wie es sich anfühlt, einen Mann zu küssen“, sagte sie kalt und abweisend. Auch, wenn sie sich selbst belog.

            Traurig über diese Worte sah Link zu Boden und torkelte einige Schritte rückwärts. Diese Kälte von Zelda. Diese Abweisung... so stark waren jene fremdartigen Empfindungen, die sie ihm entgegenschickte. Und gerade in dem Moment fühlte sich Link in seinem jungen Leben verraten, betrogen, wie zu jenem Zeitpunkt, als Zelda ihn in der Zeit zurückschickte.

            „Ja...“, sagte er mit trockener Stimme. „Genau das wollte ich auch sagen.“ Nicht mehr der liebevolle, angenehme Klang in seiner Stimme oder das Kribbeln, welches sich in Zeldas Magen ausbreitete, wenn sie seine Stimme hörte. Es schien, als wäre gerade in dem Augenblick die Empfindung für Link in ihr gestorben.

„Du hast Recht. Nichts davon hatte eine Bedeutung, weder für mich, noch für dich. Also vergessen wir diesen Kuss so schnell es geht wieder“, ergänzte er ernster. Doch in seinen tiefblauen Augen lag etwas anderes. Liebe lag darin, verschmolzen mit der starken Sehnsucht, seine Prinzessin um die Wahrheit zu bitten. Zelda nickte mit ihrem Kopf, sodass auch Link es sehen konnte.

            „Und die Worte, die ich sagte...“

„Ja?“, sagte sie kalt und eine Spur genervt.

„Als ich sagte, ich bin nur wegen dir in Hyrule. Als ich sagte, ich tue alles nur für dich. Und...“

„Und als du mir unterbreitest hast, du wolltest mich niemals vergessen.“

„Genau. Ich nehme die Worte zurück...“, sagte der junge Held, verblüfft, wie einfach es war, zu lügen und diese schmerzenden, herzlosen Wörter über die Lippen gleiten zulassen.

„Ich habe das nicht so gemeint. Vergiss es einfach wieder...“

„Dann wäre ja alles geklärt.“

„Stimmt, dann ist alles geklärt.“

„Gut.“

„Gut.“

            Mit schmerzendem Kopf, stiller Verzweiflung, Enttäuschung und einem gigantischen Liebeskummer, hetzte Link aus dem Raum.

            Zelda stand immer noch wie erstarrt vor ihrem Schreibtisch, während sich das Wasser in ihren saphirblauen Augen sammelte und der Schatten darin gefährlicher und dichter wurde als jemals zuvor. Beinahe krankhaft begann sie zu lachen. Sie lachte über ihre Unfähigkeit jemandem zu vertrauen, ihre Unfähigkeit zu lieben. Sie lachte, schlug mit ihren Fäusten verzweifelt auf den Schreibtisch und ließ sich gekrümmt zu Boden sinken, nur um weitere Tränen fallen zu lassen...

 
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