Kapitel 81
 

Kapitel 81

 

 

 

 

Ihre Augen waren leer...

Das Leben darin stand still, wusste es doch um die Grausamkeit des Schicksals, in dem es gefangen war.

Und doch waren jene Augen so schön, so schön und traurig wie seit eh und je. Himmelblau und unvergesslich. Gewebt aus Farbbändern des Himmels, wo wie ihre Mutter es immer gesagt hatte, wenn sie in diese Augen blickte...

Weitgeöffnet beobachteten sie ihre finstere Umgebung, erkennend die Mitleidlosigkeit der blutroten Strahlen von außen, die in diesem kargen Zimmerchen mit der unnatürlichen Nacht spielten, sich ihr aber immer wieder entrissen.

Sie war so vertraut, diese bösartige Dunkelheit, diese erschreckende Realität, und dann erschien sie ihr in jenem Moment atemlos befremdend...

Die Besitzerin der Augen, welche erforschend in dem Räumchen umherwanderten, kannte dieses Schauspiel der Macht des Schreckensfürsten und sie erinnerte den Geschmack dieser stinkenden Gefährlichkeit, über die Ganondorf verfügte. Schmecken konnte sie die Gewürze seiner Macht auf ihrer pelzigen, trockenen Zunge.

            Irgendwo hörte sie eine weitentfernte, angenehme Stimme nach ihr rufen, und wusste doch, das jene Stimme, die sie erfüllt, die sie wärmte und beschützte, weit weg war. Außer ihrer Reichweite, gefangen in der anderen Welt, die an ihren eigenen grausamen Gesetzen zerbrochen war.

            ,Link, wie konnten wir unsere Entscheidungen nur jemals rechtfertigen...’, summte es in ihren Gedanken. ,Sind sie denn nur einmal richtig? Sind sie für uns beide zu entschuldigen?’

Fragen wie diese spannen sich unhaltbar in ihren abgestumpften Gedanken, und erschufen eine mögliche Antwort, die von den blassrosa Lippen Links glitten.

,Du wusstest es... und ich wollte es nie verstehen... unsere Entscheidungen sind nur da, um den endlosen, alten Teufelskreis voranzubringen. Inmitten des Kreises der Macht stehen wir und treiben das Laufwerk weiter.’ Sie visualisierte seine Lippen, um die sich ein schwaches Lächeln legte. Er versuchte zu grinsen, so wie er es immer tat.

Sie versuchte sich seine Augen vorzustellen, wünschte sich, sie würden in diesem dreckigen Kämmerchen auf sie herabsehen, sie erfüllen, ihr Mut schenken, so wie ein Blick aus diesen tiefblauen Augen es immer vermochte.

,Wir sind mit unseren Entscheidungen die treibende Kraft, sehen unsere Seelen zu Spielzeugen werden und haben doch keine andere Wahl’, sprach Link in ihrer Vorstellung, berührte sie mit unechten Händen, streichelte über ihre eisigen Wangen und rückten ihr Aufmerksamkeitsfeld direkt in seine blauen Augen, die doch die Blicke eines wahren Helden aussenden konnten.

,Denn dies ist unser Schicksal. Der Kampf... der Kampf...’, stimmte sie zu, worauf er nickte. Sie sah ihn sich hinabbeugen und gerade als er seine Lippen auf ihre legen wollte, sich dem seidigen Gefühl ihrer Lippen aussetzen wollte, gerade da, verschwand sein Abbild und Zeldas Träume endeten.

            Sie krümmte sich wild und ein schauerlicher Laut durchbrach die Stille des Kämmerchens. Ein Seufzen. Ein gequältes Stöhnen. Nur ein kurzer Klagelaut, den niemand hören würde.

            Dann waren ihre Augen das einzige an ihrem Körper, das sich bewegte. Hastig hüpften sie von einem Punkt des spärlich eingerichteten Raumes zum nächsten, nahmen jedoch den runden Tisch, das muffige, nach Schweiß riechende Bett an das man sie band, den klapprigen Schrank und die angelehnte dunkle Tür nicht sonderlich wahr.

Es war wie ein Gefangensein im eigenen Körper. Keine Vorführung eigener Kräfte. Keine zur Schaustellung ihres Temperamentes, welchem sie im Moment so gerne Ausdruck verleihen würde...

Einzig ihre Augen bewegten sich, während ihr Bewusstsein erinnerungslos - denn sie wusste nicht mehr, wie sie hierher gelangt war-  und ihr Körper lethargisch auf dem unsauberen Lacken lag und dem harrte, was man für sie vorbereitet hatte.

Sie wusste nur noch einige Bruchstücke der Erlebnisse der letzten Minuten und erkannte nicht einmal, an welchem Ort man sie in ihrer Einsamkeit und Trauer zurückließ.

            Aber sie wusste, dass es so kommen musste. Egal, wie viele Entscheidungen sie traf, egal wie viele Opfer sie brachte. Dieser Ausgang, dieses Schicksal, ein Baustein einer großartigen Legende, war immer wieder bestimmt zu geschehen...

            Eine Träne tropfte von den himmelblauen Augen, wanderte hinab über eine blasse, samtene Wange, lief weiter über einen trockenen, jugendlichen Mund und endeten im Nichts. Nun war sie hier, Gefangene, und erneut ein verächtliches Druckmittel für den Fürsten des Schreckens. Und sie wusste, dass ihr Held hier erscheinen würde. Es war nur eine Frage von Minuten, von wenigen Stunden. Er würde hierher finden und doch... könnte er Ganondorf niemals mit seinen einfältigen Mitteln niederringen. Sie hasste sich, dass sie es sich eingestehen musste. Immer wieder hatte sie geglaubt, ihre einstigen Träume von Links Tod hätten nichts zu bedeuten, sie hatte gehofft, mit ihrer selbstlosen Tat im Kokiriwald, hätte sie seinen Tod abgewendet. Aber nun standen die Karten schlecht. Schlecht für Hyrule. Für die Erde. Und ebenso für sie...

            Eine weitere Träne tropfte und ein leises Wimmern entbrach den Lippen der jungen Prinzessin, die wehrlos angekettet auf diesem schäbigen Bett ruhte und nicht wusste, was man mit ihr vorhatte. Sie schluchzte, verfiel letztlich dem Drang den Namen ihres Liebsten über die Lippen gleiten zu lassen, während sie ihn im Nirgendwo noch immer nach ihr rufen hörte. Sie antwortete auf das leise: ,Zelda...’, das sich in ihren Gedanken abspielte. Sie antwortete darauf, drehte sich ein wenig auf ihre rechte Seite, soweit es die Fesseln zuließen, und kniff die Augen zusammen.

Sie erwiderte das Rufen mit einem bitteren: „Link...“ und hörte schließlich ein grobes Stapfen mit Metall beschlagener Stiefel näherkommen. Jeder Schritt war gefahrvoll. Jeder Widerhall dieser verdammten Stiefel ließ eine Schweißperle über ihre Stirn gleiten, während es gleichzeitig eine Gänsehaut über ihre Haut schickte.

Sie betete, er möge nicht näherkommen. Er möge sie in Ruhe lassen, aber sie wusste ebenso, dass die Götter ihres Hyrules sie auf dieser Erde nicht erhören würden.

Ihre tränenden Augen wanderten vorbereitet zu der dunkellackierten Tür, die immer noch angelehnt einen dreckiggelben Lichtschein in das kleine Zimmerchen ließ.

            Ungeduldig, und das laute Taptap weiterhin verfolgend, begann sich das Mädchen hin und herzuwälzen. Die Eisenketten klirrten, während sie daran riss und das kleine, müffelnde Bett knarrte und bog sich durch ihre ausrudernden Bewegungen. Und immer noch ertönten diese gefährlichen Schritte in dem Gang außerhalb.

Sie bewegte sich hin und her. Das kalte Eisen der Fesseln schnitt und schlitzte sich tief und beißend in die Haut ihrer Füße und Handgelenke. Aber sie musste doch etwas tun, sie konnte sich diesem verdammten Widerling nicht auf diese Weise aussetzen.

,Hilf’ mir, Nayru... Bitte!’, sagte sie in Gedanken und keuchte vor Angst und Aufregung. Die Schritte wurden wieder lauter, endeten plötzlich. Und es wurde still hier in der alten Kirche von Schicksalshort, denn das konnte der einzige Ort sein, an dem sie sich befand. Ungläubig starrte sie zu der angelehnten Tür und schließlich spähte sie zu der grauen Kerze in dem Zimmerchen, die auf dem runden Holztisch in der Mitte angebracht war. Unruhig flackerte ihr Feuer, umweht von nichtfühlbaren Winden des Bösen...

            Mehrere Minuten vergingen und ihre blauen Augen starrten weiterhin direkt in den lieblosen düsteren Schein, den ein bedrohliches Licht von außen in das Zimmerchen ließ.

Ihre Erinnerungen kamen wieder...

Der alte Thronsaal. Der schwarze Fluch, den der Fürst des Schreckens auf Link hetzte und dann der kohlenähnliche Nebel, der sie absorbierte. Dann war da nichts mehr... nur noch das unerträgliche Gefühl gefangen zu sein. In diesem Kämmerchen und im eigenen Körper.

            Zumindest konnte sie sich jetzt wieder regen, dachte sie. Ihre Augen wanderten zu dem Fragment auf ihrem rechten Handrücken. Es war blass und doch konnte sie es pulsieren, ja beinahe atmen hören. Warum aber konnte sie das verdammten Fragment nicht nutzen? Wohin war ihre Magie?

            In dem Moment knarrte die Tür. Mit einem Quietschen schob jemand den Zugang beiseite und hinderte den dreckiggelben Lichtschein in das kleine Zimmerchen zu dringen.

Zelda wand die Augen ab und starrte zu der Kerze, wo ein helles Licht gehrte. Sie brauchte die Gestalt an der Tür nicht ansehen, roch sie doch an seiner Aura, wer es war.

Die Kerze flackerte heftiger bei seiner Anwesenheit, wurde kleiner und ihr Licht schwächelte, als glühende, blutfarbene Augen auf sie niederfielen.

Seine Stiefel klapperten und zuerst nahm er den Weg in Richtung der grauen Kerze, deren Feuergeist sich vor dem übermächtigen Bösen zu fürchten schien.

Schweigend stand ein breiter Körper, eingehüllt in einer dunklen Rüstung vor dem Licht, welches er nie verstehen konnte. Was fanden Menschen nur an dieser Helligkeit? Was fanden Geschöpfe des Lichts nur an der Sonne, die so furchtbar in den Augen blenden konnte?

Er hatte es nie verstanden.

            Simpel war es. Dieses Gesetz, das Licht und Schatten auf ewig zusammenhingen. Nur der Fürst des Schreckens war unfähig dies zu verstehen. Es war dumm und einfältig, dass Ganondorf nicht bemerkte, wie abhängig er vom Licht war. Und was er erreichen würde, sollten alle Lichter ausgehen, wäre nur das Schaufeln seines eigenen Grabes.

            „Sag’ mir, kleine Hoheit. Warum kämpft du überhaupt noch?“ Grunzend wand er sich zu ihr. Glühende, hässliche Augen stießen auf sanfte, himmelblaue. Sie hielt seinem barbarischen Starren stand, zuckte nicht einmal mit der Wimper. Aber die Abscheu in ihrem Blick amüsierte ihn schon wieder. „Warum kann deine Seele nicht endlich aufhören zu kämpfen? Gib endlich auf!“

„Die gleiche Frage könnte ich dir stellen.“ Verbittert warf sie ein hylianisches, vulgäres Schimpfwort hinterher. „Aber im Gegensatz zu dir, habe ich einen Grund um zu kämpfen. Du bist nur in diesem Kampf aus Machtbesessenheit, aus Gier und - was am absurdesten ist- aus Langeweile. Du kennst nichts anderes, hast keine Ahnung von Lebenszielen, von Liebe und von Glück.“

Angewidert trat der Fürst des Schreckens an das Bett und verengte seine Augen boshaft. Wahrhaft eindrucksvoll. Selbst nach all den Jahrhunderten wusste die Prinzessin Hyrules immer noch, wie sie gegen ihn argumentieren konnte.

            „Du solltest dein gefährliches Maul halten. Anscheinend ist dir entgangen, in welcher Lage du dich befindest.“ Diesmal lachte Zelda auf. Sie hob den Kopf und schwenkte mit mühevollen Bewegungen ihr blondes Haar aus dem Gesicht. Sie war müde und erschöpft. Man konnte es ihr ansehen, aber sie würde vor diesem Widerling nicht ihr Wort verlieren.

„Als ob dies das erste Mal ist, dass ich dein Druckmittel bin. Du langweilst mich, Mistkerl.“

Ganondorf sonderte einen abstoßenden Laut aus und fühlte sich schon wieder erniedrigt von diesem schwachen Weibsbild, wie er sie nannte. Er war wütend darüber, dass sie nach wie vor, auch in dieser niederen Position keinerlei Respekt vor ihm hatte. In ihm wuchs der Drang ihr weh zu tun, wusste er doch, dass jeglicher Schmerz, den er ihr zufügen konnte, seinen Groll gegen sie niemals aufwiegen würde. 

            Er ballte seine rechte Hand zur Faust. Das goldene Dreieck darauf glühte und trat beinahe aus der Haut, bebte und pochte, ähnlich einer alten, dicken Ader, die man durch blasse Haut pulsieren sehen konnte. Zielgerichtet hielt er die Hand zu Zelda, bis sich ein schwachroter Abdruck seiner kalten Finger an ihrer Kehle entlang schlich. Es amüsierte ihn, wie die Prinzessin anfing zu zappeln, erfreute ihn immens, wie unabsichtliche Tränen ihre Wangen hinunterrannen.

            „Wirst du nun schweigen, Prinzessin. Oder muss ich deine Kehle erst wie eine reife Pflaume in meiner Hand zerquetschen?“ Er lachte und ließ von ihr ab. Sie blinzelte, doch noch immer lag in dem himmelsblau ihrer Augen dieser gefährliche Stolz, der Ganondorf zur Weißglut brachte.

            „Glaubst du, ich habe Angst vor dem Tod? Jeder Tod ist süßer als eine Gefangenschaft in deinem Kerker!“, schrie sie und riss erbarmungslos an den schweren Ketten.

Der Fürst des Schreckens brüllte darauf hin, wirbelte um seine eigene Achse und konnte seine Wut über ihre scharfe Zunge nicht länger im Zaum halten. Es machte ihn rasend und er fühlte erstmals seit langem wieder, wie sich das erfrorene Blut in seinen schwarzen Adern erhitzte. Die wenigen Gegenstände in dem spartanisch eingerichteten Raum klapperten, bis sie durch wuchtige Energie auseinanderbrachen. Das Licht der Kerze erlosch, als auch jene Quelle von Wärme und Hoffnung auf dem Boden aufschlug. Ein Beben setzte ein, bis die Stille in den Raum zurückkehrte. Nur Ganondorfs schauriges Hecheln legte sich über die sanfte Stille und seine rotglühenden Augen brachen die Schleier der Dunkelheit...

            „Soll mich das beeindrucken?“, giftete Zelda mit ihrer hellen Stimme und starrte immer noch angewidert in das bösartigste Augenpaar, welches jemals existieren würde.

„Das ist nur ein Vorgeschmack!“, zürnte er.

„Worauf?“

„Auf das, was ich mit dir mache, wenn du mir nicht endlich den Respekt entgegenbringst, den ich verdiene.“ Zelda lachte mit aller Luft, die in ihren Lungen ein- und ausströmte. Sie lachte abartig, konnte sie doch diesem Geschwätz keine Ernsthaftigkeit entgegenbringen.

„Respekt?“, wiederholte sie, beinahe ungläubig.

„Nicht einmal eine einfache Stubenfliege hat vor dir Respekt, Ganondorf.“ Und schon wieder stachelte sie jeden Funken Macht in seinem Körper an, sich auf sie zu werfen, sie so zu erniedrigen, dass ihre Seele daran zerbrach. Aber was hatte er davon? Sicherlich könnte er sie jetzt so demütigen, wie sie und der grünbemützte Heroe es ihm immer wieder angetan hatten, aber er hielt sich zurück. Ertrunken in einer unmenschlichen Vorfreude, gierte in ihm der Wunsch sie genau dann auf die schrecklichste Weise fügsam zu machen, wenn ihr Held dabei zusehen konnte. Ganondorf freute sich auf das kreidebleiche Gesicht seiner Erzfeindes, wenn er seine Prinzessin wie die machtvollen Elixiere in seinen Händen zerbrechen konnte.

            „Fragst du dich eigentlich, warum deine Magie nicht tut, was sie sollte?“, erklang es durch die Dunkelheit des Raumes.

Zelda antwortete nicht, ekelte sich sogar davor, mit diesem Widerling Worte auszutauschen und ahnte auch so den Grund für die Schwäche ihres Fragmentes.

„Ich will es dir verraten, Prinzessin.“ Seine Stimme war ruhiger als vorher und sie fühlte, wie er sich neben sie setzte. Die Matratze bog sich und ein knarrender Laut wurde hörbar.

Angstvoll blitzten Zeldas himmelblaue Augen dorthin wo sie den Fürst des Schreckens in dieser pechschwarzen Dunkelheit vermutete. Ja, sie fürchtete sich. Und dennoch, nach all’ den Jahrhunderten, nach all’ den Entführungen, die sie über sich ergehen lassen musste, war da eine neue Form von Ruhe in ihrem Gemüt. Er könnte das Fragment der Weisheit an sich reißen, sicherlich. Er könnte ihren Körper in Tausend Einzelteile zerfetzen. Und er könnte sie demütigen, in jeglicher Form, er es wollte. Aber eines würde er niemals bekommen. Ihre Seele. Und ihre Hoffnung...

            „Dann verrate es endlich. Man kann ja riechen, dass du es eh gleich tun wirst.“ Daraufhin wand sich eine kalte Hand um ihre rechtes Knie. Erst da bemerkte sie, dass der Stoff ihrer Hosen an manchen Stellen zerfetzt war. Nicht einmal ihre Stiefel trug sie mehr, stattdessen zeichnete die Kälte dieses Ortes an ihren Füßen kalte Spuren.

            Er fasste grob zu und zugleich erregt über diese sensible, samtene Haut ihres Schenkels. Er hatte schon einige Gerudoweiber zu seiner Herrschaft über das Wüstenvolk haben können, und wahrhaft nicht die hässlichsten. Er hatte sich immer genommen, was ihm gefiel. Aber eine solch weiche, warme Haut hatte keine seiner Freudenmädchen gehabt.

Zelda schluckte und kniff die Augen zu, versuchte sich von ihrem Bewusstsein wegzusperren, aber nicht einmal das erlaubte ihr das Fragment.

            „In deinen hübschen Adern, Prinzessin, fließt ein kleines Giftchen. Nicht giftig für deinen Körper, wohl aber giftig für das Fragment. Deshalb wirst du es in den nächsten Minuten nicht nutzen können. Jedoch...“ Er beugte sich über sie, sodass sie den beißenden Gestank aus seiner Kehle riechen konnte. „... jedoch verliert das Gift schnell seine Wirkung, sodass ich dir nachher gleich eine neue Ration spritzen muss, Hoheit.“ Er lachte, begeistert von ihrer Verwundbarkeit.

Er löste mit einem Schlag die Ketten, fasste sie gebieterisch an ihren rechten Knöchel und schleifte sie hinter sich her.

Sie schlug wild um sich und hielt sich angestrengt an den Holzbalken des Bettes fest. Ihre Fingernägel schabten an dem Holz, bis jene brachen. Sie wimmerte.

„Komm’ wir haben einige Dinge vorzubereiten! Meine Nacht legt sich über die Welt wie ein seidenes Tuch... und in wenigen Stunden regiert hier nur noch die Finsternis“, fauchte der Beherrscher der Dunkelheit. „Aber dazu haben wir Dinge vorzubereiten, wichtige Dinge, bis dein Held erscheint, falls er jemals aus dem Thronsaal fliehen kann.“ Zeldas Augen standen starr. Aus dem Thronsaal fliehen?

Ganondorf bemerkte ihre Fassungslosigkeit, lachte und grunzte angesichts der Angst, die in ihren Augen geschrieben stand. „Ich sagte, dass ich ihm kein Haar krümmen werde. Das heißt aber nicht, dass es meine Monster nicht könnten.“ Er lachte, zerrte sie ruppig weiter, ignorierte ihr anhaltendes Winseln und ihre kleinlichen Versuche, sich von seinem Griff zu befreien. Er schleifte sie den Gang hinab, bis er den Altar in der Kirche Schicksalshorts erreicht hatte...

 
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